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18.03.2019 - 13:51
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5G-Versteigerung in Mainz: 41 Frequenzblöcke stehen bereit

Auktion wird sich wohl hinziehen

Morgen um 10 Uhr wird der Präsi­dent der Bundes­netz­agentur, Jochen Homann, in Mainz die „Frequenz­auk­tion 2019“, die umgangs­sprach­lich und nicht ganz korrekt als „5G-Auktion“ bezeichnet wird, feier­lich eröffnen.

Heute stellte er vor Pres­se­ver­tre­tern in Mainz Details zur Auktion vor. Homann konnte sich die Bemer­kung nicht verkneifen, dass das Essen in der Kantine von glei­cher Qualität „wie bei der letzten Verstei­ge­rung“ sei. Völlig uner­wartet

Von links: Der Chefregulierer Dr. Rüdiger Hahn, BNetzA-Präsident Jochen Homann und Pressesprecher Fiete Wulff heute in Mainz.

Von links: Der Chefregulierer Dr. Rüdiger Hahn, BNetzA-Präsident Jochen Homann und Pressesprecher Fiete Wulff heute in Mainz.
Foto: Henning Gajek / Teltarif.de

„Völlig uner­wartet“ sei am Freitag die freu­dige Nach­richt gekommen, „dass wir die Verstei­ge­rung morgen beginnen können“ freut sich ein gut gelaunter Präsi­dent. "Die Verstei­ge­rung enthält „Frequenzen mit bestimmten Eigen­schaften. Nicht sehr weit­rei­chend, kurze Latenz­zeit, hohe Daten­rate, geeignet für bestimmte Verwen­dung. Die Bundes­netz­agentur leiste dafür einen Beitrag für die Indus­trie 4.0, das Internet der Dinge und die Auto­ma­ti­sie­rung."

Homann stellte klar, dass die aktu­elle „Flächen­ver­sor­gung nicht so ist, wie wir uns das wünschen würden“. Die Bundes-, Landes-, Kreis- oder Staats­straßen, die Schienen- oder Wasser­wege müssten gestaf­felt bis 2022 bzw. 2024 versorgt werden. Großes Inter­esse erwartet Homann hat den Mobile World Congress (MWC) in Barce­lona besucht und „enormes Inter­esse daran, die Frequenzen schnell auf den Markt zu bringen“, verspürt. Überall sei er darauf hinge­wiesen worden, wie wichtig diese Frequenzen sind. Für die Wirt­schaft solle es möglichst schnell gehen, das Inter­esse ist riesig.

Die oft kriti­sierten „Fehler der Vergan­gen­heit“, hätten sich die Unter­nehmen selbst zuzu­schreiben. Das Design der Auktion hätte das nicht notwendig gemacht.

Ob vier Bieter mehr Geld einbringen werden? Das wisse er nicht. Es gebe die Angst, dass Preise hoch­ge­trieben würden. Hohe Ange­bote seien auch denkbar, um neue Anbieter abzu­schre­cken. Aber Unter­nehmen würden nicht mehr bieten, als sie ihnen wert sind.

Wie wird sich Dril­lisch verhalten, wo und wie schnell werden sie ausbauen, das wisse er nicht. Die Modell­re­gionen für den besseren Netz­ausbau bestimme der Bundes­mi­nister für Infra­struktur und Verkehr und der Bundes­wirt­schafts­mi­nister. Die Bundes­netz­agentur stelle nur Frequenzen zur Verfü­gung. Komplexes Bieten für 41 Frequenz­blöcke

Noch ist es ruhig in den Räumen der Bundesnetzagentur. Morgen startet die Frequenzauktion 2019.

Noch ist es ruhig in den Räumen der Bundesnetzagentur. Morgen startet die Frequenzauktion 2019.
Foto: Henning Gajek / Teltarif.de

Vor der Verstei­ge­rung musste jedes der vier Unter­nehmen "maxi­male Biet­rechte" bean­tragen. Wie viele das sind und welche maxi­male Biet­höhe bean­tragt wurde, ist streng vertrau­lich. Jeder Bieter kann seine Biet­rechte nur in diesem Umfang nutzen. Falls Biet­rechte nicht genutzt werden, verrin­gern sich diese. Ein Bieter kann in „Akti­vi­täts­phase 1“ 65 Prozent seiner Biet­rechte einsetzen. Das steigt in „Phase 2“ auf 80 Prozent und in der dritten Phase 100 Prozent der Biet­rechte.

Die Biet­rechte wurden in 42 Lot-Ratings für 41 Frequenz­blöcke aufge­teilt. Davon sind 12 (gepaart) im Bereich 1900-2100 MHz zu finden und 29 (unge­paart) im Bereich 3400-3700 MHz.

Zunächst wird abstrakt gestei­gert. Ein Unter­nehmen muss sagen, wieviele Frequenz­blöcke es haben möchte und auf diese einzelnen Blöcke konkret bieten. Abge­ge­bene Gebote sind im Internet auf den Seiten der Bundes­netz­agentur live sichtbar.

Ist die Auktion beendet, werden die erstei­gerten Frequenz­blöcke zu zusam­men­hän­genden Frequenz­be­rei­chen verbunden und konkret an die einzelnen Unter­nehmen zuge­teilt. Nicht auf Erlös­ma­xi­mie­rung ausge­legt Homann betonte, dass die Höhe der Erlöse nicht auf Maxi­mie­rung ausge­legt sei. Bei der Planung der Auktion war die Teil­neh­mer­zahl noch offen. Zuge­lassen wurden 1&1 Dril­lisch, die Deut­sche Telekom, Telefónica Germany (o2) und Voda­fone Deutsch­land.

Im Zuge der Klagen hatten Unter­nehmen zum Thema „natio­nales Roaming“ oder zur „Diens­te­an­bie­ter­ver­pflich­tung“ Beschwerde geführt. Homann stellt erneut klar, dass es für eine Diens­te­an­bie­ter­ver­pflich­tung im Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setz (TKG) keine Vorgaben gibt. Deswegen habe seine Behörde ein „Gebot“ erlassen. „Unter­nehmen müssen mit Dritten diskri­mi­nie­rungs­frei verhan­deln, die Bundes­netz­agentur könne notfalls als Schieds­richter fungieren. Hat das spätere Urteil des VG-Köln noch Bedeu­tung? Vor dem Verwal­tungs­ge­richt in Köln ist das Haupt­sa­che­ver­fahren noch anhängig. Der Frage von teltarif.de, ob die Auktion neu aufge­zogen werden müsste, falls das Gericht doch Kritik­punkte akzep­tieren würde, wich Homann aus. „Wir haben da jede Menge Opti­mismus“. Die Begrün­dungen im Eilver­fahren enthielten aber jetzt schon deut­liche Hinweise, dass vieles keinen Bestand habe.

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