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14.09.2017 - 09:54
Sicherheitssoftware

USA verbieten Einsatz von Kaspersky-Software

Bundesbehörden ist Nutzung untersagt

Kaspersky

Eine neue Stufe der US-Sanktionen gegen russische Unternehmen trifft jetzt Kaspersky Lab
Foto: picture alliance / dpa

Die US-Regierung hat ihren Bundes­behörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten. Das Heimat­schutz­ministerium teilte am Mittwoch mit, es sei besorgt über mögliche Verbindungen zwischen Firmen­vertretern und russischen Geheim­diensten. Es bestehe das Risiko, dass die russische Regierung den Zugang über Kaspersky-Produkte ausnutzen könne, um Informations­systeme der US-Behörden zu kompromittieren, hieß es in einer Mitteilung. Die Firmen­zentrale von Kaspersky in Moskau reagierte empört auf die Vorwürfe.

Kaspersky Lab ist auf Sicherheits- und Anti-Viren-Programme spezialisiert. Die Software wird auch in Deutschland häufig genutzt. Kritiker vermuten, dass das Unternehmen Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben könnte.

Die Sicherheits­software von Kaspersky gewähre umfassenden Zugang auf Dateien und Administrations­rechte von Computern, auf denen sie installiert sei, erklärte das US-Ministerium. Die Behörden hätten 60 Tage Zeit, um Pläne zu entwickeln, wie die Benutzung der Programme gestoppt werden könne, und 90 Tage, um diese umzusetzen. Man habe Kaspersky die Gelegenheit gegeben, zu den Bedenken Position zu beziehen. Kaspersky zeigt sich sehr enttäuscht

Die Stellungnahme ließ nicht lange auf sich warten. "Angesichts der Tatsache, dass Kaspersky Lab keine politischen Verbindungen zu Staaten unterhält, sind wir ziemlich enttäuscht von der Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums", sagte ein Konzern-Sprecher in der Nacht zum Donnerstag der Agentur Interfax.

Die US-Behörden hätten keine Beweise vorgelegt. Sämtliche Anschuldigungen basierten auf Lügen, hieß es weiter. "Das Unternehmen pflegt keinerlei politische Beziehungen zu irgendeiner Regierung, einschließlich der russischen", sagte der namentlich nicht genannte Sprecher. Kaspersky arbeite seit 20 Jahren in der Sicherheits­branche und halte die höchsten Standards ein. Zudem betonte er, dass Kaspersky die Daten seiner Nutzer schütze.

Die Vorwürfe seien politisch motiviert, kritisierte er. Dennoch wolle der Konzern weiter mit den US-Behörden zusammen arbeiten, um zu zeigen, dass der Verdacht unbegründet sei. Neue Stufe eines Wirtschaftskrieges Der russische Duma­abgeordnete Leonid Lewin verurteilte die Entscheidung der USA als "Etappe im Wirtschafts­krieg gegen russische Unternehmen". Weitere Maßnahmen Washingtons seien nicht ausgeschlossen, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Informations­politik.

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. In den vergangenen Wochen hatte sich zwischen beiden Ländern ein Streit um diplomatische Vertretungen hoch geschaukelt. Auslöser waren neue Sanktionen der USA gegen Russland. Diese hatte die Regierung von Präsident Donald Trump auf Drängen des Kongresses verhängt. Senat und Repräsentanten­haus wollten den Kreml damit auch für die mutmaßlich russische Einfluss­nahme auf die Präsidentschafts­wahl abstrafen. US-Geheimdienste werfen Moskau vor, hinter Hacker­angriffen auf Computer der Demokraten während des Wahl­kampfes zu stehen.

Lesen Sie in einem weiteren Artikel, wie Kaspersky alle Geräte mit einer Plattform schützen will, egal mit welchem Betriebssystem.

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dpa /

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