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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 15.10.19
24.01.2019 - 00:00
Betreiber-Optionen

Endlos streamen: Zero-Rating-Optionen im Vergleich

UMTS-Drossel vs. Dienst- und App-basiertes Streaming

Mobiles Highspeed-Datenvolumen ist hierzulande nach wie vor ein kostbares Gut. Alle drei deutschen Netzbetreiber haben jedoch Lösungen ausgeklügelt, welche die Internetnutzung unterwegs angenehmer gestalten. Telefónica Germany machte es 2016 vor und präsentierte seine Tarife o2 Free mit der großzügigen 1-MBit/s-Drosselung. Die Deutsche Telekom und Vodafone konterten im darauffolgenden Jahr mit den Zero-Rating-basierten Streaming-Optionen StreamOn beziehungsweise Vodafone Pass. Jedes dieser Mobilfunkprodukte hat Vor- und Nachteile und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen. Wir vergleichen o2 Free, Telekom StreamOn und Vodafone Pass. Des Mobilfunks ärgster Feind: die Datendrosselung

o2 Free, Telekom StreamOn und Vodafone Pass im Vergleich

o2 Free, Telekom StreamOn und Vodafone Pass im Vergleich
Grafik/Logos: Telefónica, Deutsche Telekom, Vodafone / Montage: teltarif.de

Hierzulande wurden die Teilnehmer noch vor kurzem nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens auf eine unfreiwillige Zeitreise geschickt. Es ging zurück an den Anfang des vergangenen Jahrzehnts, wo GPRS noch das Maß aller Dinge war. Der General Packet Radio Service (allgemeiner paketorientierter Funkdienst) brachte es damals auf maximal 64 kBit/s, was etwa für WAP-Dienste ausreichte. Heutzutage möchte man als Mobilfunknutzer jedoch vollwertige Internetseiten mobil konsumieren oder qualitatives Video- und Audio-Streaming vollziehen. Vor allem Anwender, die viel unterwegs sind, stoßen je nach Tarif früher oder später an die Grenze des LTE-Kontingents. Wer mehr Komfort im Netz möchte und nicht bereit ist, rund 60 bis 80 Euro für einen Unlimited-Tarif wie o2 Free Unlimited, MagentaMobil XL (Telekom) oder Red XL Unlimited (Vodafone) zu zahlen, sollte sich die Streaming-Optionen beziehungsweise Zusatzleistungen der Netzbetreiber genauer ansehen. o2 Free – bis zu 31-fache Geschwindigkeit bei der Drosselung

Auch mit 1 MBit/s lässt es sich noch ordentlich streamen

Auch mit 1 MBit/s lässt es sich noch ordentlich streamen
Andre Reinhardt

Eine reguläre Reduzierung der Mobilfunk-Bandbreite nach dem Higspeed-Limit kann je nach Tarif und Netzbetreiber auf bis zu 32 kBit/s erfolgen. Bei den o2-Free-Tarifen surfen Teilnehmer in dieser Situation hingegen 31 Mal so schnell, nämlich mit maximal 1 MBit/s im UMTS-Netz. Prinzipiell reicht eine solche Geschwindigkeit aus, um selbst die meisten YouTube-Filme oder Netflix-Inhalte in HD-Qualität zu konsumieren. Erst bei Videos mit hoher Bitrate und 4K-Streaming kommt es zu Problemen. Mit der gängigen Drosselung der Wettbewerber lässt es sich ohne entsprechend gebuchter Option mit angezogener Internet-Handbremse nur noch in Schneckentempo weiter surfen, Multimedia-Inhalte sind schließlich völlig unbenutzbar. Ein paar Einschränkungen sollten jedoch bei o2 Free beachtet werden. So heißt es im Kleingedruckten, dass sich im Falle einer Netzüberlastung in Ausnahmefällen die Geschwindigkeit auch vor dem Aufbrauchen des LTE-Volumens reduziert. Und nach Verbrauch des LTE-Kontingent kann nur noch das UMTS-Netz genutzt werden. Außerdem geht es bei Multicards nach dem Kontingent auf 32 kBit/s hinunter. Telekom StreamOn: Komfort-Streaming mit Stolpferfallen

Der Traffic bei StreamOn ist App-unabhängig

Der Traffic bei StreamOn ist App-unabhängig
Deutsche Telekom

Der Ansatz von Telekom StreamOn unterscheidet sich grundlegend von o2 Free. Es gibt vier Kategorien: Music, Video, Music&Video Max und Gaming, in denen Dienste teilnehmender Partner als Zero-Rating behandelt werden. Das heißt, für die Nutzung eines solchen Services berechnet der Netzbetreiber kein Highspeed-Datenvolumen. StreamOn Music lässt sich von Usern mit MagentaMobil M, Family Card M und MagentaMobil Young S kostenlos dazu buchen. Soll es die Option Music&Video sein, bedarf es eines Tarifs der Gattung MagentaMobil L, Family Card L, Magenta Mobil M Young und L Young. StreamOn Music&Video Max setzt MagentaEINS ab MagentaMobil M sowie MagentaMobil M Young voraus. Die Gaming-Option ist schließlich ab MagentaMobil S Young gratis, beziehungsweise ab MagentaMobil S und Family Card S für 2,95 Euro monatlich buchbar. Achtung: Werbung während des Streamings und die Nutzung im Ausland werden angerechnet und nach anderweitigem Aufbrauchen des Highspeed-Puffers wird auf 64 kBit/s gedrosselt. Vodafone Pass – attraktives App-basiertes Zero-Rating-Produkt

Vodafone Pass kooperiert mit vielen Streaming-Apps

Vodafone Pass kooperiert mit vielen Streaming-Apps
Andre Reinhardt

Rund ein Jahr nach o2 Free und etwa fünf Monate nach StreamOn stellte Vodafone im Oktober 2017 seinen Pass vor. Genauso wie bei StreamOn ist es bei der Offerte des Düsseldorfer Konzerns nicht egal, ob der Internetverkehr des kooperierenden Partners über eine Webseite oder eine App stattfindet. Für die Nutzung von beiden Optionen ist eine App des jeweiligen Dienstes Pflicht. Hingegen hält Vodafone Netzbetreiber die Zügel bei den vorausgesetzten Tarifen nicht so straff wie die Telekom. Bei jedem Red-Vertragstarif kann ein Pass der Kategorien Chat, Social oder Music kostenlos ausgewählt werden. Soll es der Video-Pass sein, muss jedoch mindestens Red M oder Young M vorhanden sein. Selbstredend gibt es aber auch bei Vodafones Ansatz ein paar Auflagen. Sprach- und Video-Telefonie wird genauso wenig wie das Öffnen externer Links und Werbung abgedeckt. Außerdem gibt es manche App-bezogene Einschränkungen. Wer etwa Amazon Music in der Version 4.1 oder älter nutzt, bekommt Highspeed-Kontingent abgezogen. Übersicht: Streaming-Optionen bei den Netzbetreibern

Anbieter Option Grund-
gebühr
Tarife Daten-Flat für 1)
Telekom
StreamOn
Gaming 2,95 Magenta
Mobil:

  • S
  • M
  • L

Family
Card:

  • S
  • M
  • L
29 Gaming-Dienste, z.B. Asphalt 9, Fortnite, Sims
0,00 Magenta
Mobil:

  • XL
  • S Young
  • M Young
  • L Young
Music 0,00 Magenta
Mobil:

  • M
  • S Young

Family
Card:

  • M
227 Musik- und Audio-Streaming Dienste, z.B. Apple Music, Amazon Music, Deezer, Spotify, div. Radio-Sender
Music &
Video
0,00 Magenta
Mobil:

  • L
  • XL
  • M Young
  • L Young

Family
Card:

  • L
349 Musik- und Video-Streaming Dienste, z.B. Amazon Prime Video, DAZN, Netflix, Sky
Vodafone
GigaPass
Chat ein Pass kann kostenlos gebucht werden
jeder weitere Pass 2) kostet 5,00 bzw.
der Video-Pass 10,00
Red:
  • M
  • L
  • XL

Young:
  • S
  • M
  • L
  • XL
Versand und Empfang von (Sprach-)
Nachrichten, Fotos, Videos mit 6 Messengern, z.B. Facebook Messenger, Telegram, Threema, WhatsApp
Social 5 Social Media Apps, Bilder und Videos teilen, z.B. Facebook, Instagram, Twitter
Music 42 Musik-Streaming Dienste, z.B. Apple Music, Amazon Music, JUKE, Deezer, Spotify, div. Radio-Sender
Video Red:
  • M
  • L
  • XL

Young:
  • M
  • L
  • L
25 Video-Streaming Dienste, z.B. Amazon Prime Video, DAZN, Netflix, Sky
o2 keine ab 19,99 alle Free-Tarife und Free-Tarife (Junge Leute) unabh. von konkreten Diensten 3)
Stand: 24. Januar 2019. Preise in Euro.
1) Durch bestimmte Dienste fallen weitere Gebühren an. Die Inklusiv-Leistung gilt nur innerhalb Deutschlands (derzeit in juristischer Prüfung) und beinhaltet nicht Sprach- und Videotelefonie sowie das Laden von Werbung, Covern oder sonstigen (externen) Inhalten. Übersicht über alle unterstützten Dienste bei der Telekom und Vodafone.
2) Der im Tarif enthalten Gratis-Pass kann monatlich gewechselt werden, für einen zusätzlich gebuchten kostenpflichtigen GigaPass gilt eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.
3) Nach Verbrauch des Inklusiv-Volumen wird die Bandbreite auf 1 MBit/s (UMTS) gedrosselt.
Fazit: Welcher Zero-Rating-Ansatz ist der beste? Alle drei Netzbetreiber haben spannende Ansätze zur komfortableren Nutzung des mobilen Internets im Portfolio. Die 1-MBit/s-Drosselung von o2 Free wirkt besonders attraktiv, da sie kaum Einschränkungen bei der Nutzung hat und sich durchgängig durch die dazugehörende Tarifwelt erstreckt. Außerdem ist das UMTS-Netz von Telefónica recht gut ausgebaut. Bei StreamOn wird leider an vielen Stellen die Handbremse angezogen, etwa nach dem Ende des eigentlichen Highspeed-Volumens und bei der Reduzierung des Video-Streamings auf maximal 720p (außer in der Max-Option für MagentaEINS-Kunden). Vodafone Pass wartet seinerseits mit manchen Stolperfallen hinsichtlich App-Restriktionen auf. Kontingent sparen (Telekom und Vodafone) beziehungsweise ohne Sorgen nach eben jenem weiter surfen (o2) ist aber in jedem Fall eine gute Sache. Mehr zum Thema StreamOn

/ Christian Bekker

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