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26.11.2018 - 12:25
Stellungnahmen

Chip-Netztest: Die Reaktio­nen der Netzbetreiber

Alle Anbieter zeigen sich zufrieden

Wie berichtet hat das Magazin Chip seinen diesjährigen Netztest veröffentlicht. Die Deutsche Telekom geht dabei abermals als Sieger hervor, während Telefónica deutlich aufholt. Mittlerweile haben alle drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber die Ergebnisse des Netztests kommentiert. Telekom-Technikchef Walter Goldenits zeigt sich zufrieden

Mobilfunknetze sollen weiter ausgebaut werden

Mobilfunknetze sollen weiter ausgebaut werden
Foto: Vodafone

Wenig überraschend zeigt sich die Telekom zufrieden, nachdem sie sich auf die Note 1,36 verbessern konnte. "Zum neunten Mal in Folge hat sich unser Netz im Chip-Netztest durchgesetzt. Das tolle Ergebnis - beim Telefonieren wie beim Surfen, in den Städten wie auf dem Land - bestätigt unsere harte Arbeit für unsere Kunden", sagt Walter Goldenits, Technikchef der Telekom Deutschland. Glasfaser bis zum Mobilfunkmast sei ein wichtiger Faktor für den künftigen 5G-Ausbau.

Die durchschnittliche Übertragungsgeschwindigkeit des mobilen Internet-Zugangs liege in Städten mit über 80 MBit/s auf hohem Niveau und deutlich vor der Konkurrenz. Aber auch in den ländlichen Gebieten habe die Telekom die Nase vorn. Mit mehr als 44 MBit/s im Durchschnitt liefen die Downloads im Telekom Netz am schnellsten ab. Beim Telefonieren überzeuge die Sprachqualität des Netzes und der schnelle Verbindungsaufbau dank VoLTE Technologie. Vodafone setzt auf Kunden-Erfahrungen und künstliche Intelligenz Vodafone betonte, Kunden-Erfahrungen und künstliche Intelligenz sorgten dafür, dass der Düsseldorfer Telekommunikationsdienstleister beim Netzausbau die nach seiner Ansicht richtigen Prioritäten setze. Chip habe dem Netz die Note "sehr gut" verliehen. In den Metropolen München und Hamburg liege man mit der Netzqualität sogar vor den Mitbewerbern Telekom und Telefónica.

Trotz der guten Testergebnisse sehe Vodafone Potenzial, das Netz in Deutschland weiter zu optimieren. "Die Netze in Deutschland sind gut. Aber eben noch längst nicht gut genug. Deshalb wollen wir künftig nicht nur stärker, sondern smarter ausbauen. Dafür bringen wir jetzt die alltäglichen Netz-Erfahrungen unserer Kunden in unsere Ausbauplanung ein - und sehen, wo mehr Netz am nötigsten ist", so das Unternehmen.

Über die MeinVodafone-App liefern Kunden auf freiwilliger Basis Messwerte, die Vodafone für die weiteren Optimierungen seines Handynetzes nutzt. Allerdings funktioniert das natürlich nicht in allen Fällen. In ländlichen Regionen, wo Vodafone nur das GSM-Netz und demnach nur GPRS oder EDGE anbietet, fließen faktisch fast keine Daten, sodass sich von den Standorten, wo der Ausbau am allernötigsten wäre, auch keine Informationen übermitteln lassen. Telefónica will LTE weiter in die Fläche ausbauen - und steht sich selbst im Weg Telefónica hat sich von der Note 3,1 im vergangenen Jahr auf 2,2 in diesem Jahr verbessert. Das zeige, wie sich die Netzqualität in den vergangenen zwölf Monaten verbessert hätte. Vor allem in dicht besiedelten Regionen spiele das o2-Netz seine Stärken aus. Das zeigten die positiven Teilergebnisse für München (sehr gut), Hamburg (sehr gut), Berlin (gut), Köln (gut) und Frankfurt am Main (gut). Im Durchschnitt wurden bei Drivetest-Messungen in Städten Datenraten um 35 MBit/s ermittelt. Das LTE-Netz der Telefónica habe die Einzelnote 1,70 erreicht.

"Auf diesem Erfolg werden wir ganz im Sinne unserer Kunden im kommenden Jahr aufbauen. Mehr noch, wir schalten einen Gang hoch und intensivieren unsere Netz­ausbau­maß­nahmen", sagt Cayetano Carbajo Martín, Vorstand und Chief Technology Officer (CTO) von Telefónica Deutschland. Für das Jahr 2019 haben wir einen klaren Fahrplan, um die Qualität unseres Netzes bundesweit weiter zu steigern." Im kommenden Jahr will o2 die 4G-Versorgung einerseits entlang der Autobahnen und ICE-Strecken, andererseits aber auch in die Fläche weiter ausbauen.

Noch besser könnte Telefónica dastehen, wenn sich das Unternehmen nicht zum Teil auch selbst im Weg stehen würde, wie das Beispiel einer im ländlichen Bereich stehenden Basisstation zeigt, an der bislang nur der GSM-Standard ausgebaut ist. Nun soll zwar die 2G-Technik modernisiert, auf einen LTE-Ausbau aber vorerst verzichtet werden, obwohl eine zumindest für das Band 20 geeignete Antenne bereits vorhanden ist. Die Dunkelziffer vergleichbarer Fälle ist nicht bekannt.

Auch teltarif.de führt einmal im Jahr einen Netztest durch. Die Ergebnisse haben wir in einer eigenen Meldung zusammengefasst.

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