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21.11.2019 - 18:57
Raffiniert

Telekom plant Strategiewechsel im Kern-Netz

Telekom kauft verschiedene Komponenten direkt ein

Wie es aussieht, scheint die Deut­sche Telekom auf den Boykott der USA gegen­über dem Netz­werk­ausrüster Huawei mit einer eigenen Stra­tegie zu reagieren. Das berichtet die zur Verlags­gruppe Handels­blatt gehö­rende Wirt­schafts­woche.

Wie die Zeitung meldet, werden 95 Prozent aller Mobil­funk-Tech­nolo­gien in China "zusam­menge­lötet und zusam­menge­schraubt". Für die Telekom könnte ein „neuer Tech­nologie-Mix“ die Lösung sein. Dadurch könnte ein Bereich im Telekom-Netz entstehen, der von Baugruppen von Huawei voll­kommen unab­hängig ist. Im beson­ders sicher­heits­kriti­schen Kern­netz ("Core") laufen sämt­liche Teil­nehmer- und Verbin­dungs­daten aus Mobil­funk- und Inter­netan­schlüssen zusammen. Von 95 auf 0 in zwei Jahren?

Die Telekom überdenkt ihre Lieferantenstrategie für das Festnetz und den Mobilfunk neu

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Foto/Logo: Telekom, Montage: teltarif.de

"Binnen zwei Jahren soll der Anteil an asia­tischen Kompo­nenten null Prozent betragen“, zitiert die WiWo einen Telekom-Insider. Im glei­chen Zeit­raum wolle der Konzern auch einige US-Liefe­ranten ersetzen. Das sei Routine, alle drei bis fünf Jahre tausche der Konzern seine Tech­nolo­gien aus.

Mit der Heraus­nahme von Huawei aus dem Kern­netz folgt die Telekom offenbar dem Beispiel von Voda­fone, wo offenbar auch kriti­sche Kompo­nenten ausge­tauscht wurden. Telekom: Do it yourself Die Telekom hat heraus­gefunden, dass Huawei einen Teil der Kompo­nenten seiner Geräte ohnehin direkt in den USA einkauft. Wenn das aufgrund der Handels­strei­tigkeiten nicht mehr möglich wäre, hätten Huawei-Kunden wie die Telekom gewal­tige Probleme.

Die neue Idee: Telekom will diese Kompo­nenten künftig direkt bei den Original US-Liefe­ranten kaufen. Ein Beispiel: In der Internet-Fern­sehplatt­form MagentaTV wofür Huawei bislang viele Kompo­nenten liefert, wird für die Kunden­verwal­tung eine Daten­bank von Oracle (Made in USA) verwendet. Da Telekom künftig diese Daten­bank in den USA kauft und dann selbst in das eigene System einbaut, werden damit keine Embargo-Regeln verletzt. Ganz ohne Huawei geht es nicht Ganz weg von Huawei wird die Telekom wohl nicht kommen, stellt die Zeitung fest, denn das Unter­nehmen ist bisher einer der wich­tigste Tech­nolo­giepartner beim Bau von Glas­faser- und Mobil­funk­netzen. Die Telekom entwi­ckelte gemeinsam mit Huawei den Hybrid-Router "Speed­port Hybrid", der nach einem proprie­tären Verfahren LTE-Mobil­funk­netz und den (lang­samen) Fest­netz-DSL-Anschluss kombi­niert. Inzwi­schen gibt es den "Speed­port Pro", der von Sagemcom (Frank­reich) gelie­fert wird und die gleiche Hybrid-Technik beherrscht. Raffi­nierter Schwenk Durch diesen internen Stra­tegie­wechsel komme die Telekom dem wach­senden Unbe­hagen in der deut­schen und euro­päischen Politik gegen­über Huawei zuvor. Noch hat die Bundes­regie­rung sich nicht abschlie­ßend entschieden, wie sie vorgehen will. Die neue Stra­tegie der Telekom, sich teil­weise von Huawei zu trennen und weitere Liefe­ranten mit ins Boot zu holen, könnte ein gang­barer Kompro­miss sein, mit dem alle Betei­ligten am Ende leben könnten.

Huaweis aktu­elles Spitzen-Phablet Mate 30 Pro startet in Europa. Details lesen Sie in einer weiteren News.

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