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22.11.2017 - 14:18
Netzausbau

Telekom will Glasfaser stärker ausbauen

Neuer Ansatz zur Vermarktung mit Pilotprojekten

Glasfaserausbau in Deutschland

Mit Pilotprojekten will die Deutsche Telekom das eigene Glasfasernetz weiter ausbauen
Bild/Logo: Telekom, Montage: teltarif.de

Breitband ist nicht nur in der Politik im vergangenen Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 ein Thema gewesen, sondern beschäftigt auch zahlreiche Netz­betreiber. Vor allem um den Ausbau der Glasfaser­netze bis in Gebäude oder den Haushalten selbst ist dabei immer wieder ein Streitpunkt.

Während die Deutsche Telekom nach wie vor überwiegend bundesweit auf DSL-Vectoring von Kupfer­leitungen vertraut, werden zeitgleich die Bemühungen um echte Glasfaser­anschlüsse bis in die Wohnungen von Privatkunden voran­getrieben. Vor allem kleinere Städte sollen dabei von einem neuen Ansatz bei der Vermarktung profitieren.

So plant der Konzern über verschiedene Pilot­projekte den Ausbau des eigenen Glasfaser­netzes und den Anfang wird noch im Dezember die Gemeinde Bad Staffelstein in Franken machen. Stichwort ist dabei die Vor­vermarktung der Anschlüsse. Es braucht nur genügend Interessierte

Sollten während des Zeitraums der Vor­vermarktung bis Ende Februar 2018 mindestens 750 Einwohner von Bad Staffelstein sich für einen Glasfaser­anschluss der Deutschen Telekom entscheiden, sollen die Bauarbeiten schon kommendes Jahr beginnen. Geplant ist der Ausbau, sofern das gesteckte Ziel erreicht wird, bis spätestens Ende 2018.

Für die besonders schnellen Neukunden will die Telekom sogar als Anreiz die Kosten für den Haus­anschluss übernehmen, die während des Ausbaus anfallen. Laut den Plänen sollen ab 2018 in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Thüringen ähnliche Pilot­projekte mit lokal angepassten Voraussetzungen folgen.

"Für mehr Voll-Glas greifen wir eine Idee wieder auf, die wir bereits 2011 eingeführt hatten: Die Vor­vermarktung. Damals war die Nach­frage häufig noch nicht ausreichend. Wir hoffen jetzt, auf mehr Resonanz zu stoßen", erläutert Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom. Möglichst wenig Aufwand für den Glasfaserausbau Für den Ausbau der Glasfaser­anschlüsse selbst will die Deutsche Telekom auf das Trenching-Verfahren setzen, um die Kosten für die Tiefbau­arbeiten zu senken. Dabei wird der Asphalt oder Beton­boden mit kleinen Gräben und schmalen Schlitzen aufgefräst, um die Rohre für Glasfaser­leitungen zu verlegen. Der Vorteil dieser Methode ist der Verzicht auf das sonst umfangreiche Aufreißen von Straßen und Gehwegen mit entsprechenden Behinderungen für den Verkehr.

Van Damme sagt dazu: "So können wir Zeit und Geld sparen und die Anwohner werden weniger belästigt. Mehr Kommunen sollten sich für die innovative Technik entscheiden, um ihren Bürgern schnellere Internet­anschlüsse zu ermöglichen." Neue Ziele für den Glasfaserausbau Abgesehen von diesen konkreten Beispielen will der Konzern mit Sitz in Bonn auch so seine Ziele zum Ausbau des Glasfaser­netzes verändern. So sollen statt der bisher geplanten Ausbau­stufe um weitere 30 000 Kilometer Glasfaser­kabel nun 40 000 Kilometer noch dieses Jahr verlegt werden. Für das kommende Jahr hat die Deutsche Telekom ihr Ziel sogar auf 60 000 Kilometer erhöht. Insgesamt umfasst das Glasfaser­netz der Deutschen Telekom mittlerweile über 455 000 Kilometer, so van Damme.

"Während andere ankündigen, bauen wir aus. Schon heute und überall in Deutschland.", sagt der noch amtierende Telekom-Manager. Allerdings ist der Großteil des Netzes auf Gewerbe­gebiete ausgelegt, wo das Unternehmen von einem durch den Bund geförderten Ausbau und die Kooperation mit Wettbewerbern profitiert.

Das jedoch auch noch mehr ginge, formuliert van Damme so: "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mit dem Glasfaser­ausbau bis zu den Kabel­verzweigern und Vectoring zunächst zügig für eine große Flächen­abdeckung mit schnellen Internet­anschlüssen zu sorgen. Im zweiten Schritt wollen wir die Glasfaser dann noch näher an die Haushalte bringen." Seiner Meinung nach müsse sich die Politik für eine weniger starke Regulierung für FTTH-/FTTB-Anschlüsse stark machen. Eine Position die auch Deutsche Glasfaser, EWE, M-Net, NetCologne, die Stadtwerke Neumünster und Wilhelm.Tel teilen. Mehr zum Thema FTTH

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