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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 17.12.17
12.10.2017 - 12:17
Ausprobiert

Telekom 5G: In Berlin hat die mobile Zukunft schon begonnen

Vier Funkzellen von Huawei bereits im Realbetrieb

Eigentlich sollte es ja erst im Jahre 2020 richtig losgehen, aber in Berlin hat die Deutsche Telekom "Europas erste 5G-Antennen" aufgebaut und zeigte heute einem interessierten Fachpublikum, wie gut das jetzt schon funktioniert.

5G steht für die fünfte Generation des Mobilfunks, der vereinfacht gesagt, technologisch auf der bei 4G verwendeten LTE-Technologie aufbaut, mit noch deutlich verbesserten Übertragungsverfahren, die ressourcenschonender sind und die Frequenzen noch effektiver ausnutzen und stabiler gegen Störungen sind.

Veranstaltung zum Pre-5G-Start der Telekom in Berlin

Veranstaltung zum Pre-5G-Start der Telekom in Berlin
Bild: teltarif.de

Den staunenden Besuchern stellte die Deutsche Telekom in ihrem Berliner Technik­zentrum im ehe­maligen Fern­melde­amt 1 in der Berliner Winter­feldt­straße heute mobile Daten­über­tragungs­raten von über zwei Gigabit pro Sekunde mittels der soge­nannten "5G New Radio"-Technik vor. Dazu wurde ein ultra-hoch­auf­lösendes Videosignal über das 5G-Testnetz übertragen.

Wie 5G in Verbindung mit Augmented Reality genutzt werden kann, war auf einer Carrera-Modell-Autorennbahn in Echtzeit zu erleben. Darüber hinaus bespielte die Telekom ihren Youtube-Video-Kanal "Netzgeschichten" erstmalig live zum 5G-Event in Berlin. Für den Anfang vier Funkzellen

Ehemaliges Fernmeldeamt 1 in der Berliner Winterfeldtstraße

Ehemaliges Fernmeldeamt 1 in der Berliner Winterfeldtstraße
Bild: teltarif.de

Für das Funknetz der Zukunft sind in Berlin bereits vier Funkzellen aufgebaut. Diese sind nach Angaben der Telekom die ersten in Europa, die live und in realer Umgebung über 5G funken. Mit dem sogenannten Vorabstandard von "5G New Radio" (kurz 5G NR), der zukünftigen Mobilfunkkomponente von 5G, schafft das Test-Netz in Berlin-Schöneberg Rekord-Übertragungsraten von etwas über zwei Gigabit pro Sekunde auf einem einzelnen Endgerät bei einer Latenz (Ping) von nur drei Millisekunden.

Bei 5G sind nicht nur ganz neue hohe Bandbreiten möglich, sondern auch extrem kurze Reaktionszeiten des Netzes, was zum Beispiel bei kritischen Steuerungen (connected car) oder in der Fertigungsindustrie (Roboter) notwendig ist. Die von Post oder Amazon erprobten Drohnen werden ohne 5G-Netz nicht sinnvoll nutzbar sein.

Deshalb ist die bei der Deutschen Telekom für Technik zuständige Vorstandsfrau Claudia Nemat extra nach Berlin angereist: "Statt im Labor zeigen wir hier in Berlin 5G live mitten in der Stadt. Das ist ein ganz entscheidender Entwicklungsschritt auf dem Weg zum weltweiten Start von 5G, der für 2020 geplant ist. Wenn alles mit allem vernetzt wird, brauchen unsere Kunden ein leistungsfähiges, verlässliches und sicheres Netz. Gerade die Industrie wird von 5G als starkem Hebel für eine Vielzahl von Anwendungen profitieren." Und sie hat die frohe Botschaft im Gepäck: "Wir sind bereit für 5G." 5G - der nächste Kommunikationsstandard

Digital Innovation Arena der Telekom in Berlin

Digital Innovation Arena der Telekom in Berlin
Bild: teltarif.de

5G ist mehr als der nächste Mobil­funk­standard. 5G ist der künftige Tele­kommuni­kations­standard, der Mobilfunk und Festnetz zu­sammen­bringen soll. Die Netz­architektur wird ebenfalls eine große Rolle spielen. 5G-Netze werden soft­ware­ge­steuert, programmier­bar und ganz­heit­lich gemanagt werden. Dadurch bilden sie die Basis, um viele unter­schiedliche Dienste anzubieten.

5G New Radio, der kommende Funkstandard von 5G, wird mit 4G/LTE-Technologie kombiniert werden, die damit auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen wird. Um die Kapazität und Datenraten bei 5G NR weiter zu steigern, ist der Einsatz von neuester Antennentechnik (Massive MIMO: Mehrfacher Input/ Mehrfacher Output) eine wichtige Schlüsseltechnologie. Bei Massive MIMO wird die Anzahl von Sende- und Empfangsantennen, die in verschiedene Ebenen im Raum ausgerichtet sind, stark erhöht, wodurch das Frequenzspektrum deutlich effizienter genutzt werden kann, weil die Ausleuchtung des dreidimensionalen Raumes besser wird. 5G für alle

Eine 5G-Antenne bei der Telekom

Eine 5G-Antenne bei der Telekom
Bild: teltarif.de

"5G New Radio in Berlin ist der erste große Schritt in Richtung 5G für alle”, sagt der Group CTO der Deutschen Telekom, Bruno Jacobfeuerborn. "Sobald der Standard definiert und veröffentlicht ist, werden wir 2018 die Grundlagen für einen Ausbau in größerem Maßstab legen. Damit treiben wir die technische Entwicklung in Europa und demonstrieren unsere Innovationskraft."

Beim Livebetrieb in Berlin nutzt die Telekom das Frequenzspektrum bei 3,7 Gigahertz und setzt auf die technische Ausrüstung mit Komponenten des chinesischen Lieferanten Huawei. Die vier am Test beteiligten Huawei-Antennen stehen an drei Standorten: Zwei Zellen in der Winterfeldtstraße (zwei Zellen), eine in der Martin-Luther-Straße sowie eine in der Pohlstraße. Handy im Wohnzimmerschrank-Format

Das 5G-Handy, das sicherlich noch schrumpfen wird

Das 5G-"Handy", das sicherlich noch schrumpfen wird
Bild: teltarif.de

Das Prototyp-"Handy" steckt in einem kleinen Wohn­zimmer­schrank auf Rädern, doch wenn man ins Innere schaut, sieht man ein 19-Zoll-Rack mit einigen Baugruppen und viel Luft und bald wird die Technik zu handlicher Größe schrumpfen.

"5G nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Die erfolgreiche Live-Übertragung ist ein wichtiger technischer Beitrag der beiden Unternehmen für die 5G-Community. Huawei wird weiter in Forschung und Entwicklung investieren und die Kooperation mit Partnern ausbauen, um die 5G-Technologie weiter voranzubringen und ein Ökosystem zu entwickeln", sagt Deng Tai Hua, President Huawei Wireless Network Product Line dazu.

Da die endgültige Norm für 5G noch nicht verabschiedet ist, kommt im Berliner-Test-Netz ein sogenannter 5G-Vorstandard zum Einsatz. Das bedeutet, dass sich die Telekom mit ihren Spezifikationen hier sehr eng am aktuellen, weltweiten 3GPP-Entwurf für 5G New Radio orientiert. Die Spezifikationen des genutzten Systems werden dann voraussichtlich im Dezember 2017 von 3GPP (Third Generation Partnership Project), dem weltweiten Regulierungsgremium für digitalen Mobilfunk, offiziell veröffentlicht. 5G in Berlin: Live-Erlebnis

5G-Netzelement der Telekom

5G-Netzelement der Telekom
Bild: teltarif.de

In Berlin zeigt die Telekom, wie der konkrete Einsatz von Multi-Gigabit Datenraten und geringen Latenzen aussehen kann, beispielsweise anhand einer Augmented-Reality-Anwendung für eine Carrera-Modellautorennbahn. Dabei liefert das 5G-Netzwerk zusätzliche Informationen rund um das Autorennen in Echtzeit auf die AR-Brille des Nutzers. Dank Anzeigen zur Navigation und der eigenen Positionierung im Rennen sowie weiterer interaktiver Funktionen erlebt der Nutzer ein überzeugendes Erlebnis von augmented (angereicherter) Realität.

Das Beispiel zeigt, wie wichtig es werden wird, Datenbrillen mit Technik für die direkte Netz- und Cloudanbindung auszustatten. Denn momentan liegen die einzelnen Micro-Services der Anwendung noch auf der Brille selbst, machen sie schwer und führen zu einem hohen Stromverbrauch. Zukünftig können sie dank 5G und Edge Computing nahtlos aus der Cloud auf die Brille gespielt werden. Auf diese Weise würde die smarte Brille wieder wie eine ganz normale Brille aussehen. 5G-Pilotprojekte für Startups

Claudia Nemat und Bruno Jacobfeuerborn beim Pre-5G-Start der Telekom

Claudia Nemat und Bruno Jacobfeuerborn beim Pre-5G-Start der Telekom
Bild: teltarif.de

Um die Entwicklung neuer Anwendungen für 5G weiter voranzutreiben, hat die Telekom die Low Latency Programme an ihren hub:raum-Standorten in Berlin und Krakau gestartet. Die Programme richten sich an innovative Entwickler, die Produkte und Services auf Edge-Computing-Basis sowie für die Leistungsfähigkeit des 5G-Netzwerks im frühen Stadium entwickeln wollen.

Die Telekom plant, den Einsatz von 5G für die Industrie zum Beispiel im Hamburger Hafen zu testen. Hier geht es darum, das Netz speziell auf die Bedürfnisse des Hafens zuzuschneiden. Verkehrsleitdaten, zuverlässige Steuerungen der Lichtsignalanlagen per Funk und Umweltmessungen sind erste Einsatzszenarien von 5G. Das ermöglicht dem Hafen eine konsequente Digitalisierung und macht ihn fit für die Zukunft. Rund 100 000 Sensoren sollen ins Hafen-Netz eingebunden werden. NB IoT läuft bereits im Netz der Telekom in Deutschland, wie Claudia Nemat mitteilte, weiter Länder in Europa würden in Kürze folgen. Wann geht es wirklich los? Der kommerzielle Start ist in Deutschland und Europa für 2020 vorgesehen, zunächst mit ausgewählten Industriekunden. Während der Olympischen Spiele in Korea im Jahre 2018 werden bereits erste marktfähige Komponenten erwartet.

Aber schon jetzt wird im Netz schwer gearbeitet. "Wir fassen derzeit alle Netzkomponenten an", erklärt Claudia Nemat, "das ist der größte Umbau in der Geschichte der Deutschen Telekom, wir bereiten das Netz mit Glasfaser-Technologie schon jetzt schon für 5G vor."

In einem großen Hintergrundbericht zum Pre-5G-Start in Berlin haben wir bereits aufgezeigt, wie 5G zukünftig in der Praxis eingesetzt werden und unser Leben verändern wird.

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