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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 25.05.19
15.07.2018 - 11:50
Weltweit

Truphone im Test: Roaming in mehr als 100 Ländern

Mehrere Nummern und (fast) weltweit nutzbar

Inhaltsverzeichnis:

  1. Truphone im Test
  2. Zwei Smartphones im Einsatz
  3. Mehrere IMSIs auf der SIM-Karte

Truphone nennt sich eine Telefongesellschaft, die sich auf internationale Mobilfunktarife spezialisiert hat. Für Geschäftskunden gibt es bereits seit mehreren Jahren SIM-Karten, die je nach gewähltem Tarif ein einheitliches Preismodell für weite Teile Europas sowie die USA, Australien und Hongkong oder sogar für mehr als 100 Staaten weltweit bieten. Wir hatten das Angebot bereits vor rund zwei Jahren einem Test unterzogen.

Für private Anwender ist Truphone seit Ende vergangenen Jahres mit einem Datentarif auf der Apple SIM verfügbar, die sich in neueren iPads einsetzen lässt. Arbeitet Truphone für seine Geschäftskunden-Angebote in Deutschland mit Vodafone zusammen, so basiert der iPad-Tarif auf dem Mobilfunknetz der Deutschen Telekom. Das ist seit einigen Wochen noch interessanter als vorher, denn die Telekom hat ihre eigenen Prepaid-Tarife von der Apple SIM gelöscht.

Nach wie vor denkt Truphone auch über ein Smartphone-Angebot für private Anwender nach, die sich einen weltweiten Mobilfunktarif wünschen. Wir waren in den vergangenen Monaten in Deutschland und den Niederlanden, in Großbritannien und den USA, in Spanien und auf Curacao unterwegs und hatten dabei die Möglichkeit, eine Testkarte von Truphone in allen genannten Ländern auszuprobieren. Test-SIM mit drei Rufnummern

Truphone ausprobiert

Truphone ausprobiert
Foto: teltarif.de

Der Anbieter hatte uns neben der deutschen Handynummer (aus dem Vorwahlbereich 0152) noch Rufnummern aus den USA und aus Spanien aufgeschaltet, um beispielsweise während der Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas und während des Mobile World Congress (MWC) Ende Februar in Barcelona auf lokalen Rufnummern erreichbar zu sein.

Geschäftskunden haben generell die Möglichkeit, Telefonnummern aus verschiedenen Ländern aufbuchen zu lassen - etwa um für Kunden aus unterschiedlichen Staaten jeweils zum Inlandstarif erreichbar zu sein. Ob es dieses Feature auch bei einer möglichen SIM-Karten für private Anwender geben wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

Praktisch ist in dem Zusammenhang, dass beispielsweise bei Anrufen in die USA immer die amerikanische Rufnummer und bei Verbindungen nach Spanien immer die spanische Handynummer angezeigt wird. Wo sich der Truphone-Kunde aufhält, spielt dabei keine Rolle. So bekommt der Angerufene aber stets eine aus seiner Sicht lokale Telefonnummer angezeigt.

Zwei Smartphones im Einsatz

Genutzt haben wir die SIM-Karte wechselweise im Apple iPhone 8 Plus und im Huawei Mate 9. Dabei fiel auf, dass Truphone für iPhone-Besitzer auch eine Visual Voicemail bereitstellt. Das heißt, über die zum iOS-Betriebssystem gehörende Telefon-App lassen sich eingegangene Sprachnachrichten auch optisch darstellen und in einer beliebigen Reihenfolge abhören.

Grundsätzlich funktionierte die Mailbox natürlich auch mit dem Android-Smartphone. Auffällig war - unabhängig vom Endgerät - die sehr schlechte Sprachqualität der Begrüßungsansage. Offenbar wird die Aufzeichnung massiv komprimiert. Die Verständlichkeit ist noch gewährleistet, dennoch fragt man sich, ob Truphone hier nicht am falschen Ende spart, denn einen guten Eindruck hinterlässt das nicht. GSM-Codes nicht nutzbar

Truphone liefert ein ausführliches Handbuch mit

Truphone liefert ein ausführliches Handbuch mit
Foto: teltarif.de

Nicht nutzbar sind GSM-Codes, etwa um die Anrufweiterschaltungen zur Mailbox zu administrieren. Das ist bei anderen virtuellen Mobilfunk-Netzbetreibern - etwa bei sipgate (simquadrat) ähnlich, was die Situation für betroffene Kunden, die das Feature von anderen SIM-Karten kennen und schätzen, nicht besser macht.

Die telefonische Erreichbarkeit war auf den drei Rufnummern gleichermaßen gegeben. Dabei spielte der Aufenthaltsort keine Rolle. Im Test war allerdings die Sprachqualität über die deutsche Rufnummer schlechter als bei Anrufen auf der amerikanischen oder spanischen Handynummer. Möglicherweise werden die Telefonate über VoIP geroutet und die Verbindung war während des Tests nicht optimal.

Am iPhone wurde auch der Internet-Zugangspunkt für Truphone automatisch eingerichtet. Nach dem Einlegen der SIM-Karte war der Mobilfunkanschluss sofort nutzbar. Beim Huawei Mate 9 war das nicht der Fall und der APN truphone.com musste manuell eingerichtet werden. Danach stand der Internet-Zugang aber ebenfalls sofort zur Verfügung. Kein LTE-Empfang in Deutschland In Deutschland konnten wir nur das GSM- und UMTS-Netz von Vodafone nutzen. Der LTE-Zugang stand nicht zur Verfügung, was im Jahr 2018 nicht mehr zeitgemäß ist. Auf Curacao buchte sich das Smartphone bevorzugt ins Digicel-Netz ein, das ebenfalls nur 3G-Performance liefert. Manuell war aber auch das Chippie-Netz inklusive 4G wählbar, das zudem die bessere Netzabdeckung liefert.

Mehrere IMSIs auf der SIM-Karte

Auf Auslandsreisen zeigte sich beim Einsatz im Android-Smartphone, dass Truphone mit mehreren IMSIs auf der SIM-Karte arbeitet. Je nach Land erkannte das Huawei Mate 9 eine neue SIM, sodass der APN erneut eingerichtet werden musste. Das ist für normale Nutzer unpraktisch. Der "Standard-Kunde" wird vielleicht einen Gerätefehler vermuten, da er den technischen Hintergrund nicht kennt. Anders lässt sich das aber vermutlich nicht lösen.

Nach dem Einbuchen im Ausland erhielten wir jeweils auch aktuelle Tarifinformationen - so wie das auch bei Kunden mit herkömmlichen deutschen SIM-Karten der Fall ist. Im Fall von Curacao wurde im "ersten Anlauf" ein falsches Land (Jamaika) angezeigt. Später wurde eine erneute Roaming-SMS übermittelt, die dann die korrekte Destination angezeigt hatte. USA: Leichte Zeitverzögerung bei Telefonaten

Je nach Smartphone muss der APN nach einem Länderwechsel neu eingetragen werden

Je nach Smartphone muss der APN nach einem Länderwechsel neu eingetragen werden
Foto: teltarif.de

Speziell in den USA war bei Telefonaten auffällig, dass es stets eine leichte Zeitverzögerung gab. So passierte es schnell, dass man sich unbeabsichtigt gegenseitig ins Wort fällt. In Deutschland und den anderen bereisten europäischen Ländern sowie auf Curacao war dieser Effekt nicht oder nicht so stark ausgeprägt zu beobachten.

Als weitere Besonderheit ist bei Truphone-SIM-Karten die PIN-Abfrage standardmäßig abgeschaltet. Das ist bei Prepaidkarten, wo das je nach Anbieter ebenfalls üblich ist, vielleicht noch in Ordnung, bei einem Laufzeitvertrag aber durchaus fahrlässig. So empfiehlt es sich, die Abfrage nachträglich noch einzurichten. Gutes Roaming-Produkt mit leichten Schwächen Telefonie und die mobile Internet-Nutzung mit Truphone waren im Test in verschiedenen europäischen Ländern sowie in den USA und auf Cuaraco problemlos nutzbar. Schönheitsfehler ist die fehlende LTE-Unterstützung in Deutschland. Erfreulich ist die Visual-Voicemail-Funktion unter iOS, während es bei Android-Smartphones irritiert, dass nach einem Länderwechsel der APN für den Internet-Zugang unter Umständen erneut eingerichtet werden muss.

Wünschenswert wäre ein Privatkunden-Tarif von Truphone allemal, zumal "herkömmliche" Mobilfunktarife mit den Konditionen vor allem außerhalb der EU nicht mithalten können. Die billigsten Tarife dürften von Truphone zwar nicht zu erwarten sein. Dafür bekommt der Kunde eine Lösung, mit der er in zahlreichen Ländern, auch exotischen Destinationen, einen einheitlichen Tarif zur Verfügung hat, ohne sich beispielsweise jeweils vor Ort um eine lokale Prepaidkarte kümmern zu müssen.

Weitere Tipps und Hinweise zur Mobilfunk-Nutzung im Ausland finden Sie in unserem Roaming-Ratgeber.

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  1. Truphone im Test
  2. Zwei Smartphones im Einsatz
  3. Mehrere IMSIs auf der SIM-Karte

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