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10.10.2018 - 15:00
Weltweit bestes 5G-Netz?

Tim Höttges: Gemeinsam weltbeste 5G-Infrastruktur aufbauen

Telekom-Chef kündigt 8-Punkte-Programm an

Die Deutsche Telekom sucht den direkten Kontakt zur deutschen Industrie. Dazu hat der Telekom-Vorstandsvorsitzende, Tim Höttges, heute im Rahmen einer Veranstaltung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin Politik und Industrie aufgerufen, gemeinsam mit den Netzanbietern die Weichen für die Errichtung der weltweit besten 5G-Infrastruktur zu stellen. „Unternehmen, Behörden und Bürger in Deutschland verdienen die leistungsfähigste Digital-Infrastruktur", so Höttges. Nicht nur "in den Städten", sondern auch "auf dem Land." Breitband für alle, statt digitaler Spaltung lautet weiter das Ziel. „Dieses Ziel werden wir aber nur miteinander erreichen können – nicht gegeneinander“, betonte Höttges bei der BDI-Tagung „Geht nicht, gibt’s nicht – Gigabit-Netze für Deutschland“ in Berlin.

Höttges sieht das so: „5G ist nicht einfach ein weiteres Netz, sondern wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung der Produkte unserer Kunden. Wir brauchen 5G für das Internet der Dinge, die Steuerung von autonomen Maschinen oder Smart Cities." Einladung an die Industrie: 5G gemeinsam entwickeln

Telekom Chef Tim Höttges geht gegenüber dem Bundesverband der Industrie in eine Charme-Offensive und möchte gemeinsam das beste 5G-Netz aufbauen.

Telekom Chef Tim Höttges geht gegenüber dem Bundesverband der Industrie in eine Charme-Offensive und möchte gemeinsam das beste 5G-Netz aufbauen.
Foto: Picture-Alliance / dpa

Und dann machte Höttges ein klares Angebot: "Wir bieten der Industrie an, sich beim Aufbau einer europäischen, standardisierten Plattform zu beteiligen – mit Knowhow und Eigenkapital. Deshalb laden wir die deutsche Industrie zu einer „5G Anwenderkonferenz“ ein, um zu klären, welche Qualitätsanforderungen sie bezüglich Versorgung, Latenzen und Bandbreiten konkret an unser Netz hat. Projekten, die für den Standort Deutschland erfolgskritisch sind, räumen wir Vorrang ein.“

Höttges kündigte ein Acht-Punkte-Programm an, das morgen beim „Telekom-Netzetag“ in der Bundeshauptstadt vorgestellt werden soll. Der Telekom-Chef erneuert darin seine Zusage, auch in den kommenden Jahren rund 5,5 Milliarden Euro pro Jahr in den Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland investieren zu wollen. 22.000 der 27.000 Mobilfunkstationen der Telekom seien bereits heute dank Glasfaseranbindung und modernster Single RAN-Technologie „5G ready“. Der kommerzielle 5G-Betrieb werde 2020 aufgenommen, wenn Endgeräte in ausreichender Stückzahl verfügbar sind. Im gleichen Jahr würden auch mehr als 99 Prozent der deutschen Bevölkerung mit LTE versorgt. Hochkarätige Teilnehmer Bei der Berliner BDI-Tagung sind hochkarätige Redner am Start: So hält Kanzleramtsminister Helge Braun die "Keynote" mit dem Thema "An die Weltspitze im Bereich der digitalen Infrastruktur" und Infrastrukturminister Andreas Scheuer spricht über "Gigabit-Netze für Deutschland – der Blick nach vorn". An einer hochrangigen Podiumsdiskussion nehmen Markus Haas, Vorstand der Telefónica Deutschland, Timotheus Höttges, CEO der Deutschen Telekom und Theo Weirich, Geschäftsführer wilhelm.tel in Norderstedt, teil. Weirich hatte schon früh angekündigt, sich für sein regionales Unternehmen um eine eigene 5G-Lizenz bewerben zu wollen. Interessant: Ein Vertreter von Vodafone Deutschland ist auf der Tagesordnung des BDI nicht verzeichnet. Hintergrund Aus Kreisen der deutschen Industrie war massive Kritik am schleppenden Netzausbau im Mobilfunk laut geworden. Deswegen hatten und haben viele Industrieunternehmen großes Interesse daran, 5G-Netze auf Industriegeländen ("Campus-Lösungen") in Eigenregie selbst aufzubauen, weil sie wenig Hoffnung haben, von den großen Netzbtreibern in absehbarer Zeit mit flächendeckenden Inhouse-tauglichen-5G-Lösungen versorgt zu werden.

Gerade die Industrieunternehmen wäre aber zum Start die wichtigsten Kunden für den Geschäftsfall ("Business Case") 5G. Deswegen haben die Netzbetreiber größtes Interesse daran, diese Kunden in eigener Regie "selbst" zu versorgen. Die Frage wird sein, wie schnell konkrete Projekte auf die Schiene gesetzt werden können und ob die Industrie diesen Versprechungen "Glauben" schenken kann und wird.

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