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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 20.07.18
06.01.2018 - 11:32
Insel-Drossel

Ausprobiert: Daten-Roaming bei o2 UK oft unbrauchbar

Telefónica drosselt Performance für Roaming-Kunden

Daten-Roaming bei o2 UK getestet

Daten-Roaming bei o2 UK getestet
Fotos: md3d - fotolia.com/teltarif.de, Logo: o2, Montage: teltarif.de

International Roaming ist für Mobilfunkkunden heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Innerhalb der Europäischen Union sieht die Regulierung sogar die Möglichkeit vor, den heimischen Tarif nahe ohne zusätzliche Kosten zu verwenden. Dabei haben die Mobilfunk-Netzbetreiber allerdings keinen Einfluss darauf, welche Leistungen der Roaming-Partner im Reiseland tatsächlich anbietet.

So erreichten uns Leserhinweise, nach denen Telefónica in Großbritannien die Performance des mobilen Internet-Zugangs für Roaming-Kunden seit einiger Zeit deutlich begrenzt. Das bestätigte auch die Kundenbetreuung des Discounters Aldi Talk in einer E-Mail, die der teltarif.de-Redaktion vorliegt. Trotz gutem Empfang kaum Datendurchsatz

Der Leser berichtet, während einer Silvesterreise im Großraum London zum Teil faktisch überhaupt keinen Datendurchsatz gehabt zu haben. Der gleiche Effekt sei parallel auch bei anderen Kunden aufgetreten, die mit einer SIM-Karte aus dem deutschen Telefónica-Netz bei o2 UK geroamt haben. Selbst bei sehr gutem UMTS- oder LTE-Empfang seien teilweise keine Daten geflossen.

Wir haben im Rahmen der Reise zur Consumer Electronics Show (CES) die Performance des mobilen Internet-Zugangs im britischen o2-Netz getestet. Dabei hatten wir eine SIM-Karte von Drillisch zur Verfügung, die in einem Huawei Mate 9 betrieben wurde. Parallel haben wir den Test mit einer Original-o2-SIM im Samsung GalaxyTab S3 LTE durchgeführt.

Auffällig war, dass Smartphone und Tablet trotz LTE-Verfügbarkeit oft automatisch ins UMTS-Netz umgebucht wurden. Dieser Effekt ist seit einigen Monaten auch im deutschen Telefónica-Netz zu beobachten. Dass der Internet-Zugang überhaupt nicht nutzbar ist, hat sich im Test nicht bestätigt. Dennoch waren die Übertragungsgeschwindigkeiten auffällig schlecht. Das galt insbesondere dann, wenn Smartphone oder Tablet im LTE-Netz eingebucht waren. Weniger als 1 MBit/s über LTE

Schlechte Downstream-Werte im LTE-Netz

Schlechte Downstream-Werte im LTE-Netz
Foto: teltarif.de

So hatten wir im Downstream stets weniger als 1 MBit/s zur Verfügung, während wir im Upstream immerhin mehr als 8 MBit/s erreicht haben. Auch die Ansprechzeiten waren mit rund 80 ms eher schlecht. Einzelfall einer überlasteten Funkzelle? Keineswegs, denn auch nach einem Terminalwechsel sah das Ergebnis ähnlich aus.

Besser waren die Erfahrungen im UMTS-Netz, wo wir immerhin mit mehr als 4 MBit/s im Downstream gesurft haben. Hier war der Upstream mit nur rund 1 MBit/s weniger überzeugend, während die Ansprechzeiten mit rund 75 ms sogar etwas besser als im 4G-Netz waren. Kunden, die an einem schnelleren mobilen Internet-Zugang interessiert sind, sollten versuchen, sich manuell in eines der anderen britischen Mobilfunknetze einzubuchen und die Performance testen. Allerdings klappt das nicht mit jeder SIM-Karte und in jedem Endgerät. Ähnlich wie Telefónica nach der Einführung des National Roaming in Deutschland die manuelle Netzwahl unterbunden hat, schlug der Versuch, manuell ein anderes britisches Netz zu wählen, in unserem Test ebenfalls fehl. Leserberichten zufolge klappt die händische Auswahl des gewünschten Roaming-Netzes aber zumindest teilweise.

Die Zeiten, in denen das EU-Roaming in Großbritannien gilt, sind dank Brexit ohnehin begrenzt. In einer weiteren Meldung haben wir bereits darüber berichtet, wie teuer das Roaming für deutsche o2-Kunden in Großbritannien künftig werden soll.

Mittlerweile hat sich auch Telefónica dazu geäußert. In einer aktuellen News lesen Sie die Stellungnahmen vom deutschen und britischen Netzbetreiber.

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