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26.08.2016 - 11:48
Datenteilung

WhatsApp: Datenweitergabe an Facebook widersprechen: So klappt's

Frist von 30 Tagen für den Widerspruch

Mit dem Abgleich der Telefonnummer solle unter anderem relevantere Werbung bei Facebook angezeigt werden, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Auch die Freunde-Suche solle so verbessert werden. Von dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar kam scharfe Kritik an den Änderungen.

WhatsApp und Facebook

WhatsApp und Facebook
Bild: dpa

Datenschützer Caspar kündigte eine Prüfung der Pläne an: "Jenseits der wenig klaren und in sich intransparenten Datenschutzhinweise wird zu untersuchen sein, in welcher Weise der Datenaustausch stattfindet und ob es hierfür eine rechtliche Grundlage gibt." Das Teilen der Informationen von Nutzerkonten zwischen Facebook und WhatsApp ohne Einwilligung der Nutzer sei nach europäischen und nationalen datenschutzrechtlichen Standards massiv in Frage zu stellen. "Allein das Wissen über die gespeicherten Telefonnummern der Nutzer eröffnet Perspektiven, für die jeder Geheimdienst dankbar wäre." Der Schritt markiere den Einstieg von WhatsApp in die Kapitalisierung von Daten und werde dazu führen, "dass Facebook noch mehr über seine Nutzer weiß als zuvor", warnte Caspar.

Zugleich hatte der Macher von WhatsApp und Koum, der selbst aus der Ukraine stammt, stets betont, dass er auch durch seine Kindheitsjahre in der kommunistischen Sowjetunion großen Wert auf den Schutz der Privatsphäre lege. In Brasilien war WhatsApp in den vergangenen Monaten auf richterlichen Beschluss wiederholt blockiert worden, weil der Dienst keine verschlüsselten Mitteilungen herausrückte. "Unser Glaube an private Kommunikation ist nicht zu erschüttern", hieß es auch im Blogeintrag am Donnerstag. WhatsApp: Datenweitergabe von Facebook widersprechen: So klappt es Bestehende WhatsApp-Mitglieder können zumindest der Verwendung ihrer Daten für die Personalisierung von Facebook-Werbung und Freunde-Vorschläge widersprechen, wie der Dienst klarstellte. An Facebook weitergegeben werde die Telefonnummer trotzdem. Die Informationen könnten dann von Facebook zum Beispiel verwendet werden, um den Betrieb der Infrastruktur und die Sicherheit zu verbessern, hieß es. Wer nicht möchte, dass seine WhatsApp-Daten wie die Telefonnummer oder das Nutzungsverhalten für maßgeschneiderte Werbeanzeigen bei Facebook genutzt werden, kann dem widersprechen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Beim Lesen der Datenschutzerklärung: In den nächsten Tagen erhalten WhatsApp-Nutzer die aktualisierten Datenschutz- und Nutzungsbedingungen von WhatsApp angezeigt. Am unteren Ende des Textes gibt es ein Auswahlkästchen. Entfernt man hier das Häkchen (Android) oder schiebt den Regler nach links (iOS), werden die Daten nach Unternehmensangaben nicht zur Verbesserung von Facebookwerbung genutzt. Anschließend muss man auf "Zustimmen" tippen oder kann WhatsApp nicht mehr nutzen.
  2. WhatsApp-Dateinteilung widersprechen: Entfernen des Hakens nicht vergessen

    WhatsApp-Dateinteilung widersprechen: Entfernen des Hakens nicht vergessen
    Bild: dpa

  3. Nachher in den Einstellungen: Wer wie die meisten bei neuen Nutzungsbedingungen reflexartig zustimmt, kann noch bis zu 30 Tage später die Datenweitergabe widerrufen. Dazu geht man in die Einstellungen von WhatsApp unter "Account" und entfernt das Häkchen oder verschiebt den Regler bei "Meine Account-Info teilen".
  4. Hat man den neuen Nutzungsbedingungen zugestimmt, ohne vorher den Haken zu entfernen, kann man dies später noch in den Einstellungen nachholen.

    Hat man den neuen Nutzungsbedingungen zugestimmt, ohne vorher den Haken zu entfernen, kann man dies später noch in den Einstellungen nachholen.
    Bild: WhatsApp

Zitat WhatsApp zum Widerspruch:

Wenn du ein bestehender Nutzer bist, kannst du wählen, deine WhatsApp-Account-Informationen nicht mit Facebook zu teilen, um deine Facebook-Werbung und Produkterlebnisse zu verbessern. Bestehende Nutzer, die unseren aktualisierten Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie zustimmen, haben weitere 30 Tage Zeit, diese Auswahl zu treffen, indem sie zu Einstellungen > Account gehen.

Das Abschalten der Datennutzung bedeutet nicht, dass diese Daten nicht trotzdem erhoben und an Facebook weitergegeben werden. Nach Informationen von WhatsApp sollen sie aber im Widerspruchsfall nur für Zwecke wie der Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen oder der Bekämpfung von Spam oder Missbrauch genutzt werden.

Facebook schreibt dazu:

Die Facebook-Unternehmensgruppe wird diese Information trotzdem erhalten und für andere Zwecke, wie Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen.

Ob Facebook sich tatsächlich an diese Aussage hält, können Nutzer und Datenschützer allerdings nicht direkt einsehen.

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Johannes Kneussel mit Material von dpa

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