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12.06.2007 - 20:02
mobilisiert

Österreich: Mobilfunk (fast) zu deutschen Festnetzpreisen

Vom Handy für 3,9 Cent in alle Netze, mobiles Internet boomt

Dr. Hannes Ametsreiter, Vorstand für Marketing und Vertrieb bei der Telekom Austria, stellte heute auf der Euroforum-Konferenz und Handelsblatt-Jahrestagung Telekommarkt Europa die Mobilfunkentwicklung in unserem Nachbarland Österreich vor, wobei er auch auf Entwicklungen im Gesamtland einging und nicht nur Zahlen aus seinem Unternehmen vortrug.

So werden in Österreich inzwischen 67 Prozent aller Gesprächsminuten mobil abgewickelt. Möglich wurde diese Entwicklung durch einen gnadenlosen Preiskampf: So bietet die Discountmarke bob der Telekom Austria Gespräche in alle Netze bereits für 3,9 Cent pro Minute an. Auch SMS kosten nur 3,9 Cent. Allerdings wird zusätzlich noch eine Grundgebühr von 3,9 Euro monatlich berechnet. Alternativ werden auch 4,9 Cent in alle Netze mit 4,90 Euro Mindestumsatz oder 7 Cent in alle Netze ohne monatliche Verpflichtungen angeboten. Auch die Tarife mit Grundgebühr bzw. Mindestumsatz sind monatlich kündbar.

Der Preis von topbob mit 3,9 Cent liegt deutlich unter den Interconnect-Entgelten. Dr. Ametsreiter bezeichnete die dazugehörige Mischkalkulation folglich auch als "Tanz auf dünnem Eis". Dennoch wagte er eine ambitionierte Prognose auch für unser Land: "Sie werden den Preis in den nächsten zwei Jahren auch in Deutschland sehen" Breitband wird mobil Doch nicht nur beim Telefonieren treiben die günstigen Preise die Kunden zum Handy, auch beim Breitband-Internetzugang gilt inzwischen in Österreich "Mobilfunk schlägt Festnetz". Einer angezeigten Grafik zufolge blieb die Zahl der in Österreich geschalteten DSL-Anschlüsse in den letzten Quartalen praktisch unverändert, während die Zahl der Kabelinternetzugänge sogar rückläufig war. Gleichzeitig wuchs die Zahl der mobilen Internetzugänge bzw. Datenkarten exponentiell mit jährlicher Verdoppelung an. Schon sehr bald erwartet Dr. Ametsreiter, dass das mobile Internet das Kabelinternet überholt hat. Ebenso wenig schließt er aus, dass langfristig auch DSL überholt wird.

Einem Wortbeitrag eines Konferenzteilnehmers zufolge werden in Österreich derzeit doppelt so viele Datenkarten wie DSL-Modems verkauft. Da DSL derzeit noch die deutlich größere installierte Kundenbasis hat, dürfte auch noch ein höherer Teil der verkauften DSL-Modems als Ersatzbeschaffung eingesetzt werden als bei den Datenkarten. Auch dieser Wortbeitrag zeigt damit sehr deutlich, wo in unserem Nachbarland das Breitbandwachstum stattfindet.

Den Angaben zufolge sind es sowohl private als auch geschäftliche Internetnutzer, die die mobilen Internetzugänge nutzen. Entscheidend ist auch hier der Preis: Zeitweilig bot dem Vortrag zufolge Hutchison mobile Internetzugänge sogar unter Festnetz-Preisniveau an. Ein anderes Beispiel ist HUI von One, die nicht nur mit günstigen Preisen, sondern auch mit Preissicherheit um Kunden buhlen: Überträgt man mehr Daten, als im Kontingent enthalten, zahlt man keine teuren Aufpreise. Stattdessen wird beim HUI-Zugang nach Überschreitung des Limits die maximalen Datenrate stark gedrosselt. Gegen einen überschaubaren Geldbetrag - 5 Euro - kann das Kontingent verdoppelt werden. Eine solche Nachbuchung ist bis zu fünfmal möglich, was dann dem sechsfachen Kontingent entspricht. Auf jeden Fall bleiben die Kosten für den Verbraucher überschaubar. Andere Anbieter berechnen zwar auch Aufpreis für Volumenüberschreitungen, jedoch in der Regel deutlich weniger als hierzulande üblich.

Aufgrund der bezahlbaren Konditionen nehmen die Kunden die Angebote an, und bringen den Netzbetreibern stark steigende Umsätze. So erlöste die Telekom Austria im letzten Quartal bereits 27 Prozent ihrer Umsätze mit mobilen Datendiensten - deutlich mehr, als hierzulande üblich. Weitere Berichte von der 13. Handelsblatt Jahrestagung:

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