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14.04.2018 - 10:02
Breitbandausbau

Sie graben und bauen: Immer mehr Kommunen mit Highspeed-Internet

Hier werkeln Telekom, NetCologne, Unitymedia & Co.

„Ab heute wird gebaut“, sagte Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, am 26. März beim Spatenstich zum derzeit größten Glasfaserprojekt Deutschlands – zumindest nach Angaben der Telekom. Gebaut wird im Landkreis Vorpommer-Rügen, dem Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dort verlegt die Telekom auf dem Festland 1700 km Glasfaser und installiert 1000 Netzverteiler. Ende 2019 sollen dann Bandbreiten bis 1 GBit/s zur Verfügung stehen.

Der jetzige Ausbau umfasst 40 000 Haushalte. „In anderthalb Jahren werden die Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Vorpommern-Rügen mit Geschwin­digkeiten von 1 Gigabit ins Internet gehen können“, stellt Höttges in Aussicht. Der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern bezuschussen den Ausbau mit über 28 Millionen Euro.

Mit etwas weniger Surf-Geschwindigkeit müssen sich die 655 000 Haushalte begnügen, die durch Netzumbau oder den Einsatz von Vectoring von der Telekom versorgt werden. Rund 470 000 Haushalte in über tausend Städten und Gemeinden profitieren von der IP-Umstellung und können nun mit bis zu 100 MBit/s surfen. Im Landkreis Mansfeld-Südharz schließt die Telekom über 25 000 Haushalte und mehr als 1600 Unternehmen an. Die Firmen sollen mindestens 100 MBit/s, die Privat­haushalte 50 MBit/s erhalten. Dafür verlegt die Telekom Glasfaser bis zum Kabelverzweiger.

Telekom Breitbandausbau Nahbereiche

Die Telekom hat die ersten 423 Nahbereiche in Betrieb genommen
Bild: Deutsche Telekom

Darüber hinaus nimmt die Telekom 423 mit Vectoring aufgerüsteten Kabelverzweiger und ihre Nahbereiche in Betrieb. Damit erhöhen die Bonner den Internet-Speed für 160 000 Haushalte auf zunächst maximal 50 MBit/s, später dann auf bis zu 100 MBit/s. Im Laufe des Jahres will die Telekom dann mit Super Vectoring die Geschwindigkeit auf bis zu 250 MBit/s erhöhen. Eine Liste sämtlicher von diesem Ausbau betroffenen Gemeinden findet sich hier. Die Erdraketen kommen! Derweil schläft die Telekom-Konkurrenz keineswegs. So meldet die Deutsche Glasfaser in Bad Düben Vollzug. 41 Prozent der Bürger haben sich im Rahmen der Nachfragebündelung für den Glasfaserausbau entschieden. „In Abstimmung mit der Gemeinde legen wir nun zeitnah die Standorte der Glasfaserverteilerstationen fest“, erklärt Michael Kölling, Regional-Manager der Deutschen Glasfaser. Für die Bau­arbeiten will das Unternehmen auf Privatgrund hauptsächlich sogenannte Erdraketen einsetzen, wodurch Auffahrten und Gärten weitestgehend unversehrt bleiben sollen. Bad Düben ist nach Thallwitz und Brandis die dritte Gemeinde im Landkreis Leipzig, die auf die Deutsche Glasfaser setzt. Vielleicht kommt demnächst noch Borsdorf hinzu. Dort startet im Ortsteil Zweenfurth ab dem 21. April die Nachfrage­bündelung. Im Juni folgt der Süden und im Juli der Norden von Borsdorf. Im September startet die Nachfrage­bündelung im Ortsteil Panitzsch.

Den Spatenstich feierte die Deutsche Glasfaser indes am 29. März in Lippstadt. Dort begannen die Tiefbauarbeiten für das Gasfasernetz im Gewerbegebiet Am Wasserturm. Als nächstes Projekt in Lippstadt wird das Unternehmen aus dem münsterländischen Borken das Gewerbegebiet Am Mondschein angehen und dort die Nachfragebündelung starten. M-net und NetCologne legen Turbo ein Und auch die regional tätigen TK-Netzbetreiber ruhen nicht. In Kempten schließt M-net die „weißen Flecken“, in denen bislang mit weniger als 30 MBit/s im Internet gesurft wird. Betroffen sind insbesondere die Außenbereiche des Stadtgebiets mit 2600 Haushalten und Unternehmen. Gestartet wird mit Tiefbauarbeiten für das Gewerbegebiet Allmey. Anschließend rollen in den Ortsteilen Adelharz sowie Ober-, Unterwang und Härtnagel die Bagger. Spätestens 2019 will M-net fertig sein. In zwei weiteren Ausbaustufen wird dann in den Jahren 2019 und 2020 das Gewerbegebiet Ursulasried erschlossen.

NetCologne hat das eigene Glasfasernetz in Langel im Kölner Stadtteil Porz sowie im südlichen Teil von Zündorf ausgebaut. Damit können 3900 Haushalte mit Geschwindig­kei­ten von bis zu 100 MBit/s durchs World Wide Web surfen. NetCologne hat dafür eine Million Euro in 6 km Glasfaserleitungen und neue Schaltkästen investiert. Außerdem vergrößert das Unternehmen die Datenautobahn in den zehn größten Gewerbegebieten Kölns und versorgt damit 85 Prozent der Unternehmen in der Rheinmetropole mit Gigabit-Geschwindigkeit. Der Ausbau startet parallel im Gewerbegebiet Longerich sowie in Merkenich, Hansestraße (Eil/Heumar), Schanzenstraße und Marsdorf. Ab dem Sommer folgen Hahnwald, Maarweg, Ossendorf, Dellbrück und Niehl. Neu hinzu­ge­kommen ist außerdem der Airport Business Park.

Vodafone Glasfaserausbau

Nach Gewerbegebieten startet Vodafones Glasfaserausbau jetzt auch in Gemeinden und Landkreisen
Bild: Vodafone

Kabelnetz wird ausgebaut Mit 100 MBit/s geben sich die Kabelnetzbetreiber schon lange nicht mehr zufrieden. Vodafone verkündet, dass 300 000 weitere Haushalte seit Anfang April mit maximal 500 MBit/s im Internet surfen können. Im Juli 2017 schloss Vodafone die ersten Haus­halte mit 500 MBit/s an, heute sind es 5,1 Millionen. Neu mit dabei sind Haushalte in Städten wie München, Regensburg, Göttingen, Bayreuth, Timmendorf, Großhansdorf, Schwarzenbek, Coburg, Jever und Damme. Auf diese Liste möchte auch der Land­kreis Celle, für den Vodafone 46 Millionen Euro in rund 3000 km Glasfaser investiert. Ab 2019 sollen die ersten von 13 000 Haushalten um Celle mit Gigabit-Internet versorgt werden.

Unitymedia nimmt in Frankfurt am Main nicht ganz so viel Geld in die Hand. Mit 220 000 Euro schließt der Kabelnetzbetreiber 150 bisher unterversorgte Haushalte im Stadtteil Parkstadt an. Für Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 400 MBit/s verlegt der Kabelnetzbetreiber rund 3 km Leitungen im Tiefbau. „Die Vorbereitungen sind abge­schlossen, jetzt wird gegraben“, sagt Andreas Gehrhardt, Key Account Manager für kommunale Projekte bei Unitymedia. Derartige Aussagen werden nicht nur die betrof­fenen Haushalte und Unternehmen freuen – sondern auch die Tiefbaubranche.

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Marc Hankmann

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