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07.12.2017 - 10:43
ARM-Prozessor

Snapdragon 845 mit KI-Unterstützung vorgestellt

Mehr Leistung, weniger Verbrauch und intelligenter

Derzeit findet auf der hawaiianischen Insel Maui der Technology Summit von Qualcomm statt, wo zahlreiche Neuigkeiten rund um die Technologien des Chip-Konzerns präsentiert werden. Highlight des ersten Tages war zweifelsohne die Ankündigung der ersten Geräte, auf denen Windows 10 on ARM ausgeliefert wird.

Am zweiten Tag enthüllte Qualcomm nun seinen schon länger bekannten Highend-Prozessor für Smartphones, den Snapdragon 845. Einmal mehr wird kräftig an der Leistungs­schraube gedreht und gleich­zeitig der Strom­verbrauch gesenkt, was für sich genommen keine Überraschung darstellt.

Neben diesen fast schon üblichen Verbesserungen, legt Qualcomm mit dem neuen SoC (System-on-a-Cchip) für die kommende Flaggschiff-Generation den Fokus auf künstliche Intelligenz und das Kamera-Erlebnis. Neue Plattform mit mehr Leistung

Qualcomm

Der Snapdragon 845 ist nun offiziell, einschließlich seiner Eckdaten
Bild: Qualcomm

Herzstück des Snapdragon 845 bilden einmal mehr die selbst­entwickelten Kerne der Kryo-Familie. Wie in dessen Vorgänger Snapdragon 835, arbeiten auf dem Chip insgesamt acht Kryo-385-Kerne im Vierer-Verbund. Das bedeutet, dass vier Kerne mit bis zu 2,8 GHz für anspruchsvolle Aufgaben genutzt werden und vier Kerne mit bis zu 1,8 GHz für weniger leistungs­hungrige Dinge und für Hintergrund­aufgaben.

Für die Grafik kommt eine Adreno-630-GPU zum Einsatz, welche unter anderem Displays mit bis zu 120 Hz Bildwiederhol­frequenz ansteuern kann, bei einer Auflösung von 1440 mal 2560 Pixel. Außerdem werden Eye-Tracking und neue sowie verbesserte Render-Funktionen für grafische Inhalte unterstützt.

Unterm Strich verspricht Qualcomm mit dem Snapdragon 845 eine Leistungs­steigerung von 25 Prozent bei der CPU und 30 Prozent bei der Grafik­einheit, bei gleich­zeitig bis zu 30 Prozent weniger Strom­verbrauch. Als Vergleich dient dabei wie nicht anders zu erwarten der Snapdragon 835.

Selbst das Thema KI und Maschine Learning nimmt Qualcomm mit dem Snapdragon 845 in Angriff. Der Spectra 280 ist der dafür zuständige Teil und soll KI-Anwendungen um bis zu 300 Prozent beschleunigen, sofern die Neural Networks API von Android 8.1 Oreo verwendet wird. Eine dedizierte Neural Processing Unit wie zum Beispiel im Kirin 970 von HiSilicon sitzt damit nicht auf dem Chip.

Auch wenn einfache Anwender wohl kaum die gesteigerte Leistung in ihren Smartphones tatsächlich spüren werden, ist das Potenzial für Geräte mit Windows 10 on ARM umso größer. Gerade wenn Microsoft den x86-Emulator des ARM-optimierten Betriebs­systems weiterhin gezielt verbessert, kann die allgemeine Leistung für den Endanwender auch in weniger populären Windows-Programmen signifikant steigen. Optimierung der Kamera-Qualitäten Auch wenn KI-Anwendungen vom Spectra 280 ordentlich profitieren, sorgt der Bestandteil des Snapdragon 845 in erster Linie für verbesserte Funktionen der Kamera. So wird die Qualität von UHD-Aufnahmen enorm gesteigert, es gibt eine aktive Tiefen-Erkennung und Videos können eine Auflösung von bis zu 16 Megapixel bei 60 Bilder pro Sekunde haben.

Außerdem ermöglicht der Snapdragon 845 mit Hilfe des Spectra 280 Slow-Motion-Videos mit bis zu 480 Bilder pro Sekunde bei einfacher HD-Auflösung von 720 mal 1280 Pixel. Selbst 10 Bit Farbtiefe, auch als HDR10 bezeichnet, wird nun für die Video­aufnahme unterstützt - was wiederum entsprechende Wiedergabe­geräte wie Fernseher oder ein HDR10-kompatibles Display im Smartphone selbst voraussetzt. Optimierte Funkverbindungen Wenig Neues gibt es technisch gesehen im Bereich von WLAN, Bluetooth und LTE. Für letzteres kommt das schon vom Snapdragon 835 her bekannte X20 LTE-Modem zum Einsatz, welches Gigabit-LTE Cat.18 mit bis zu 1,2 GBit/s unterstützt. Der verbaute Bluetooth-5-Chip beherrscht das Streamen von Musik zu mehreren Bluetooth-Geräten gleich­zeitig und verbraucht bei entsprechend kompatiblen Kopfhörern zudem bis zu 50 Prozent weniger Strom.

Verbesserungen gibt es auch im Bereich der Sicherheit, wie Qualcomm schreibt. Die sogenannte SPU (Secure Processing Unit) kommt bei biometrischen Aufgaben zum Einsatz, sodass der Haupt-Prozessor beim Entsperren per Finger­abdruck oder Augen-/Iris-Erkennung nicht zum Einsatz kommen muss. Gleichzeitig werden Sicherheits­funktionen optimiert wie Hardware-basierte Verschlüsselung, das verschlüsselte Speichern von Personen-bezogenen Daten in einem abgeschotteten Speicher oder Daten zur Authentifizierung.

Die ersten Geräte mit dem neu vorgestellten SoC hat Qualcomm für die erste Jahreshälfte 2018 angekündigt. Dazu werden das Samsung Galaxy S9 (Plus) gehören und das Xiaomi Mi7. Ob auch im LG G7 ein Snapdragon 845 arbeitet ist noch unbekannt.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, womit sich der Kirin 970 von Huawei gegen Qualcomms Snapdragon 845 behaupten will.

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