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19.02.2011 - 15:53
Start-Up

Flinc: Smartphone-Software soll Fahrer & Mitfahrer verbinden

Programm soll auch für Berufspendler interessant sein

Konzentriert starrt das Entwicklerteam des Start-Up-Unternehmens Flinc aus dem hessischen Dieburg auf die Monitore mit den flimmernden Zahlenreihen. Es hat noch viel zu tun: In diesem Frühjahr soll die Software auf den Markt kommen. Flinc verbindet Navigationssysteme mit Smartphones und will so das Prinzip der Mitfahrgelegenheit verbessern. Innerhalb weniger Sekunden soll die Vermittlung zwischen Fahrer und Mitfahrer gelingen.

Die Finger von Benjamin Kirschner huschen über das Display seines iPhones. Der 26-Jährige ist einer der drei Flinc-Gründer und erklärt das optimale Szenario: "Angenommen, ich will morgens zur Arbeit: Bevor ich losfahre, schnappe ich mir mein Handy und gebe meinen Zielort an." Der potenzielle Mitfahrer mache das Gleiche. Den Startort ermittle das iPhone automatisch. Die Flinc-Software wähle anhand dieser Daten die Fahrer aus, die den geringsten Umweg von ihrer Route auf sich nehmen müssten, um den Mitfahrer zu seinem Ziel zu bringen. Computer berechnet neue Route

Flinc-Logo

Mit Flinc soll das Mitfahren einfacher werden
Logo: Flinc

Der Mitfahrer bekomme eine Liste potenzieller Fahrer zugesendet und könne anhand von Fotos der Fahrer, den Fahrpreisen und der Ankunftszeiten seine Prioritäten festlegen. Flinc sende in entsprechender Reihenfolge Anfragen an die Fahrer. So könne in Sekundenschnelle die bestmögliche Kombination zwischen Fahrer und Mitfahrer ermittelt werden: "30 Sekunden - mehr brauchen wir nicht", sagt Kirschner.

Vorteile gegenüber herkömmlichen Mitfahrsystemen seien neben der schnellen Zuordnung vor allem die Vermittlung auf Teilstrecken und die Navigation. Die Flinc-Software berechne automatisch die neue Route und lotse so den Fahrer ans Ziel.

An oberster Stelle stehe bei Flinc die Anwenderfreundlichkeit, sagt Gründer und Software-Entwickler Michael Hübl. "Unser Ziel ist es, aus dem komplexen System, das Flinc ist, eine einfach Anwendung zu machen. Das ist die Herausforderung." Daher gebe man regelmäßig aktuelle Produktstände an Testnutzer: "Die Technik muss funktionieren, aber sie bringt natürlich nur was, wenn der Benutzer sie bedienen kann."

Entwickler sehen Anwendungsszenario für Berufspendler Einsatzorte für Flinc sieht Kirschner vor allem im Gebiet rings um die Stadtzentren, das von den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht abgedeckt werden könne. Über Facebook, Twitter, Foren und einen Blog kommuniziere das Team bereits jetzt mit potenziellen Nutzern: "Interessant ist zu sehen, dass vor allem viele Berufstätige Interesse zeigen. Da Flinc auch für Kurzstrecken geeignet ist, können sie das gut für ihren Pendelverkehr gebrauchen", sagt Kirschner. Zum einen sei die Mitfahrgelegenheit ein finanzieller Vorteil, zum anderen eine Möglichkeit, Leute kennenzulernen.

Seit Ende 2010 wird Flinc bereits in Friedrichshafen getestet, nun steht die bundesweite Einführung bevor. "Wir wollen in den nächsten zwei Monaten starten", berichtet Kirschner. Ein fixes Datum gebe es aber noch nicht, im Moment arbeitete das Team an der Einführungsstrategie. Der Mobilitätssektor sei ein sehr komplexer Markt und der Mensch ein Gewohnheitstier: Es sei nicht einfach, ein neues Produkt zu etablieren.

dapd / Marc Kessler

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