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15.04.2018 - 10:03
Austausch im Netz

Online-Foren nach Facebook-Skandal wieder beliebter

In Foren meist mehr Tiefgang als auf Facebook

Ein Forum für Hardware-Fans und PC-Techniker

Ein Forum für Hardware-Fans und PC-Techniker
Bild: pc-techniker.org/forum / Screenshot: teltarif.de

Mal eben die Inspiration für den Wohnzimmertisch Marke Eigenbau holen, Mitläufer für den nächsten Stadtmarathon finden oder über Erziehungstipps für den Hundenachwuchs diskutieren - Online-Communitys gibt es zuhauf. Und viele sind nach wie vor aktiv.

Online-Communitys als Diskussions- und Infor­mations­medium haben eine lange Tradition und hatten ihre Blütezeit Mitte bis Ende der 1990er. Jeder mit einem PC und Internetanschluss konnte sich nach Registrierung in einem der zahlreichen Foren über beinahe jedes Thema austoben. Egal, ob Sport, Film, Fernsehen, Krankheiten - oder einfach nur, um Gleichgesinnte zu finden.

Und heute? Facebook ist der Platzhirsch bei den Mitgliederzahlen, doch die Foren-Szene lebt: "Online-Communities sind nach wie vor angesagt", sagt Prof. Herbert Woratschek von der Universität Bayreuth. "Jedoch sind die Qualität der Angebote und die Mitgliederzahlen stark themenabhängig." Zu den populärsten Community-Themen gehören Autos, Sport, Haustiere, Reisen und Kochen. Viele Foren nur schlecht mobil nutzbar Einer der Gründe für die Beliebtheit von Facebook ist, dass mit nur einer Registrierung und Anmeldung viele Themeninhalte gleichzeitig und bequem per PC, Smartphone zur Verfügung stehen. Bei klassischen Foren müssen Benutzer ihre E-Mail-Adresse und Kontaktdaten für jedes neue Forum oder jede Community angeben.

Doch es gibt auch technische Gründe für die teils schrumpfende Beliebtheit: "Viele Communitys verschlafen die technischen Fortschritte wie Mobilfähigkeit sowie inhaltliche Trends und verschwinden dadurch langsam, aber sicher von der Bildfläche", so Marketing-Experte Woratschek.

In Foren meist mehr Tiefgang als auf Facebook Gegenüber den Social-Media-Platzhirschen punkten die Communitys mit mehr Tiefgang und Themenrelevanz. Auch hier wird eifrig diskutiert und kommentiert. Je nischiger das Thema, desto eher geht es im Forum zur Sache: "Wir merken ganz klar, dass hochspezialisierte Special-Interest-Themenseiten nach wie vor äußerst populär sind", sagt Woratschek.

Beliebt sind etwa Sportforen. Communitys wie sportiversum.de und spove.net können Sportlern dabei helfen, Trainingspartner oder Mannschaften in der Nähe zu finden. Body-Building, Laufsport, Fahrradfahren, Fußball oder Klettern - die Liste der vertretenen Sportarten ist lang. Die Plattformen unterscheiden sich vom Funktionsumfang deutlich. Wer in größeren Städten wohnt, hat bessere Chancen, fündig zu werden.

Äußerst beliebt sind auch Autothemen. Wer sich für Autos und Motorsport interessiert, findet etliche Tuning-Portale, Oldtimer-Liebhaber-Foren oder Reparatur-Selbsthilfeseiten. Die Community motorscene.de etwa vereint viele Motorsport-Themen unter einem Dach. Autofans können hier Profile für ihre Autos anlegen, einen Terminkalender pflegen und sich in zahllosen Unterforen austoben. Über den internen Kleinanzeigenmarkt lassen sich Gebote, Gesuche oder Tauschgeschäfte einstellen. "Do it yourself" ist beliebt Auch Heimwerker und Bastler kommen in Communitys auf ihre Kosten. Individuelle Klamotten selber nähen, Möbel aus Europaletten zimmern oder den heimischen Balkon zum Gemüsebeet machen - alles gerade schwer angesagt. Wer bei YouTube DIY eingibt, bekommt mehr als 78 Millionen Ergebnisse gelistet. Doch auch abseits der populären Online-Videoplattform finden sich aktive Online-Foren. Zum Beispiel selbst.de, eine Seite für Hobby-Bastler.

"Unsere Community lebt, die Mitgliederzahlen wachsen, wenn auch die meisten Inhalte von wenigen Stammbesuchern generiert werden", erklärt Berno Delius vom Betreiber Bauer Xcel Media. Besonders beliebt im DIY-Bereich sind Möbel und Gartenprojekte. "Trotzdem spüren wir natürlich eine Abwanderung in Richtung Facebook, was aber auf Grund der regen Beteiligung im DIY-Forum nicht so ins Gewicht fällt."

Auch Haustierhalter finden im Netz abseits von Facebook & Co. Rat und Unterhaltung. Zum Beispiel auf der Seite zooclub.com, wo sie Profile für ihre Lieblinge anlegen können. Andere Nutzer können diese dann bewerten und kommentieren. Allerdings ist hier die Verschiebung zu Facebook sichtbar: Rund 100 000 Abonnenten hat die Seite von zooclub.com im Netzwerk, 13 000 tummeln sich direkt auf der Webseite.

Ob ein Forum noch aktiv ist, zeigt ein Blick auf die Themen- oder Beitragsliste. Sind die Datumsangaben hinter den Beiträgen größtenteils Wochen oder Monate alt, ist die Luft vermutlich raus.

Auch teltarif.de betreibt seit vielen Jahren ein Forum zu Telekommunikationsthemen, in dem Sie mit anderen Lesern über Fachthemen diskutieren können.

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dpa /

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