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25.12.2015 - 15:14
Web-Verzeichnisse

Was ist eigentlich mit - Webkatalogen?

In der Anfangszeit des WWW unverzichtbar

Nachdem Tim Berners-Lee 1989 das World Wide Web am CERN entwickelt und 1990 den ersten Webserver aufgesetzt hatte, wurde das Projekt 1991 in der Öffentlichkeit bekannt gemacht und das Web trat seinen Siegeszug an. Prinzipiell jeder konnte eine Webpräsenz betreiben und das führte zu einer stetig steigenden Zahl aktiver Webseiten.

Doch wie konnten Web-Nutzer in der Anfangszeit eine bestimmte Internet-Adresse herausfinden? Rudimentäre Suchmaschinen zum (manuellen oder automatisierten) Durchsuchen des Web gab es erst ab Sommer 1993 und die heute führende Google-Suchmaschine ging erst 1998 online.

Darum gab es in der Anfangszeit des World Wide Web redaktionell gepflegte Webkataloge. Echte Menschen durchforsteten das Web, sammelten alle relevanten Webseiten und veröffentlichten sie in einem strukturierten Verzeichnis. Schnell wuchsen diese Webkataloge, sodass sie nach Kategorien und Lebensbereichen aufgeteilt werden mussten, um einigermaßen übersichtlich zu bleiben. Der allererste kleine Webkatalog wurde 1992 noch von Tim Berners-Lee erstellt und kann hier angeschaut werden. Das Nachfolgeprojekt The WWW Virtual Library ist immer noch aktiv. Doch was wurde grundsätzlich aus den Webkatalogen? Webkataloge: Die ersten Dienste

Klassische Startseite eines Webkatalogs - hier DMOZ

Klassische Startseite eines Webkatalogs - hier DMOZ
Bild: DMOZ

Webkataloge hatten - insbesondere in der Zeit, zu der sie gleichzeitig mit Suchmaschinen existierten, den großen Vorteil, dass sie übersichtlich gegliedert waren, wenig Spam enthielten und man sich auf die Qualität der aufgenommenen Seiten in der Regel verlassen konnte. Denn jeder Eintrag war von einem Menschen zuvor geprüft worden. Dafür litten die Webkataloge mit dem Wachstum des Web und mit der Verbesserung der Suchmaschinen mehr und mehr darunter, dass sie nicht vollständig waren und immer nur einen Teil des Netzes abbildeten.

Einer der ersten weltweit bekannten Webkataloge, der eine hohe Qualität und Verbreitung erreichte, war Yahoo; der Dienst wurde zwischen 1994 und 1995 entwickelt. Ende 2014 schloss Yahoo den Webkatalog für immer; wer die alte Adresse dir.yahoo.com aufruft, wird auf eine lokale Suche umgeleitet.

Nach wie vor online sind die internationalen Verzeichnisse Best of the Web (seit 1994), Starting Point Web Directory (seit 1995), DMOZ (seit 1998), JoeAnt (seit 2001) und HotFrog (seit 2006). Einige dieser Services sind eher auf Business-Nutzer ausgelegt und teilweise kostenpflichtig. DMOZ behauptet von sich, das weltweit größte Verzeichnis zu sein.

1994 bis 2000 existierte das Verzeichnis "Lycos' Top 5% of all websites". Von 2000 bis 2011 bot sogar Google einen Webkatalog namens "Google Directory" an. Webkataloge in Deutschland

Der Webkatalog von Web.de

Der Webkatalog von Web.de
Bild: Web.de

Das älteste deutsche Verzeichnis von Webseiten, das 1995 online ging und immer noch existiert, ist Bellnet. Kurze Zeit später entstand ebenfalls 1995 Web.de, das zu einem der wichtigsten deutschen Webkataloge wurde und seine Internet-Präsenz seither stetig um weitere Angebote ergänzt hat. Unter verzeichnis.web.de ist der Katalog zwar noch aufrufbar, das Suchfeld auf der Web.de-Startseite führt allerdings eine Google-Suche aus.

1996 startete Sharelook und ist nach wie vor online. Das im selben Jahr online gestellte Verzeichnis allesklar.de bezeichnet sich aktuell als größten deutschen Webkatalog. Lycos und Excite boten für einige Jahre Webkataloge an, haben diese aber mittlerweile eingestellt. Stichprobe: Qualität hat nachgelassen In einer kurzen Stichprobe konnten wir bei den noch aktiven deutschen Webkatalogen keine wirklich befriedigenden Ergebnisse feststellen. Bellnet findet bei der Suche nach "teltarif" zwar zwei Einträge, beide verlinken - bei korrekter Anzeige der Postadresse von teltarif.de - aber auf einen Internetprovider und nicht auf unser Portal.

Bei der Suche im Verzeichnis von Web.de lautet das Ergebnis: "Es wurden keine Seiten gefunden, die mit dem Suchbegriff 'teltarif' übereinstimmen". Sharelook gibt neben vielen gesponserten Links als einziges echtes Ergebnis den Wikipedia-Eintrag von teltarif.de aus. allesklar.de verfügt über keine Suchfunktion, man muss sich also manuell zu "Computer & Internet - Netze & Telekommunikation - Netzinfos & Telekommunikationsinfos" durchhangeln, doch hier ist teltarif.de nicht verzeichnet. Mit einer Google-Suche nach "teltarif inurl:www.allesklar.de" fanden wir heraus, dass teltarif.de in der Rubrik "Bildung & Wissenschaft - Nachschlagewerke & Alltagstipps - Telefontarife" gelistet ist. Von den internationalen Webkatalogen findet nur DMOZ teltarif.de und hat davon sogar acht URLs gespeichert.

Aus dieser kleinen Stichprobe ist zu ersehen, dass die Webkataloge ihre beste Zeit schon lange hinter sich haben und vollständig durch intelligente Suchmaschinen abgelöst wurden. Viele Nutzer aus der Anfangszeit des World Wide Web werden sie aber als Inspirationsquelle für stundenlange nächtliche Surfsessions sicherlich in Erinnerung behalten.

Weiterführende Infos erhalten Sie auf unserer Ratgeberseite zu Metasuchmaschinen und Verzeichnisdiensten.

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