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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 18.02.19
16.10.2018 - 16:30
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Telekom stellt TopApps endgültig ein

Vertriebskanal wohl nicht mehr lukrativ

Nicht nur das iPhone, sondern der mehrere Monate nach dem ersten iPhone-Modell gestartete Appstore veränderten die Welt und den Vertrieb von Software. Google musste mit dem Android Market (heute Google Play) nachziehen und auch andere damalige Branchengrößen wie Microsoft, Nokia oder Blackberry mussten nachziehen.

Irgendwann entdeckten auch die Netzbetreiber, dass ihnen durch den Erfolg der Appstores möglicherweise lukrative Content-Einnahmen wegbrechen und sie mehr und mehr zu reinen "Leitungslieferanten" mutieren. Die Telekom startete daher 2010 die "TopApps" - nach über acht Jahren stampft der Netzbetreiber den Vertriebskanal nun aber wieder ein. Die Idee: Netzbetreiber wollte an Apps mitverdienen

Telekom verkündet auf Twitter die Einstellung der TopApps

Telekom verkündet auf Twitter die Einstellung der TopApps
Bild: Deutsche Telekom

In einem großen Hintergrundbericht zum Start der Telekom TopApps erläuterte teltarif.de seinerzeit die auf dem MWC 2010 präsentierten Pläne. Die Telekom wollte damals enger mit Appstore-Betreibern zusammenarbeiten und ihren Mobilfunkkunden ausgewählte mobile Software unabhängig vom jeweiligen Smartphone-Betriebssystem zugänglich machen - und dabei am besten auch etwas mitverdienen.

Die bei der Telekom erworbenen und heruntergeladenen Apps sollten die Kunden dann nicht mehr per Kreditkarte, sondern über die Mobilfunkrechnung bezahlen können. Als erstes hatte die Telekom eine entsprechende Kooperation mit Nokia für den damaligen Ovi Store für das Symbian-Betriebssystem vereinbart. Später kamen auch die Appstores von Android, Apple und Microsoft hinzu. Das Ziel war eine bunte Mischung aus kostenlosen und kostenpflichtigen Apps. Selbstverständlich waren auch die Telekom-eigenen Apps in den TopApps vertreten.

Orientierung im App-Dickicht bieten und gleichzeitig Sonderangebote für die eigenen Kunden schaffen - das war das Ziel der Telekom TopApps. Ein Ergebnis war beispielsweise "Navigon Select" in Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen Navigationshersteller. Telekom-Kunden konnten die Basis-App inklusive Kartenmaterial kostenlos herunterladen und nutzen. Vor dem Öffnen der App wurde allerdings stets geprüft, ob tatsächlich eine Telekom-SIM mit berechtigtem Tarif im Smartphone steckte. Ansonsten wurde die Nutzung der App unterbunden.

Telekom TopApps sind nicht mehr verfügbar Doch in den vergangenen Jahren schafften es die Entwickler der Appstores immer mehr, eigene Empfehlungen auszusprechen und redaktionell gepflegte Listen für wichtige Apps zu veröffentlichen. Gleichzeitig wurden die Smartphones immer mehr dahingehend abgeschottet, dass in der Basiseinstellung nur noch Installationen aus dem Hauseigenen Appstore erlaubt wurden. Wer bei Android heutzutage beispielsweise Apps aus externen Quellen installieren will und die entsprechende Einstellung setzt, wird mit Sicherheitswarnungen bombardiert.

Auf Twitter verkündete die Telekom daher nun kommentarlos die Einstellung der Telekom-TopApps. Zuvor hatte es auf diesem Twitter-Account seit über einem Jahr kein Update mehr gegeben. In den Kommentaren auf diesen Tweet wird gar nicht nur das TopApps-Angebot vermisst, sondern auch die Einstellung sinnvoller Telekom-Apps wie der Hometalk-App kritisiert, mit der Telekom-Festnetzkunden zuhause mit dem Smartphone über den eigenen Festnetzanschluss telefonieren konnten.

Die Telekom-TopApps-Anwendung ist bereits aus den Appstores von Android und Apple verschwunden und nicht mehr installierbar. Die Telekom-MegaDeal-App gibt es allerdings noch. Auch andere Plattformanbieter gehen ähnliche Wege. Die bisherige "Microsoft Apps"-Anwendung von Microsoft existiert zwar noch und sie beinhaltet nach wie vor App-Empfehlungen für hauseigene Smartphone-Software, mittlerweile wurde sie aber in "Begleiter für Ihr Smartphone" umbenannt und bietet überwiegend die Dateiübertragung zwischen Smartphone und Computer.

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