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14.05.2018 - 13:54
ARD-Vorstoß

ARD: Deutsche Super-Mediathek stößt auf breite Zustimmung

Gruner&Jahr und ProSiebenSat.1 loben Vorstoß

Der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, hat eine deutsche Super-Mediathek angeregt, an der sich neben privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern auch Verlage beteiligen können und stößt damit auf breite Zustimmung. Gegengewicht auch zu Facebook

Kommt die medienübergreifende Super-Mediathek?

Kommt die medienübergreifende Super-Mediathek?
Screenshot: Michael Fuhr/teltarif.de

Bisher haben noch nicht einmal ARD und ZDF eine gemeinsame Mediathek. Bei den Landesrundfunkanstalten der ARD gibt es außerdem jeweils eigene Mediatheken und weitere zum Beispiel für ebenfalls öffentlich-rechtliche Sender wie Arte und 3sat. Eine solche Super-Mediathek, wie der ARD-Vorsitzende sie ins Spiel gebracht hat, könnte auch ein Gegengewicht zu Facebook sein. Das soziale Netzwerk setzt auch auf journalistische Inhalte und nimmt Medien zunehmend Anteile am Werbemarkt ab.

Gruner&Jahr-Chefin Julia Jäkel findet die Idee einer solchen Super-Mediathek gut. "Ich kenne das bisher nur als etwas grobe Beschreibung", sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung des Hamburger Verlagshauses am Dienstagabend in Berlin. "Aber grundsätzlich habe ich mir angewöhnt, solche Ideen mit ganz viel Wohlwollen zu begrüßen", erklärte Jäkel. "Ich finde die Idee erst mal gut." ProSiebenSat.1-Chef: Weichen für die Zukunft stellen Auch der ProSiebenSat.1-Chef Conrad Albert kann der Idee eines Videoportals zusammen mit den Öffentlich-Rechtlichen viel abgewinnen. "Ulrich Wilhelm ist ein echter Vordenker. Ich begrüße die Idee", sagte Albert dem "Handelsblatt". "Wir brauchen deutsche und europäische Alternativen zu Netflix, Amazon Prime oder YouTube. Wir müssen mehr gemeinsam Hand in Hand machen, gerade auf der Inhaltsebene."

Albert hält mehr Kooperation gerade angesichts der Konkurrenz aus den USA für wichtig: "Wir machen uns nichts vor. Wenn es Google oder Amazon morgen einfällt, die deutsche Medienindustrie zusammenzukaufen, dann ist das dort ein Zucken hinter dem Komma", sagte er der Zeitung. "Wenn wir in Deutschland auch noch in Zukunft eine funktionierende Medienindustrie haben wollen, müssen wir jetzt die Weichen stellen."

Das Kartellamt sei in der Vergangenheit bei der Bewertung einer engeren Zusammenarbeit von Privatsendern mit ARD und ZDF über das Ziel hinausgeschossen, kritisierte Albert. "Wir brauchen ein stärkeres Verständnis für die realen Marktbedingungen und eine Anpassung des Medienkonzentrations- und Kartellrechts, um Gegengewichte im Markt zu ermöglichen." Es müsse denkbar sein, dass die großen Player auch im Bewegtbild stärker kooperieren.

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/ dpa

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