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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 19.09.19
21.01.2019 - 11:43
T-eurer

Telekom erhöht die Preise bei einigen Kunden

Tarifportfolio wird bereinigt und Grundgebühr erhöht

Seit dem Beginn der Deregulierung im Telekommunikationsmarkt kennen die Preise im wesentlichen nur eine Richtung: Nach unten. Wo Preiserhöhungen versucht wurden, gab es oft Protest, außerordentliche Kündigungen und enttäuschte wechselbereite Kunden. Ob dies bei der im Mai anstehenden Preiserhöhung der Deutschen Telekom auch so sein wird, wird man sehen.

Die Deutsche Telekom will den monatlichen Grundpreis im Tarif MagentaZuhause S für bestimmte Bestandskunden ab dem 2. Mai um 1,70 Euro pro Monat (etwa 5 Prozent) anheben. Der Tarif kostet dann nicht mehr 34,95 Euro pro Monat, sondern künftig 36,65 Euro. Interessanterweise soll diese Anpassung nicht für alle Nutzer des Tarifs MagentaZuhause S gelten. Betroffene Kunden sollen ab heute informiert werden. Ein Telekom-Sprecher bestätigte gegenüber teltarif.de den Bericht von inside-handy. Warum wird der Tarif teurer?

Die Deutsche Telekom plant zum 2. Mai 2019 Preiserhöhungen bei bestimmten Kunden und Tarifen.

Die Deutsche Telekom plant zum 2. Mai 2019 Preiserhöhungen bei bestimmten Kunden und Tarifen.
Foto: Deutsche Telekom

Zu den Gründen, warum die Preise steigen sollen, heißt es aus Bonn:

Die Telekom versucht stets, Kostensteigerungen nicht an ihre Kunden weiterzugeben. Die allgemeine Preisentwicklung macht aber leider auch vor uns nicht halt. Beim Tarif MagentaZuhause S können wir die gestiegenen Kosten pro Anschluss nicht mehr kompensieren. Betroffen von unserer Preismaßnahme sind Kunden mit dem Tarif MagentaZuhause S, bei denen wir nach Vertragsabschluss eine Kostensteigerung - beispielsweise bei den Energie- und Personalkosten - nachweisen können und in deren Verträgen eine entsprechende Preisanpassungsklausel in den AGB enthalten ist. Die Kunden mit entsprechenden Verträgen werden in den nächsten Tagen schriftlich benachrichtigt, dass sich der Grundpreis für ihren Tarif moderat um 1,70 Euro pro Monat erhöht.

Darüber hinaus werden wir den Tarif Call&Surf Basic IP endgültig einstellen. Kunden mit einem solchen Tarif stellen wir auf den Tarif MagentaZuhause XS um. Damit verbunden ist ein um 2 Euro höherer monatlicher Grundpreis. Auch in diesem Fall werden die Kunden schriftlich benachrichtigt.

In beiden Fällen hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht.

Wer ist betroffen? Interessanterweise sind nicht alle Kunden betroffen, sondern nur die, wo "nach Vertragsabschluss Kostensteigerungen" nachweisbar sind und deren AGBs eine Preisanpassungsklausel enthalten.

Im Tarif MagentaZuhause S ist eine Flatrate für unbegrenzt viele Telefonate in das deutsche Festnetz und eine DSL-Internet-Flat mit bis zu 16 MBit/s im Downstream enthalten. Es ist das günstigste Angebot mit einer sogenannten "Doppel-Flat", das die Telekom aktuell in ihrem aktiven Angebot hat. Höhere Geschwindigkeiten mit VDSL und bis zu 50, 100 oder 250 MB/s kosten zwischen 40 und 55 Euro pro Monat. Gibt es ein Kündigungsrecht? Betroffene Telekom-Kunden, die mit der Erhöhung der monatlichen Grundgebühr für ihren Anschluss nicht einverstanden sind, räumt die Telekom für sechs Wochen ein außerordentliches Kündigungsrecht ("Sonderkündigung") ein. Wer von den neuen Preisen betroffen ist und aber binnen sechs Wochen nicht kündigt, akzeptiert damit die Preiserhöhung um 1,70 Euro im Monat zum 2. Mai.

Wer gerne kleingedrucktes liest: In den AGB der Deutschen Telekom ist eine Klausel enthalten, welche eine Preiserhöhung in Ausnahmefällen gestattet. Unter Punkt 9.1 steht dort: „Wir sind berechtigt, die auf der Grundlage dieses Vertrages zu zahlenden Preise der Entwicklung der Gesamtkosten anzupassen, die für die Berechnung des vereinbarten Preises maßgeblich sind.“ Zu den Gesamtkosten rechnet die Telekom zum Beispiel Kosten für die Netzbereitstellung, die Netznutzung und den Netzbetrieb. Tarif Call&Surf Basic IP wird eingestellt Schon zum 4. Februar nimmt die Telekom den Tarif "Call&Surf Basic IP" aus dem Programm. Der wurde schon länger nicht mehr beworben, aber wohl von einigen Kunden noch genutzt. Betroffenen Kunden bietet die Telekom dafür den Tarif "MagentaZuhause XS" an, der ebenfalls keine Sprach-Flatrate (also Abrechnung pro vertelefonierter Minute) und eine Internet-Flat mit 16 MBit/s im Downstream enthält. Der XS kostet monatlich 31,95 Euro, also 2 Euro pro Monat mehr der eingestellte Call&Surf Basic IP. Auch in diesem Fall kann gegen die Preiserhöhung widersprochen werden, die Telekom würde dann von sich aus den Anschluss kündigen. Eine Einschätzung: Während die Telekommunikations-Tarife bisher regelmäßig gesunken sind, steigen drum herum die Preise, beispielsweise Löhne und Gehälter oder Stromkosten. Ein privates Unternehmen muss da so kalkulieren, dass unterm Strich etwas übrig bleibt.

Der betroffene Kunde kann verschiedene Überlegungen anstellen: Ganz auf den Festnetzanschluss zu verzichten und nur auf Mobilfunk zu setzen, wenn das Mobilfunknetz vor Ort gut genug ausgebaut ist. Eine Festnetznummer kann man auf viele Handyverträge aufschalten lassen, viele Anrufer haben längst eine Flatrate zu Mobilfunk.

Nur: Bei intensiver Datennutzung im Mobilfunk (z.B. durch Videostreaming) ist das Datenvolumen viel zu schnell verbraucht. Eine unbegrenzte Flatrate im Mobilfunk wäre möglich, kostet aber je nach Anbieter 70 oder 80 Euro im Monat (Tarifvergleich Smartphone-Tarife mit echter Internet-Flatrate).

Denkbar wäre aber auch einmal zu prüfen ob der eigene 16-MBit/s-Festnetz-Anschluss nicht längst auf 50 oder 100 MBit/s oder sogar 250 MB/s erweitert werden kann. Das kostet dann deutlich mehr, aber vielleicht leben Menschen im Haushalt, die von der höheren Geschwindigkeit profitieren (weil sie gerne Videos und Streaming-Portale schauen möchten) und sich vielleicht auch an den monatlichen Kosten beteiligen möchten? So könnte aus der Preiserhöhung unterm Strich eine Preissenkung werden.

Vor dem Wechsel zu einem anderen Anbieter hängt es stark davon ab, wo man wohnt. Gibt es alternative Anbieter mit komplett eigener Infrastruktur oder mieten sie am Ende doch "nur" die Telekom-Leitungen? Wie problemlos verläuft der Wechsel? Wäre der "Ausfall" des eigenen Anschlusses für ein oder zwei Wochen verschmerzbar, wenn bei der Portierung etwas "schief" geht? Für diesen Fall sollte sich der Kunde unbedingt einen "Plan B" bereit halten.

Am Ende wird mancher Kunde die 20,40 Euro mehr im Jahr wohl schlucken, weil die Bequemlichkeit oder die Angst vor "Never touch a running system" am Ende siegen dürfte.

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