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05.04.2019 - 18:46
Hintergrund

Südkorea: Diese Reichweite hat das 5G-Netz für Privatkunden

5G-Ära für alle hat in Südkorea begonnen

Die südko­rea­ni­schen Mobil­funk­be­treiber sind dem Marke­ting­coup von Verizon noch einmal zuvor­ge­kommen. Heim­lich hatte der US-Provider die Frei­schal­tung des 5G-Ultrab­reit­bands für die super­schnelle Daten­über­tra­gung eine Woche vorge­zogen, um für sich den Titel des welt­weit ersten Betrei­bers eines kommer­zi­ellen 5G-Netzes zu bean­spru­chen. Doch Südko­reas Regie­rung bekam Wind davon, und die drei Unter­nehmen KT, SK Telecom und LG Uplus einigten sich darauf, die eigenen 5G-Dienste zwei Tage früher als geplant zu akti­vieren. Sie schal­teten noch am späten Mitt­woch­abend um 23 Uhr ihre Netze frei.

Der Titel der ersten Nation mit landes­weiter Versor­gung mit der neuen Daten­funk­technik ist Südkorea sicher. Viel lag den Südko­rea­nern auch daran, beim Start des Massen­markts die Nase vorn zu haben. Etwa eine Stunde soll der Vorsprung vor Verizon betragen haben, hieß es aus Indus­trie­kreisen.

War die 5G-Nutzung aber zunächst auf einige ausge­wählte User beschränkt, erfolgte heute der eigent­liche Start­schuss von 5G für die breite Masse. Voraus­set­zung dafür war die Einfüh­rung des ersten 5G-taug­li­chen Smart­phones. Das Galaxy S10 5G ist das welt­weit erste verfüg­bare Smart­phone mit einge­bautem 5G-Mobil­funk­chip. "Wir stehen am Beginn einer neuen Ära, in der unglaub­liche Geschwin­dig­keit und Konnek­ti­vität durch 5G Realität wird", sagte der Chef der Abtei­lung IT und mobile Kommu­ni­ka­tion bei Samsung Elec­tro­nics, Koh Dong Jin.

Seoul: Eine der ersten Städte weltweit mit einem 5G-Netz für private Kunden

Seoul: Eine der ersten Städte weltweit mit einem 5G-Netz für private Kunden
Bild: dpa

Südkorea: 5G gleich für private Verbrau­cher Die Anwender erwarten von 5G vor allem ein besseres und stabi­leres Netz. Ihnen wird eine deut­lich schnel­lere Daten­über­tra­gung verspro­chen. Doch die Kapa­zi­täten von 5G werden anfangs bei weitem nicht ausge­schöpft. Der Netz­be­treiber SK Telecom, der bis zum Jahres­ende etwa eine Million Kunden für das neue Netz erwartet, setzt auf eine Bünde­lung von 4G und 5G.

Die Verän­de­rungen durch 5G werden in Südkorea - anders als hier­zu­lande, wo 5G zunächst der Indus­trie vorbe­halten sein dürfte - zunächst bei den Verbrau­chern ankommen. Das gilt für den Unter­hal­tungs­be­reich, einschließ­lich AR- (erwei­terte Realität), VR- (virtu­elle Realität) und Cloud-Spielen und beson­ders dort, wo viele Menschen zusam­men­kommen und sie gleich­zeitig online sein wollen. So eignet sich 5G zum Beispiel ideal dafür, auf einem Open-Air-Konzert oder bei einem Fußball­spiel im Stadion alle Besu­cher mit einer guten Verbin­dung zu versorgen.

Im Holgramm-Theater von KT in Seoul bekommen die Besu­cher etwa einen Vorge­schmack davon, wie das Konzert­er­lebnis der Zukunft aussehen könnte. Schon jetzt gibt es dort vorpro­du­zierte 3D-Konzerte von K-Pop-Gruppen zu sehen. Doch durch 5G lassen sich Konzerte in Echt­zeit auch außer­halb des Live-Veran­stal­tungs­orts in 3D miter­leben. Das Konzert einer K-Popgruppe wird beispiels­weise in einem Studio aufge­nommen und dank 5G in Echt­zeit auf einer Lein­wand bei K-Live und in anderen Thea­tern gezeigt, erläu­tert der Manager in der Abtei­lung für immer­sive Medien, Shin Jong Hyun. Probleme berei­teten jedoch noch die Verhand­lungen über die hohen Produk­ti­ons­kosten. In 85 Städten ist 5G verfügbar Der Start von 5G ist für das High­tech-Land Südkorea nicht nur ein Pres­ti­ge­er­folg, weil es damit seine Vorrei­ter­rolle in der Tele­kom­mu­ni­ka­tion unter­streicht. Es geht auch um Stan­dards und viel Geld: Mit der welt­weit ersten 5G-Kommer­zia­li­sie­rung hoffe Südkorea "einen globalen Stan­dard zu schaffen", sagte Wissen­schafts- und ICT-Minister You Young Min. 5G bietet etwa die nötigen Hoch­ge­schwin­dig­keits­netze für den nächsten Schritt der Auto­ma­ti­sie­rung von Fabriken, das auto­nome Fahren und die künst­liche Intel­li­genz. Für die Indus­trie 4.0 ist 5G unab­dingbar.

Die südko­rea­ni­schen Netz­be­treiber hatten bereits im vergan­genen Jahr für zusammen 3,6 Billionen Won (2,8 Milli­arden Euro) die 5G-Frequenzen in 28 Blöcken für das 3,5-Giga­hertz-Band und in 24 Blöcken für das 28-Giga­hertz-Band erstei­gert. Bei der noch laufenden 5G-Auktion in Deutsch­land geht es um 41 Frequenz­blöcke, die mit 2 sowie 3,4 bis 3,7 Giga­hertz in vergleichs­weise hohen Berei­chen liegen. Nach den Gesetzen der Physik haben diese hohen Frequenzen jedoch keine großen Reich­weiten.

Die Reich­weite beim 3,5-Giga­hertz-Band liege in einem Gebäude bei 200 Metern, ohne Hinder­nisse könne sie ein bis zwei Kilo­meter errei­chen, heißt es bei SK Telecom. SK und KT bauten eigenen Angaben zufolge bisher mehr als 30 000 zusätz­liche Funk­masten auf. In 85 Städten, in Bahn­höfen, auf Univer­si­täts­ge­länden und in Fabriken ist 5G jetzt verfügbar.

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dpa /

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