Elektroauto

Tesla Model 3: Das iPhone auf Rädern

Tesla hat im abgelaufenen Quartal bessere Zahlen als erwartet vorgelegt - das Interesse an dem ersten massentauglichen Elektroauto Model 3 ist weiterhin riesig.
Von dpa / Marie-Anne Winter

Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model 3 Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model 3
Bild: dpa
Der Elektroautobauer Tesla hat die Erwartungen im zweiten Quartal übertroffen und liegt bei der Produktion des Model 3 im Plan. Die Nachfrage nach dem ersten Mittelklassewagen des Konzerns von Tech-Milliardär Elon Musk ist weiterhin riesig: Seitdem die ersten 30 Exemplare am vergangenen Freitag an Käufer übergeben wurden, Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model 3 Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model 3
Bild: dpa
gingen im Schnitt 1800 Reservierungen pro Tag ein. Das verkündete Musk gstern in seinem Quartalsbrief an die Aktionäre.

Der Rummel um Teslas Vorstoß in den Massenmarkt ist enorm. Einige Analysten trauen der Firma zu, den E-Antrieb mit dem Model 3 in den Mainstream zu bringen. Anhänger sprechen vom iPhone auf Rädern.

Doch durch den Kundenansturm wird auch die Warteliste für Teslas in der Grundausstattung rund 35 000 Dollar teures Mittelklassemodell immer länger. In einer Telefonkonferenz mit Analysten sprach Musk von 518000 Vorbestellungen, räumte dann aber ein, dass es nach Abzug zurückgezogener Kauforders unter dem Strich lediglich 455 000 seien.

Hoher Lieferdruck

Da die Serienproduktion erst Fahrt aufnehmen muss, entsteht durch die vielen Reservierungen, für die Kunden je 1000 Dollar anzahlen müssen, hoher Lieferdruck. Umso erfreuter reagierten Anleger, dass Musk nun versicherte, bei allen Produktionszielen des Model 3 auf Kurs zu sein.

Auch die Ergebnisse für das zweite Quartal kamen am Markt gut an. Verglichen mit dem Vorjahreswert sprangen die Erlöse um rund 120 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro). Der Verlust nahm zwar von 293 auf 336 Millionen Dollar zu, fiel damit aber dennoch deutlich geringer aus als angenommen. Die Aktie stieg nachbörslich zeitweise um über acht Prozent. Auf Jahressicht steht der Kurs mit über 50 Prozent im Plus, mit einem Börsenwert von 53,5 Milliarden Dollar ist Tesla derzeit der am höchsten gehandelte US-Autokonzern.

An rote Zahlen sind die Aktionäre ohnehin gewöhnt und dass die ambitionierten Pläne von Tesla stark ins Geld gehen, ist hinlänglich bekannt. Firmenchef Musk hat sich einiges vorgenommen: Ab 2018 soll die Jahresproduktion auf 500 000 Autos erhöht werden. Für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr rollten lediglich rund 84 000 Wagen vom Band. Für die massive Ausweitung der Kapazitäten nimmt das Unternehmen hohe Ausgaben in Kauf. Zudem investiert Tesla in großem Stil in andere Projekte wie etwa eine riesige Batteriefabrik.

Mehr zum Thema Auto