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17.01.2019 - 16:05
Digitalradio

DAB+ NRW: Lokalfunk & radio NRW wollen Vorrangregelung

Veranstalter übt Kritik an möglicher Gesetzesnovelle

47 Veran­stalter von Hörfunk­pro­grammen sowie Platt­form­be­treiber haben Inter­esse an DAB+-Kapa­zi­täten in Nord­rhein-West­falen ange­meldet. Am heutigen Donnerstag findet eine Anhö­rung von Sach­ver­stän­digen im Landtag in NRW zum digital-terres­tri­schen Radio statt. Wie es aus gut infor­mierten Kreisen heißt, zeich­neten sich hierbei inter­es­sante und bemer­kens­werte Entwick­lungen ab. Unab­hängig vom Ausgang des heutigen Tags wird rele­vant sein, welche Ände­rung Eingang in die Novelle des Landes­me­di­en­ge­setzes finden soll, das im Februar verab­schiedet werden soll. Lokal­radio-Verband und radio NRW wollen Vorrang­re­ge­lung

Der Lokalfunk wünscht Vorrang beim Digitalradio DAB+ in NRW

Der Lokalfunk wünscht Vorrang beim Digitalradio DAB+ in NRW
Foto: Headsound Audio

Der Verband der Lokal­ra­dios NRW (VLR) und der Mantel­pro­gramm­an­bieter radio NRW wünschen den Angaben zufolge einen lang­samen und stufen­weisen Auf- und Ausbau von DAB+. Sie wollen zunächst nur einen landes­weiten Multi­plex. Wie es aus Insi­der­kreisen heißt, um die lokalen Anzeigen- und Werbe­märkte zu schützen. Hierbei wünsche man eine gesetz­liche Vorrang­re­ge­lung für radio NRW, das sich mit mehreren Programmen für den Landesmux inter­es­siert. Oberster Vorrang soll für Anbieter gelten, die bereits in NRW lizen­ziert sind und terres­tri­sche Frequenzen haben. Bekann­ter­maßen trifft das im Privat­funk nur auf die Lokal­ra­dios plus radio NRW, Domradio und Central FM Pulheim zu. Der Verband fordert des Weiteren eine finan­zi­elle Unter­stüt­zung für den Lokal­funk durch die öffent­liche Hand.

Sollte es auch regio­nale DAB+-Multi­plexe geben, wünschen die Lokal­funk-Akteure eben­falls eine Vorrang­re­ge­lung, die auch bei der Vergabe neuer UKW-Frequenzen zutreffen soll. Sollte dies so kommen, wäre laut Insi­dern ein Markt­zu­tritt für andere Programm­an­bieter proble­ma­tisch: Ihnen blieben regio­nale Werbe­märkte verschlossen und zugleich gäbe es mit zwei UKW-Ketten in den Händen der Verlage ein Duopol in der Vermark­tung bei WDR und radio NRW, welches mit den bislang nur geringen DAB+-Reich­weiten nur schwer zu kontern sei.

Die Politik soll zudem sicher­stellen, dass Plätze auf den Multi­plexen so lang für die Lokal­ra­dios frei­ge­halten werden, bis diese den Einstieg in Digi­tal­radio wagen wollen. Anbieter kriti­siert Forde­rungen der Lokal­ra­dios Von den Forde­rungen wären neue, freie Inter­es­senten wie zum Beispiel MEHR! Radio aus Düssel­dorf betroffen. "Wir haben Verständnis für die Zukunfts­sorgen der Lokal­ra­dios und auch ange­boten, ihnen Kapa­zi­täten eine Zeit lang frei­zu­halten", so Richard Zyla, Geschäfts­führer von MEHR! Radio, im Bran­chen­dienst "radio­szene.de". "Aber ein Betrieb von nicht ausge­las­teten Multi­plexen ist wirt­schaft­lich unsinnig. Die Mono­pol­ra­dios hatten lang genug Zeit, sich auf diesen Moment vorzu­be­reiten."

Auch den gefor­derten Vorrang für bestehende Radios in NRW hält MEHR! Radio im Zeit­alter der Digi­ta­li­sie­rung für grotesk. Zyla: "Die digi­tale Technik ermög­licht Dutzende von Programmen an jedem Standort. Ein 30-jähriges Monopol in die digi­tale Welt zu über­tragen, verhin­dert Inno­va­tion und Viel­falt und schwächt den Standort NRW. Die Praxis der künst­li­chen Eingriffe in die Radio­land­schaft muss ein Ende haben".

teltarif.de hält Sie über die Ergeb­nisse der Anhö­rung und die weitere Entwick­lung in NRW auf dem Laufenden.

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