Digital Radio

Medienanstalten stellen Weichen für bundesweites Digital Radio

Hörfunkveranstalter wollen Kosten nicht alleine tragen
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Die Landesmedienanstalten haben die ersten Weichen für ein neues bundesweites digitales Radio gestellt. In ihrer Sitzung am Dienstag beschloss die Direktorenkonferenz (DLM), auf Grundlage des voran gegangenen so genannten Call for Interest die Länder um eine Prüfung einer Bedarfsanmeldung für das Band III gegenüber der Bundesnetzagentur zu bitten. "Die Ausweitung der Konzepte und Überlegungen der Radioveranstalter hat ergeben, dass Interesse an einer bundesweiten Verbreitung besteht. Allerdings erwarten die Veranstalter überwiegend, dass sie nicht die Kosten für die digitale Verbreitung ihrer Programme tragen müssen. Auch liegt keine Absichtserklärung zum Betrieb eines Sendernetzes über eine Plattformlösung vor", fasst der Vorsitzende der Direktorenkonferenz, Thomas Langheinrich, das Ergebnis der Interessensbekundungen zusammen. Darum müsse es auch Ziel der Bedarfsanmeldung sein, zu klären, ob sich ein Unternehmen für den Betrieb der verfügbaren Frequenzen findet, das hinreichend Aussicht bietet, ein Sendernetz unter den tatsächlich gegebenen Rahmenbedingungen aufzubauen.

Mixtur aus bundesweiten und landesweiten Sendern

Nach Ansicht der Direktorenkonferenz erscheint ein Neustart des digitalen Radios ausschließlich mit bundesweiten Angeboten und ohne zusätzliche landesweite öffentlich-rechtliche Programme nicht erfolgsversprechend. Daher regen die Direktoren an, dass die zuständigen Stellen der Länder gleichzeitig auch den Bedarf an länderspezifischen und länderübergreifenden Übertragungskapazitäten prüfen und zeitlich koordinieren.

"Jetzt liegt es an den Veranstaltern und Marktteilnehmern, ihre Absichtserklärungen und Konzepte zum digitalen Radio in Deutschland zu konkretisieren und ein überzeugendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Der Neustart von Digitalradio in Deutschland kann nur am Markt erfolgsversprechend sein, wenn öffentlich-rechtliche und private Veranstalter bei der Einführung gemeinsam an einem Strang ziehen," betont Langheinrich. Die Landesmedienanstalten bieten sich an, diesen Prozess zu moderieren und zu unterstützen.

Die DLM hatte im April einen "Call for Interest" durchgeführt, der ausloten sollte, wie und in welcher Form nationale Sender den Einstieg in die flächendeckende nationale Verbreitung planen. Die Auswertungen der Interessensbekundungen durch den Hörfunkbeauftragten der DLM sollen zeitnah auf der Internetseite www.alm.de veröffentlicht werden.