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25.08.2019 - 15:58
Getestet

Mehr Platz auf dem Handy: Reinigungs-Apps für Android

Drei bekannte Cleaning-Apps für Android im Test

Völlig egal ob Desktop-PC oder Smart­phone, es gibt zwei Dinge, von denen man eigent­lich nie genug haben kann: Prozes­sorleis­tung und Spei­cher. Doch gerade in diesem Bereich knau­sern Hersteller güns­tigerer Geräte nicht selten. Die komplette Musik­samm­lung auf dem Smart­phone, dazu noch hin und wieder Film-Down­loads für unter­wegs und last but not least dutzende instal­lierte Apps. Man kann sich leicht ausmalen, dass dabei so manches güns­tigere Schnäpp­chen-Smart­phone aus dem Discounter relativ schnell in die Knie geht.

Natür­lich sind viele Geräte mit einer SD-Karte erwei­terbar, doch das ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Insbe­sondere bei einem Dual-SIM-Smart­phone, bei dem entweder nur eine zweite SIM oder eine SD-Karte verwendet werden kann. Also kommen nicht wenige Nutzer auf die Idee, einfach kost­baren Spei­cher wieder frei­zugeben. Beson­ders einfach soll dies mit spezi­ellen Berei­nigungs-Apps möglich sein. Ist das jedoch wirk­lich der Fall oder versteckt sich dahinter wieder einmal Schnüf­felsoft­ware? Google Files

Google Files für Android

Google Files für Android
Bild: Google

Der Platz­hirsch unter den Berei­nigungs-Apps kommt von Google selbst. Viele Nutzer dürften die App sogar bereits ab Werk auf dem Smart­phone haben, alle anderen können die App Google Files kosten­frei im Google Play Store herun­terladen. Auf unserem Test­gerät, einem Umidigi Power mit der Version Android 9 Pie, konnte man die vorin­stal­lierte Files-App nicht voll­ständig deinstal­lieren, sondern nur deak­tivieren. Der Funk­tions­umfang ist prak­tisch selbst­erklä­rend. Sobald man die Anwen­dung öffnet, bieten sich verschie­dene Berei­nigungs­optionen an. Die App schlägt vor, mit einem Klick sowohl alle ange­sammelten Junk-Dateien zu löschen.

Da es sich bei unserem Smart­phone um ein vergleichs­weise neues Gerät handelt, waren dort nach der Instal­lation ledig­lich knapp 90 MB an "über­flüs­sigen" Dateien zu löschen. In einem weiteren Schritt konnten dann "Memes", also zum Beispiel Bilder aus dem WhatsApp-Versand, entfernt werden. Außerdem sehr löblich: Google Files erkennt doppelt herun­terge­ladene Dateien und bietet dem Nutzer auto­matisch an, eine oder beide Versionen zu löschen. In einem weiteren Unter­menü listet der Berei­nigungs­manager eine Ordner­über­sicht auf, aus der dann zusätz­lich manu­elle nicht mehr benö­tigte Dateien entfernt werden können. Prak­tisch: Es gibt auto­mati­sche Push-Benach­rich­tigungen, wenn beispiels­weise nicht mehr genü­gend Spei­cher­platz auf dem Smart­phone vorhanden ist. Norton Clean

Norton Clean für Android

Norton Clean für Android
Bild: Norton

Vergleichs­weise einfach in der Bedie­nung ist eben­falls Norton Clean. Offenbar kommt die App auch bei den Nutzern unter Android gut an, denn sie erreicht immerhin 4,7 Sterne im Play Store. Direkt beim Öffnen der Anwen­dung gibt es eine Anzeige mit vorhan­denen Junk-Dateien. Hier scheint Norton Clean über­sicht­licher als Google Files zu sein, denn es wird nicht nur die Menge an vorhan­denem Daten­müll in MB ange­zeigt. Der Nutzer hat außerdem die Option, alle Apps indi­viduell zu reinigen. Darunter zum Beispiel auch regel­mäßig anfal­lender E-Mail-Junk. Wie auch beim vorin­stal­lierten Mitbe­werber gibt es die Option, bei begrenztem Spei­cher­platz eine Push-Benach­rich­tigung zu erhalten.

Was jedoch negativ auffiel, ist die Werbung für andere (kosten­pflich­tige) Apps aus dem Hause Norton. Promi­nent auf der Start­seite gibt es die Option, "Norton Mobile Secu­rity" zu testen. Im Haupt­menü geht es dann gleich noch mit Werbung für Norton Mobile Secu­rity, Secure VPN, Pass­word Manager und App Lock weiter. Eigen­werbung ist zwar grund­sätz­lich in Ordnung, die App dann im Play Store als "werbe­frei" zu kenn­zeichnen wirkt jedoch schon dreist. Positiv viel uns wiederum die geringe Instal­lati­onsgröße von unter 4 MB auf, was gerade auch für ältere bzw. güns­tigere Android-Smart­phones ein Vorteil sein dürfte. CCleaner

CCleaner für Android

CCleaner für Android
Bild: CCleaner

Wer den CCleaner öffnet, bekommt gleich ein "unschlag­bares" limi­tiertes Angebot: Die Pro-Version im Jahresabo für 7,49 statt 7,99 Euro. Ob man nun wirk­lich Geld dafür zahlen möchte, Junk-Dateien von seinem Smart­phone zu löschen, muss natür­lich jeder für sich selbst entscheiden. Wir haben uns statt­dessen für den Link zur Basis­version entschlossen und auf das verlo­ckende Angebot verzichtet.

Von allen drei hier genannten Apps hat der CCleaner tatsäch­lich auch in der Basis­version den größten Funk­tions­umfang. Das schließt nicht nur die Säube­rung des Smart­phones von allen Junk-Dateien ein, sondern es gibt darüber hinaus eine RAM-Anzeige sowie eine "Boost"-Funk­tion, mit der das Gerät merkbar schneller arbeiten soll. Ob das aller­dings wirk­lich viel bringt, ist zwei­felhaft. Zumin­dest in unserem Test ergab sich hier kein signi­fikanter Vorteil. Zumal ebenso die Boost-Funk­tion wieder einen erwei­terten Zugriff auf Gerä­tefunk­tionen erfor­derte. Auch die In-App-Werbung war im Falle des CCleaners sehr aufdring­lich. Fazit Regel­mäßig über­flüs­sige Junk-Dateien vom Smart­phone zu löschen, ist defi­nitiv sinn­voll. Diesen Job erle­digt aber Google Files bereits recht zuver­lässig, weshalb die Instal­lation einer zusätz­lichen App unnötig erscheint. Die Apps mögen ihren Nutzen haben, doch ein kosten­pflich­tiges Abo würden wir für einen solchen Service nicht abschließen, zumal man größere Dateien auch einfach selbst über einen Datei­explorer löschen kann. Das gilt zum Beispiel auch für den Browser-Cache.

Im Bezug auf das Thema Daten­schutz hinter­ließ über­raschen­derweise auch Google Files den besten Gesamt­eindruck, wohin­gegen sich der CCleaner beson­ders für Berech­tigungen inklu­sive hinter­legter Play-Store-Zahlungs­daten inter­essierte.

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Björn König

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