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25.03.2020 - 11:04
Nummer drei

Salt bietet Geschäftskunden in der Krise unlimitierte Daten

Gemeinsames MORAN-Netz mit Sunrise

Wir haben aus der Schweiz berichtet, wo die aktu­elle Lage - wie in vielen anderen Ländern auch - gewal­tige Heraus­forde­rungen an die Anbieter von Tele­kommu­nika­tions­dienst­leis­tungen stellt.

In der Schweiz gibt es neben den bekannten Anbie­tern Swisscom und Sunrise noch einen dritten Mobil­funk-Anbieter, das Unter­nehmen Salt. Das ist der Nach­folger der ehema­ligen Orange Suisse SA und gehört heute zum Unter­nehms­gruppe des fran­zösi­schen Unter­nehmers Xavier Niel, der in Frank­reich und in Italien mit der Marke "Free" zu äußerst attrak­tiven Preisen für Aufsehen gesorgt hat. In der Schweiz fährt man ein etwas anderes Konzept. Salt hat sein Haupt­quar­tier in Renens, bei Lausanne, im Schweizer Kanton Waadt, wo über­wiegend Fran­zösisch gespro­chen wird. Salt bewertet Covid-19-Situa­tion

Der dritte Netzbetreiber der Schweiz, Salt, ist irgendwie anders.

Der dritte Netzbetreiber der Schweiz, Salt, ist irgendwie anders.
Foto: Salt auf Youtube , Screenshot teltarif.de

Die Coro­navirus-Situa­tion, so teilte Salt mit, stelle auch in der Schweiz eine große Heraus­forde­rung für Wirt­schaft und Gesell­schaft dar. Man habe notwen­dige Maßnahmen zum Schutz der Gesund­heit von Mitar­beitenden und Kunden getroffen, die große Mehr­heit der Ange­stellten arbeitet bereits von zu Hause aus.

Um die Kunden in dieser schwie­rigen Situa­tion zu unter­stützen, sind in der ganzen Schweiz eine Auswahl von Salt-Stores geöffnet. Der Netz­betrieb funk­tioniere stabil, es seien auch bei Salt bisher keine Kapa­zitäts­probleme regis­triert worden. Unli­mitierte Daten für Geschäfts­kunden Für Geschäfts­kunden gewährt Salt bis Ende Mai unli­mitierten Zugriff auf das mobile Internet ohne zusätz­liche Kosten.

Welche Auswir­kungen die Pandemie auf das Geschäft haben werde, sei noch nicht abschätzbar, aber Geschäfts­modell und die bestehende Kunden­basis würden einen gewissen Schutz bieten. Im vierten Quartal konnte Salt seine Kunden­zahl um 5600 auf 1 250 100 Post­paid-Mobil­funk­kunden stei­gern. Das Fest­netz­angebot "Salt Fiber" (Glas­faser) sei aktuell für 1,5 Millionen Haus­halte in der ganzen Schweiz verfügbar und die Kunden­zahl weiter stei­gend. Gute Zahlen: 7 Prozent mehr EBITDA Bei 213,4 Millionen Schweizer Franken (ca. 201 Millionen Euro) Umsatz wurde das EBITDA auf 98,7 Millionen Franken (ca. 93,2 Millionen Euro) um knapp 7 Prozent gestei­gert. Da die Zusam­menar­beit mit dem Kabel­netz­betreiber UPC und der Handels­gruppe Coop Suisse beendet wurde und da Salt seine Sende­türme verkauft hat, sank der Betriebs­erlös um 0,6 Prozent und das EBITDA um 8,6 Prozent.

Pascal Grieder, CEO von Salt ist dennoch zufrieden: "Unsere Stra­tegie, im Premi­umseg­ment den attrak­tivsten Preis anzu­bieten, trägt Früchte." Er versprach, weiter in die Netz­qualität zu inves­tieren und "laufend das Kunden­erlebnis zu verbes­sern", sowohl beim Mobil­funk als auch beim Glas­faser-Fest­netz.

Durch Verbes­serungen in den Abläufen konnte die Zahl der notwen­digen Anrufe beim Kunden­dienst gesenkt werden, Mehr­fach­anrufe seien kaum noch notwendig gewesen. Seit 2019 steige die Zahl der Geschäfts­kunden.

Das mit National Roaming via Swisscom als "Orange Suisse" gestar­tete und inzwi­schen eigen­stän­dige Mobil­funk­netz von Salt wurde im Mobil­funk-Netz­test der Fach­zeit­schrift "connect" mit 923 von maximal 1000 Punkten als „sehr gut“ bewertet. 2019 wurde die „Beste Hotline“ für Mobil­funk prämiert, die Zeit­schrift "Bilanz" hatte Salt zum besten Univer­salan­bieter für Privat­kunden gekürt. Stra­tegie mit zwei Netz­werk­liefe­ranten Beim Netz­ausbau des 5G-Netzes hat sich Salt für zwei Liefe­ranten entscheiden: Huawei wird Baugruppen für die Funk­zugangs­technik ("Radio") liefern, Nokia bleibt weiter im Bereich der Netz­werkin­frastruktur an Bord.

Wartung und Betrieb des Netzes macht Salt weiterhin selbst. Salt betont, dass die Liefe­ranten der Netz­werk­kompo­nenten keinen Zugriff auf die Systeme von Salt haben, die sicher­heits­kriti­schen Netz­werk­kompo­nenten würden weiterhin "voll­ständig intern" betrieben. MORAN-Netz, gemeinsam mit Sunrise Das Funk­netz von Salt wird an einigen Stellen der Schweiz gemeinsam mit dem Anbieter Sunrise als MORAN (Multi-Operator-Radio-Access-Network) betrieben. Das bedeutet, hier senden Salt und Sunrise auf der glei­chen, gemeinsam genutzten Frequenz.

Die ursprüng­lich geplante komplette Fusion der dama­ligen Unter­nehmen Orange mit Sunrise hatte die Schweizer Wett­bewerbs­behörde hingegen unter­sagt. Daraufhin stieg die fran­zösi­sche Mutter Orange (France Telecom) aus der Schweiz komplett aus und hatte das Unter­nehmen verkauft.

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