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25.04.2019 - 10:16
Voll elektrisch

Tesla: Mehr Reichweite, schnelleres Aufladen

Modelle 3 und Y vorgestellt, Update für Modelle S und X

Die Zukunft der Mobi­lität dürfte elek­trisch sein, viele Auto­her­steller kündigen neue Modelle an, die von einem Elek­tro­motor ange­trieben werden sollen. Doch viele Ankün­di­gungen sind erfolgt, lieferbar ist bislang noch wenig oder auch nichts.

Die euro­päi­sche Auto­in­dus­trie hätte die Elek­tro­mo­bi­lität beinahe "verschlafen". Aktuell wird die Branche von einem bran­chen­fremden Newcomer "gejagt", der sich nach dem euro­päi­schen Elek­tro­technik-Pionier und Erfinder Nikola Tesla (1856 geboren im heutigen Kroa­tien, gestorben 1943 in den USA) benannt hat. Noch weit­ge­hend konkur­renzlos

Markantes Erkennungszeichen des Tesla Model X sind die hinteren Flügeltüren.

Markantes Erkennungszeichen des Tesla Model X sind die hinteren Flügeltüren.
Foto: Picture Alliance / dpa

Derzeit sind die Elek­tro­au­to­mo­bile des ameri­ka­ni­schen Unter­neh­mens Tesla prak­tisch konkur­renzlos. Tesla bringt das Kunst­stück fertig, woran andere Hersteller immer noch knobeln: Fahr­spaß, raffi­nierte Technik und hohe Reich­weite mit einer Akku­la­dung.

Nicht alles an Tesla ist perfekt. Anhänger von Milli­meter-genauen Spalt­massen mögen nicht immer voll auf ihre Kosten kommen. Dennoch: Tesla hat den Auto­mo­bil­markt belebt und gezeigt, was längst möglich ist. Tesla-Gründer Elon Musk hat auch die Welt­raum-Firma SpaceX ins Leben gerufen, die kosten­günstig Satel­liten (z.B. für Iridium) und sogar Astro­nauten ins All beför­dert. Ein weiteres Projekt des Kult-Unter­neh­mers ist eine Vaku­um­röhren-U-Bahn namens "Hyper­loop", die viel­leicht eines Tages die terres­tri­sche "Zugfahrt" von Europa nach Amerika oder zurück ermög­li­chen könnte. Das Model S Den Durch­bruch erzielte Tesla mit seinem Model S, einer Limou­sine, die viel Platz für Fahrer und Mitrei­sende bietet und wahl­weise mit einem oder zwei Elektro-Motoren lieferbar ist. Reich­weiten von 500 km mit einer Akku­la­dung sind im Alltag bei vernünf­tiger Fahr­weise ohne weiteres möglich. Kern des Bedie­nungs­kon­zeptes ist eine Art Tablet-Computer, der dem Fahrer jeder­zeit vorrechnet, wie weit er mit seiner Akku­la­dung noch kommt und wo der nächste "Super­charger" steht, um in relativ kurzer Zeit wieder aufzu­laden. "Super­charger" sind von Tesla aufge­baute und betrieben Lade­säulen in ganz Europa. Wer sein Tesla-Auto vor einem bestimmten Datum gekauft hat, kann dort auf Lebens­zeit kostenlos aufladen. Wer später kam, bekommt anfangs auch kostenlos Strom, ansonsten muss er bezahlt werden.

Der mit Prozes­soren von Samsung entwi­ckelte Bord­com­puter ist mit LTE mit der Außen­welt vernetzt, lädt in Lade­pausen Soft­ware-Updates, auch ältere Fahr­zeuge bekommen immer wieder Funk­ti­ons­up­dates per Soft­ware, und das kostenlos. Ein Auto­pilot erlaubt - je nach örtli­cher Geset­zes­lage - entspanntes "auto­nomes" Fahren, wobei der Fahrer jeder­zeit wieder eingreifen muss. Ein voll auto­nomes Fahr­zeug, das "selbst" fährt, gibt es auch von Tesla noch nicht, aber sie sind damit weit fort­ge­schritten. Modell­reihen S, 3, X, Y Nach dem Model S kam das Model X, ein SUV mit hinteren Flügel­türen, die mit inte­grierten Sensoren im Park­haus verhin­dern, dass die Türen gegen die Decke hauen.

Das Handicap der Tesla-Autos war bislang der Preis. Ein nagel­neues Model S rollt je nach Ausstat­tung für rund 70 000 Euro oder mehr vom Hof des Händ­lers. Das Model X erreicht leicht fünf­stel­lige Dimen­sionen. Selbst gebrauchte Fahr­zeuge mit 200 000 oder 300 000 km kosten noch 40 000 bis 50 000 Euro und gelten unter Elek­tro­fans als Geheim­tipp.

Das aktu­elle Model 3 hat mit einem Preis von etwa 40 000 bis 50 000 Euro das elek­tri­sche Fahren erschwing­lich gemacht. In der Perfo­mance-Version mit Dual Motor beschleu­nigt das Auto um die 4 Sekunden von 0 auf 100 was regel­mäßig Fahrer und Passa­giere in die Sitze presst. Als neuestes Kind seines "sexy" Wort­spiels hat Elon Musk das kommende Modell "Y" getauft, ein in Rich­tung "SUV" weiter entwi­ckeltes Modell 3. Refresh für S und X Aktuell werden die Tesla-Modelle S und X einem "Refresh" unter­zogen. Das soll nicht nur die Reich­weite um etwa 10 Prozent vergrö­ßern, die ohnehin schon atem­be­rau­bende Beschleu­ni­gung noch­mals verbes­sern und so ganz nebenbei die Lade­zeit (am Super­charger) senken. Das Geheimnis besteht in einer neuen Antriebs­ein­heit. Sie soll durch "diverse Opti­mie­rungen" eine Effi­zienz von 93 Prozent errei­chen. Nimmt man ein Model S 100 Long Range mit 100-kW-Akku soll der nun 370 Meilen (rund 600 km nach WLTP) halten, das Model X käme dann noch 523 km weit. Skep­tiker der Elek­tro­mo­bi­lität befürchten ja immer, mit leerer Batterie stehen zu bleiben. Tesla beweist das Gegen­teil.

Damit der Akku schneller "voll" wird, können die neuen Modelle an einem Tesla-Super­charger (Version V3) mit 200 kW geladen werden, selbst mit dem Super­charger V2 sind es noch 145 kW. Das könnte die Lade­zeit um etwa 50 Prozent verrin­gern. Zuhause hängt es davon ab, ob man Dreh­strom in der Garage liegen hat, übliche Dreh­strom­steck­dosen liefern knapp 20 kW (3 x 400 Volt x 32 Ampere). Energie sparen durch bessere Dämp­fung Ein weiterer Kunst­griff sorgt nicht nur für mehr Reich­weite, sondern auch beque­meres Fahren: Neue (geän­derte) Stoß­dämpfer.

Für elek­tro­mo­bile Einsteiger mit begrenztem finan­zi­ellen Budget hat Tesla die "Stan­dard-Range-Option" für die Modelle S und X wieder einge­führt. Darin sind "klei­nere" Batte­rien verbaut und damit ist die Reich­weite etwas geringer, aber auch der Kauf­preis. Wir wärs mit einem Zweit­wagen? Wer schon einen Tesla sein eigen nennt und sich noch ein weiteres Model S oder Model X Modell "dazu" kauft, bekommt den soge­nannten "Ludi­crous Mode" im Wert von etwa 17 000 Euro gratis dazu. Ludi­crous heißt über­setzt "aber­witzig" oder "grotesk" und ist eine Hard­ware-Erwei­te­rung, mit dem beispiels­weise das Modell P85D (85 kW Batterie, Dual­d­rive = zwei Motoren) in "nur" 2,8 Sekunden auf knapp 100 km/h (60 Meilen/Stunde) beschleu­nigt werden kann.

Vor dem Durch­treten des "Fahr­pe­dals" unbe­dingt schauen, dass die Straße wirk­lich frei und die Passa­giere darauf vorbe­reitet sind. Auch sollte man als Elek­tro­fahrer immer daran denken, dass ein Elektro-Auto so leise ist, dass es von Passanten gar nicht "bemerkt" wird. Neue Elektro-Autos müssen deshalb im Stadt­ver­kehr mit einem "Geräusch­ge­ne­rator" ausge­rüstet werden, der ein Motor­ge­räusch "simu­liert".

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