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30.05.2019 - 16:53
Zubehör

Dongles für DVB-T2 HD: Mehr Frust als Lust bei Nutzern

Schwache Prozessoren und schlechte Netzdichte

Digital-terres­trischer Fern­sehemp­fang über DVB-T2 HD ist in keinem einzigen Smart­phone oder Tablet inte­griert. Die Gerä­tein­dustrie hat zu diesem Zweck Dongles als Zubehör auf den Markt gebracht. Beispiele sind der Edison EDI-COMBO T2/C oder der LogiLink VG0026. Die Klein­empfänger, die nur knapp 30 Euro im Online-Handel kosten, können an die MicroUSB-Buchse des Smart­phones oder Tablets ange­schlossen werden und ermög­lichen per App und über die heraus­zieh­bare Tele­skop-Antenne digital-terres­trischen TV-Empfang. So verspre­chen es zumin­dest die Hersteller. Ruckel­bilder bei leis­tungs­schwa­chen Prozes­soren

Frust mit DVB-T2-HD-Dongles

Frust mit DVB-T2-HD-Dongles
Foto: Logilink

Die Bewer­tungen der Geräte sind jedoch vorwie­gend schlecht. Das liegt aller­dings oft nicht an den Dongles selbst, sondern meis­tens an den zu schwa­chen Prozes­soren der Smart­phones oder Tablets. Die Full-HD-Bilder benö­tigen eine starke Rechen­leis­tung und eine schnelle CPU-Taktung. Tests haben ergeben, dass mindes­tens 2,6 MHz nötig sind, um ruck­elfreie Bilder und eine Synchro­nizität von Bildern und Tönen zu errei­chen. Dabei dürfen aber keine weiteren Anwen­dungen im Hinter­grund laufen.

Vor allem in Sende­gebieten, wo das digital-terres­trische Fern­sehen von DVB-T auf DVB-T2 HD umge­stellt wurde, mehren sich nun die Beschwerden über den TV-Empfang mit den Dongles. Die Rede ist von Bildru­ckeln oder "Zeit­lupe". "Das Bild hinkt dem Ton nun um mehr als 10 Sekunden hinterher", schreibt ein Nutzer bei der Bewer­tung eines Dongles bei Amazon. "Als noch in DVB-T gesendet wurde, lief es tadellos". Schlechter Empfang Viele Beschwerden gibt es auch über schlechten Empfang. Das ist aller­dings eben­falls in der Regel kein Problem der Dongle-Hersteller, sondern liegt an der geringen Sender­dichte. Viele Regionen in Deutsch­land werden nur über einen Grund­netz­sender mit DVB-T2 HD versorgt, oft ist eine Dach­antenne zum Empfang erfor­derlich. In einigen Regionen gibt es gar keine terres­trische Fern­sehver­sorgung mehr.

Hinzu kommt, dass mit den Dongles nur die Free-to-Air-Programme, vorrangig die öffent­lich-recht­lichen Sender, empfangbar sind. Die verschlüs­selten Privat­sender von RTL oder ProSiebenSat.1 können die Dongles nicht deko­dieren.

Wer sich ein Dongle für DVB-T2 HD anschaffen will, bei dem sollten also folgende Krite­rien erfüllt sein: Ein starkes Anten­nensi­gnal, das heißt direkte Sicht zum Sender sowie ein Smart­phone/Tablet mit USB-OTG-Unter­stüt­zung und einer hohen CPU-Takt­frequenz (mindes­tens 2,6 MHz, besser höher). Wird mit 5G Broad­cast alles besser? DVB-T2 HD gilt allge­mein nur als Über­gangs­tech­nologie. Sollte sich die vor allem für den mobilen Empfang opti­mierte Rund­funk-Tech­nologie 5G Broad­cast durch­setzen, planen die Rund­funk­veran­stalter eine andere Netz­struktur: Dann sollen Hoch­leis­tungs­sender (High-Tower-High-Power) die Grund­versor­gung über­nehmen und durch Klein­sender (Low-Tower-Low-Power), etwa den Stand­orten von Mobil­funk-Basis­stationen, in Städten oder schlecht erreich­baren Regionen ergänzt werden.

5G Broad­cast wird derzeit in Ober­bayern erst­mals in Deutsch­land erprobt, bisher sind jedoch Geschäfts­modelle und Zugangs­modelle noch völlig offen.

Laut einem Medi­enbe­rater ist 5G Broad­cast keine Alter­native fürs Radio. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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