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10.03.2018 - 10:05
Zwischenstand

Lahmer Breitbandausbau: Daran hapert es in Deutschland

Ex-Minister Dobrindt mitschuldig an der Misere?

Der Ausbau des schnellen Internets in Deutschland kommt nur langsam voran. Von den dafür bereitgestellten 1,56 Milliarden Euro wurden zwischen 2015 und 2017 nur 27,7 Millionen Euro ausgegeben. Das geht aus der Antwort einer Berichtsanforderung der Grünen aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hervor, über die die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Wir hatten bereits Mitte Februar über die viel zu zähen Genehmigungsverfahren berichtet.

Die Grünen im Bundestag warfen dem früheren Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Versagen vor. "Alexander Dobrindt ist nicht nur als Verkehrsminister, er ist auch als Digitalminister auf ganzer Linie gescheitert", sagte der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler dem Blatt. "Für ihn ist das Internet Neuland geblieben." Das sind die "Baustellen" in Deutschland

Glasfaser wird in Deutschland noch viel zu selten bis direkt ins Haus ausgebaut

Glasfaser wird in Deutschland noch viel zu selten bis direkt ins Haus ausgebaut
Bild: dpa

Fast alle Digitalprojekte setzen eine schnelle Internetverbindung voraus. Doch diese Infrastruktur ist in Deutschland trotz gewaltiger Anstrengungen in den vergangenen Jahren noch immer nicht flächendeckend vorhanden:

Stadt-Land-Gefälle: In den größeren Städten gibt es laut des jüngsten Berichts der Bundesnetzagentur immerhin zu 90 Prozent eine Versorgung mit Leitungen, die Geschwindigkeiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde und mehr leisten. In kleineren Städten sinkt dieser Anteil auf 68 Prozent, auf dem Land liegt der Wert nur bei 36 Prozent.
Weil hohen Ausbaukosten in weniger dicht besiedelten Regionen nur geringe Erlösaussichten gegenüberstehen, haben sich die großen Telekommunikationsfirmen um den Ausbau auf dem Land bislang wenig gekümmert. Diese Nachteile sollen durch Förderprogramme ausgeglichen werden.

Glasfaser: In Deutschland gibt es kaum Haushalte, öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen, die direkt an das Glasfaser-Netz angeschlossen sind (Fiber to the Home). Zwar haben Unternehmen wie die Telekom und Vodafone im vergangenen Jahr Zehntausende Kilometer Glasfaser verlegt. Doch enden diese Leitungen oft in grauen Verteilerkästen auf dem Bürgersteig. Die letzten Meter laufen dann in der Regel über Kupferleitungen.
Die Telekom setzt zwar auf die Vectoring-Technik, mit der derzeit immerhin Geschwindigkeiten von 100 MBit/s zu erreichen sind, demnächst mit Super-Vectoring sogar bis zu 250 MBit/s. Gigabit-Geschwindigkeiten sind damit jedoch aus physikalischen Gründen nicht zu erzielen. Telekom-Wettbewerber sprechen von einer Mogelpackung, weil ohne Glasfaserkabel bis ins Haus keine echten Gigabit-Netze aufgebaut werden könnten.

Mobilfunk: Bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen für LTE (4G) und UMTS (3G) gab es Vorgaben, die "weißen Flecken" der unterversorgten Gebiete auf dem Land zu beseitigen. Die Provider verweisen darauf, dass mehr als 90 Prozent der Bevölkerung LTE nutzen können. Trotzdem beklagen sich viele Anwender, dass sie außerhalb der Metropolen keine Hochgeschwindigkeitsverbindungen angeboten bekommen.
Abhilfe könnte die fünfte Generation des Mobilfunks (5G) schaffen. 5G bietet nicht nur Höchstgeschwindigkeiten bis zu zehn Gigabit pro Sekunde. Die Technik erlaubt auch ein viel höheres Datenvolumen pro Quadratkilometer je Mobilfunkstation.

Die kommende Bundesregierung will allerdings nur noch den Glasfaser-Ausbau fördern.

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dpa /

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