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12.06.2019 - 10:10
Alternativen

Nokia, Motorola & Co.: Alternativen zu Huawei-Smartphones

Hier gibt es ein gutes Preis-Leistungsverhältnis

Ohne Donald Trump hätte Huawei wohl gute Chancen gehabt, zum führenden Smart­phone-Hersteller der Welt aufzu­steigen. Doch daraus wird vorerst nichts. Die Chinesen müssen aufgrund von Sank­tionen der US-Admi­nistra­tion auf eine Zulie­ferung von sämt­lichen ameri­kani­schen Produkten verzichten. Dazu zählen beispiels­weise nicht nur Chip­sätze von ARM, sondern auch Soft­ware von Google, Face­book und Co. Damit dürften selbst alle Smart­phone-Flagg­schiffe der Chinesen über Nacht für die euro­päische Kund­schaft wertlos werden.

An diesem Umstand ändert zunächst auch die Einfüh­rung des neuen Huawei-Betriebs­systems "Ark OS" nichts, welches eben­falls auf dem quell­offenen Android-Betriebs­system basieren soll. Denn wichtig sind für Smart­phone-Nutzer in erster Linie Updates sowie die Google-Apps inklu­sive Play Store und natür­lich die bekannten Social Media- und Messa­ging-Dienste. Für die Kunden ist das zunächst eine schlechte Nach­richt, denn die Geräte gingen in den vergan­genen Jahren vor allem wegen des guten Preis-Leis­tungs­verhält­nisses sehr häufig über die (virtu­ellen) Laden­theken. Ganz beson­ders auch die Geräte der Zweit­marke Honor, welche primär über den Online-Handel vertrieben wurden und damit teils noch güns­tiger als die Huawei-Smart­phones selbst ange­boten wurden. Android One Obwohl Huawei in Sachen Qualität und Preis-Leis­tung durchaus über­zeugte, gab es auch schon vor dem Android-Bann der Trump-Regie­rung gute Gründe, die Smart­phones des chine­sischen Herstel­lers zu meiden. Ein wesent­licher Grund dafür war die Nutzer­ober­fläche Emotion UI (EMUI). Die indi­vidu­ellen Anpas­sungen des Herstel­lers führten immer wieder dazu, dass die Huawei- und Honor-Geräte Updates nur spät oder gar nicht bekamen.

Wer also nun womög­lich auch zwangs­weise auf der Suche nach einem alter­nativen Hersteller ist, sollte even­tuell gleich ein Gerät aus dem Android One-Programm in Betracht ziehen oder zumin­dest auf einen Hersteller auswei­chen, der entspre­chende System-Updates über einen möglichst langen Zeit­raum gewähr­leistet. Folgende Hersteller hinter­lassen dies­bezüg­lich in Sachen Qualität, Hard­ware, Soft­ware und Preis unserer Einschät­zung nach einen posi­tiven Eindruck. Nokia

Nokia ist eine gute Alternative zu Huawei

Selbst Einsteiger-Geräte wie das Nokia 2.2 bekommen regelmäßige Updates.
Nokia

Die Finnen hatten sich vor einiger Zeit von Windows Mobile bzw. Windows Phone verab­schiedet und kehrten mit zahl­reichen neuen Geräten zurück. Diesmal gibt es in Zusam­menar­beit mit HMD Global dazu pures Android-Feeling ohne Anpas­sungen und eine Update-Garantie. So bekommt beispiels­weise das schon etwas betag­tere Modell Nokia 3, welches im Jahr 2017 noch mit Android 7 Nougat ausge­liefert wurde, in diesem Monat in Deutsch­land ein Update auf Android 9 Pie. Das ist schon eine ordent­liche Leis­tung für ein Gerät, welches mitt­lerweile für teils 80 Euro im Handel zu bekommen ist.

Entspre­chende Updatega­rantien gibt es übri­gens auch für alle weiteren neuen bzw. künf­tigen Modelle des Herstel­lers. In Sachen Verar­beitung und Ausstat­tung können die Finnen durchaus mit Huawei mithalten und zwar sowohl im unteren wie auch im Mittel­klasse-Preis­segment.

Das aktuell vorge­stellte Einsteiger-Gerät Nokia 2.2 ist eben­falls einen Blick wert, zumal auch dieses Gerät voraus­sicht­lich mit regel­mäßigen Updates bedacht wird. Moto­rola

Das Motorola One Vision

Das Motorola One Vision
Bild: teltarif.de

Schon vor längerer Zeit hatte Google die Smart­phone-Sparte von Moto­rola an den chine­sischen Hersteller Lenovo veräu­ßert. Vermut­lich müsste man auch hier vorsichtig sein, denn es ist keines­wegs sicher ob Donald Trump nach ZTE und Huawei nicht auch noch mit Lenovo einen dritten großen chine­sischen Hersteller in die Zange nimmt.

Nichts­desto­trotz zeichnet sich Moto­rola nach wie vor durch ein hervor­ragendes Preis-Leis­tungs­verhältnis aus und hat im Gegen­satz zu Huawei immerhin den Vorteil, dass es auch recht zügig Android-Updates gibt. Zudem verspricht auch Lenovo, dass es bei einem puren Android ohne indi­vidu­elle Soft­ware­anpas­sungen bleiben soll. Wer sich also zum Beispiel für ein aktu­elles Gerät aus der G-Serie entscheidet, sollte auch noch länger Freude an seinem Smart­phone haben. Wer aller­dings vor dem Hinter­grund aktu­eller poli­tischer Unsi­cher­heiten vor dem Kauf eines chine­sischen Gerätes absehen möchte, hat noch andere Alter­nativen.

Übri­gens: Das Moto­rola G7 Power führt mit seinem 5000 mAh starken Akku unsere Top 10 der Smart­phones mit der besten Akku­leis­tung 2019 an.

Eben­falls inter­essant ist das im Mai vorge­stellte Moto­rola One Vision mit 21:9-Display und Punch-Hole. Details zum unter-300-Smart­phone lesen Sie in einem ausführ­lichen Test­bericht. BQ

Aquaris X2 Pro (links), Aquaris X2 (rechts)

Aquaris X2 Pro (links), Aquaris X2 (rechts)
BQ

BQ aus Spanien ist einer der wenigen euro­päischen Hersteller, die gute Hard- und Soft­ware zu attrak­tiven Preisen vereinen. So schneidet insbe­sondere die Aquaris-Serie, wie beispiels­weise das gut ein Jahr alte BQ Aquaris X2 Pro, immer wieder vergleichs­weise gut ab und es gibt eben­falls regel­mäßige Updates, denn BQ nimmt wie auch Nokia am Android One-Programm teil.

Die Geräte sind immer mal wieder günstig über Aktionen bzw. mit Rabatten und Gutschein­codes in einschlä­gigen Online-Shops zu bekommen. Wie auch die zuvor genannten Hersteller verzichtet BQ bis auf einige eigene Apps auf größere indi­vidu­elle Anpas­sungen an Android, weshalb auch hier eine gewohnte Nutzer­erfah­rung garan­tiert ist.

Beson­ders inter­essant ist BQ vor allem im Bereich der Unter- und Mittel­klasse-Smart­phones. Ein großer Vorteil ist darüber hinaus, dass BQ trotz teils güns­tiger Preise über einen vergleichs­weise guten Kunden­service verfügt. Vorsicht bei Amazon Vermeint­liche Schnäpp­chen tauchen immer wieder zum Beispiel bei Amazon auf. Von den China-Smart­phones sollte man aber auch abseits von Huawei tunlichst die Finger lassen. Viele Geräte, wie beispiels­weise von Herstel­lern wie Black­view oder Ulefone, enthalten oft Bloat­ware oder schlimmer noch eine Back­door (Sicher­heits­lücke).

Zudem gibt es nicht selten Fälle, in denen die Akkus anfangen zu brennen oder auch sonst minder­wertige Hard­ware verbaut wurde. Von mangelnden Sicher­heits- bzw. System-Updates einmal ganz zu schweigen. Bei Smart­phones lohnt es sich in jedem Falle, den einen oder anderen Euro mehr zu inves­tieren, zumal man entspre­chende Geräte jeden Tag benutzt und damit auch sicher­heits­rele­vante Daten über­tragen bzw. abge­spei­chert werden.

Das Huawei P30 Pro ist das aktu­elle Flagg­schiff des chine­sischen Herstel­lers. Nutzer, die im High-End-Segment eine Alter­native suchen, können sich das bereits beträcht­lich im Preis gefal­lene Samsung Galaxy S10+ anschauen. Das Ober­klasse-Smart­phone haben wir auch mit dem OnePlus 7 Pro mit Popup-Kamera vergli­chen.

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Björn König

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