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30.01.2019 - 13:55
Dommermuth

1 &1 Drillisch-Chef will 5G-Netz gemeinsam aufbauen

Die Mitbieter lehnen das aber bisher ab

United-Internet-Gründer Ralph Dommer­muth will sich möglichst schnell mit den drei Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­riesen und der Bundes­netz­agentur an einen Tisch setzen, um den Ausbau eines deutsch­land­weiten 5G-Mobil­funk­netzes zu disku­tieren. Das berichtet das Handels­blatt. Zwar hätten sich die drei großen Netz­be­treiber „in letzter Zeit viel Mühe gegeben, uns als Neuein­steiger draußen zu halten“, so Dommer­muth im Inter­view mit dem Blatt. „Aber wenn sich nun der Pulver­dampf lichtet, werden alle Betei­ligten sicher fest­stellen, dass man die vor uns liegenden Heraus­for­de­rungen eines flächen­de­ckenden 5G-Netzes nur gemeinsam wird lösen können.“ Dommer­muth verspricht sich ein gutes Geschäft

United Internet  setzt auf National Roaming beim Start von 5G

United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will das 5G-Netz zusammen mit den Mitbewerbern aufbauen
picture alliance/Boris Roessler/dpa

Ende vergan­gener Woche hatte sein Unter­nehmen 1&1 Dril­lisch, eine Tochter von United Internet, ange­kün­digt, bei der für März geplanten Verstei­ge­rung der neuen 5G-Frequenzen doch noch mitbieten zu wollen. Er dürfe zwar keine Aussage darüber treffen, wie hoch er gegen Deut­sche Telekom, Voda­fone und Telefónica mitbieten wolle, aber „natür­lich werden wir nicht mit einem Messer zu einer Schie­ßerei gehen“, so Dommer­muth. 5G verspreche, ein gutes Geschäft zu werden. „Da wollen wir dabei sein, auch wenn heute noch niemand genau weiß, was alles auf unsere Branche zukommen wird.“

Dass der Akti­en­kurs von United Internet unter seinen Netz-Plänen leidet, nimmt er in Kauf: „Ich betreibe das Geschäft nun seit 31 Jahren und habe meinen Aktio­nären nie etwas anderes verspro­chen als gesunde Lang­fris­tig­keit“, so Dommer­muth. „Wir haben jetzt eine reelle Chance, große Entwick­lungen anzu­stoßen und die Zukunft unseres Unter­neh­mens aktiv zu gestalten.“ Am Ende werde sich das auch für die Aktio­näre auszahlen. Zusam­men­ar­beit für schnellen Ausbau Dabei setzt der Self­made-Milli­ardär aus Monta­baur auf Koope­ra­tion statt Konfron­ta­tion: „Die Regu­lie­rungs­be­din­gungen sehen ausdrück­lich vor, dass die Netz­be­treiber koor­di­niert bauen können. Es ergibt keinen Sinn, wenn wir nur auf wenige Dächer Antennen stellen, dann aber gleich vier.“ Es bringe mehr, sinn­gemäß auf jedes Dach eine Antenne zu stellen. „So können wir erstmal eine flächen­de­ckende 5G-Versor­gung für die Bevöl­ke­rung sicher­stellen“, erklärte Dommer­muth. Vorschlag stößt auf Ableh­nung Die drei anderen poten­ti­ellen 5G-Netz­be­treiber sind vom Vorschlag Dommer­muths nicht sonder­lich begeis­tert. Er zielt auf das lokale Roaming ab, das sie als eine Art betriebs­wirt­schaft­li­chen Klotz am Bein empfinden.

Doch hier ist das letzte Wort noch nicht gespro­chen. Im Zuge der Fest­set­zung der Verga­be­re­geln werden die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­nehmen von der Bundes­netz­agentur verpflichtet, über eine tech­ni­sche und vertrag­liche Koope­ra­tion mit ihren Wett­be­wer­bern zu verhan­deln. Der Beirat forderte die Behörde zudem auf, „ihre Möglich­keiten auszu­schöpfen, die Markt­teil­nehmer zu maxi­maler Koope­ra­tion zu bewegen, damit allen Endkunden möglichst durch­gän­gige Netze zugäng­lich sind“. Den drei etablierten Netz­be­treiber gefällt das gar nicht, sie wollen gegen diese Rege­lung sogar vor Gericht ziehen.

Nicht nur die vier großen, auch die lokalen Netz­be­treiber werden sich noch ein wenig gedulden müssen, bis sie wissen, wie die recht­li­chen Rahmen­be­din­gungen für sie genau aussehen werden. Auch hier ist noch einiges in der Schwebe. teltarif.de berich­tete.

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