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15.12.2018 - 11:13
Riese

Onyx Boox Max 2 im Test: E-Book-Reader mit 13,3 Zoll

Tolle Lesbarkeit kleiner Schriften, aber Beleuchtung fehlt

Inhaltsverzeichnis:

  1. Onyx Boox Max 2 im Test
  2. Tech­ni­sche Daten & kosten­lose Bücher finden
  3. Lesen und krea­tives Arbeiten mit Stylus
  4. Vorle­se­funk­tion, HDMI-Über­tra­gung & Fazit

E-Book-Reader haben sich zwar nicht als Massen­phä­nomen durch­ge­setzt, beim elek­tro­ni­schen Lesen von Büchern und Zeit­schriften haben sie aber gegen­über Smart­phones und Tablets heraus­ra­gende Vorteile: Die eInk-Displays schonen die Augen und verbrau­chen nur wenig Strom, sodass der Akku eines E-Book-Readers in der Regel mehrere Wochen hält.

Typi­sche E-Book-Reader-Displays haben die Größe eines Taschen­buchs oder Hard­cover-Buchs, damit sie bequem in eine Tasche passen. Wer aber beispiels­weise viel mit grafi­schen Doku­menten, Zeich­nungen oder Noten­blät­tern arbeiten möchte, für den sind die 6- bis 7-Zoll-Displays der Amazon-Kindle-Reader zu klein.

Ein doppelt so großes Display bietet der Onyx Boox Max 2. Sein 13,3-Zoll-Display ist genau so groß wie das einen Subnote­books. Außerdem kann der Reader per HDMI mit einem anderen mobilen Gerät verbunden werden und so als größerer Monitor dienen. Wir haben den riesigen E-Book-Reader getestet.

Onyx Boox Max 2 im Test

Onyx Boox Max 2 im Test
Bild. teltarif.de / Alexander Kuch

Gehäuse: Groß und "flexibel" Momentan gibt es das Problem, dass die E-Book-Reader von Onyx in Deutsch­land nur bei ausge­wählten Händ­lern ange­boten werden. Bei Ectaco und im eReader Store kostet er momentan 780 bis 800 Euro, ursprünglich hatte er rund 1130 Euro gekostet.

Wichtig zu wissen ist, dass der Onyx Boox Max 2 keine Display-Beleuch­tung hat, bei Dunkel­heit oder schlechtem Licht ist das Display also nicht lesbar. Heraus­ra­gend und für einen E-Book-Reader unge­wöhn­lich ist natür­lich das 13,3-Zoll-Display. Mit diesen Abmes­sungen passt der Reader zwar noch eine Akten­ta­sche, nicht aber in Hand­ta­schen. Außerdem ist das 325 mal 237 mal 7,5 Milli­meter messende und 550 Gramm wiegende Gerät in sich nicht komplett versteift, sondern biegbar. Man sollte den Onyx Boox Max 2 also am besten immer in der beilie­genden Stoff­ta­sche trans­por­tieren, da er durch diese etwas stabi­li­siert und insbe­son­dere das Display geschützt wird.

Auch sonst ist der Liefer­um­fang ordent­lich ausge­fallen: Außer einem Micro-USB-Kabel befinden sich ein Micro-HDMI-auf-HDMI-Adap­ter­kabel und eine Kurz­an­lei­tung in der Packung. Zum Reader gehört auch ein Einga­be­stift, mit dem man nicht nur durch die Menüs Navi­gieren kann, sondern auch Zeich­nungen anfer­tigen oder Doku­mente mit Anmer­kungen versehen kann. Der Reader hat an der Seite eine Lasche, in die der Stift einge­hängt werden kann, damit dieser nicht verloren geht.

Das beiliegende Zubehör zum Onyx Boox Max 2

Das beiliegende Zubehör zum Onyx Boox Max 2
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

"eInk Mobius": Kunst­stoff- statt Glas-Display Das eInk-Display hat eine Auflö­sung von 2200 mal 1650 Pixel bei 207 ppi. Laut dem Hersteller soll es 16 Grau­stufen anzeigen, was in der Praxis eigent­lich nur bei Zeit­schrif­ten­seiten mit Fotos sichtbar wird, nicht aber bei Texten. Die Snow-Field-Funk­tion soll die Anzahl der für eInk-Displays typi­schen Arte­fakte redu­zieren, wenn man eine Seite umblät­tert. Letzt­end­lich werden dabei nur die Pixel neu geladen, bei denen sich durchs Umblät­tern etwas "ändert", der Rest bleibt einfach stehen.

Onyx bezeichnet seine Display-Technik als "eInk Mobius". Damit ist gemeint, dass das Display kein Glas enthält und dadurch leichter und weniger zerbrech­lich wird. Statt des klas­si­schen Glases gibt es eine dünne trans­pa­rente Kunst­stoff­schicht, die per Touch­ein­gabe genauso einfach zu bedienen sein soll wie eine Glas­ober­fläche. Onyx verspricht, dass bei "eInk Mobius" nur ein Ener­gie­ver­brauch statt­findet, wenn die Seite neu geladen oder umge­blät­tert wird.

In der Praxis spürten wir im Vergleich mit einem Glas-Display einen etwas höheren Wider­stand beim Wischen. Trotzdem reagierte der Bild­schirm zufrie­den­stel­lend. Beim direkten Antippen von Symbolen oder Text­links gab es nie Probleme, beim Wischen waren aber mitunter zwei Versuche notwendig, bis das Display reagierte.

Tech­ni­sche Daten & kosten­lose Bücher finden

Ange­trieben wird der Onyx Boox Max 2 von einem Quad-Core-Prozessor mit 1,6 GHz Takt­fre­quenz, der von 2 GB RAM Unter­stüt­zung erhält. Was für ein Tablet recht schwach­brüstig klingen würde, geht für einen E-Book-Reader aber völlig in Ordnung, da dieser eben über­wie­gend als Lese­gerät dient und nicht für Medi­en­wie­der­gabe oder Spiele gedacht ist. Der Reader verfügt über 32 GB internen Spei­cher.

Für die Wieder­gabe von Audio-Büchern hat der Reader Stereo-Laut­spre­cher und eine Klin­ken­buchse. Auf derselben Schmal­seite wie die Buchse sitzen auch Power­button, Micro-USB- und Micro-HDMI-Port. Vorne unter dem Display liegen die beiden Blät­ter­tasten, die von einer Menü­taste und der Android-Zurück­taste einge­rahmt werden.

Auf dem Onyx Boox Max 2 läuft Android 6. Während unseres Tests hat der Hersteller die Ober­fläche grund­le­gend über­ar­beitet. Version 1 der Ober­fläche hatte klei­nere Icons, beherrschte aber die deut­sche Sprache. Die für uns vorab ausge­lie­ferte Version 2 (eben­falls auf Android 6.01 basie­rend) brachte größere Symbole, eine einfa­chere Benut­zer­füh­rung, war aber zunächst nur auf Englisch oder Chine­sisch nutzbar. Erst nach dem offi­zi­ellen Update auf Version 2 war die Ober­fläche wieder deutsch­spra­chig. Auf jeden Fall kann aus dem Google Play Store jede belie­bige App geladen werden, wenn man sich zuvor mit seinem Google-Account ange­meldet hat. Zuvor muss die Nutzung von Google Play in den Einstel­lungen akti­viert werden, vorein­ge­stellt ist der E-Book-Shop von JDRead, der haupt­säch­lich chine­sisch­spra­chige Lite­ratur enthält.

Mit dem Internet verbindet sich der Reader per WLAN 802.11b/g/n, auch Blue­tooth 4.0 wird unter­stützt. Darstellen bzw. wieder­geben kann der Onyx Boox Max 2 Dateien in den Formaten TXT, HTML, RTF, FB2, FB2.zip, FB3, DOC, DOCX, PRC, MOBI, CHM, PDB, DOC, EPUB, JPG, PNG, GIF, BMP, PDF, DjVu, MP3 und WAV3. Der Li-Polymer-Akku hat eine Kapa­zität von 4100 mAh und soll bei regu­lärer Nutzung rund einen Monat durch­halten.

Die Verpackung des E-Readers

Die Verpackung des E-Readers
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

So kommt man an (kosten­lose) digi­tale Bücher Der Onyx Boox Max 2 hat den Vorteil, dass er nicht - wie die Kindle-Geräte von Amazon - an ein "Content-Universum" gebunden ist. Man kann also prin­zi­piell jedes eBook in einem der zuvor genannten Formate auf den Reader laden und lesen. Der Nach­teil dabei ist, dass sich bei Auslie­fe­rung des Geräts ledig­lich die Bedie­nungs­an­lei­tung im PDF-Format auf dem Reader befindet - und ansonsten kein anderes Buch. Es gibt zwar einen "Store" von Onyx, in dem konnten wir aber nur wenige chine­si­sche Bücher herun­ter­laden.

Zunächst gibt es bei einem E-Book-Reader die klas­si­sche Offline-Vari­ante: Man lädt sich mit dem Computer auf einem der zahl­rei­chen E-Book-Portale digi­tale Bücher herunter und kopiert diese per USB-Kabel auf den Reader. Bücher, die nicht mehr dem Copy­right unter­liegen, sind beispiels­weise auf Portalen wie dem inter­na­tio­nalen sowie dem deut­schen Guten­berg-Projekt erhält­lich. Die auf dem deut­schen Portal zugäng­li­chen Bücher müssen über die Seite epub2go in eine ePub-Datei umge­wan­delt werden.

Amazon-Kindle-App auf dem E-Reader

Amazon-Kindle-App auf dem E-Reader
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Wer Amazon-Prime-Abon­nent ist, hat über die Inklu­siv­leis­tung Prime Reading bereits Zugriff auf mehrere hundert wech­selnde eBooks und digi­tale Zeit­schriften. Hierzu muss aus dem Play Store die Kindle-App instal­liert und dort das betref­fende Amazon-Konto ange­geben werden. Doch auch weitere eBook-Apps wie zum Beispiel die von Kobo enthalten neben kosten­pflich­tigen immer auch eine gewisse Anzahl von kosten­freien eBooks.

Lesen und krea­tives Arbeiten mit Stylus

Egal aus welcher Quelle die Bücher kamen: Der Onyx Boox Max 2 stellte die Bücher in absolut sauberer Qualität und mit einem äußerst scharfen Schrift­bild auf dem Display dar. Dabei arbei­tete der Reader flott, ledig­lich bei vielen Fotos dauerte der Lade­vor­gang die eine oder andere Zehn­tel­se­kunde länger. Das Lesen bei gutem Licht empfanden wir als sehr augen­scho­nend und ange­nehm. Ledig­lich bei schlech­terem Licht machte sich die fehlende Display-Beleuch­tung bemerkbar.

Auch kleine Schriftarten in Büchern werden gestochen scharf dargestellt

Auch kleine Schriftarten in Büchern werden gestochen scharf dargestellt
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Einen Unter­schied bei der Herkunft der Bücher bemerkten wir aller­dings bei den Blät­ter­tasten: Diese funk­tio­nierten nur, wenn wir Bücher, Zeit­schriften oder Noten­blätter direkt in den Spei­cher des Readers kopiert hatten und von dort aufriefen. Lasen wir ein Buch in der Kindle- oder Kobo-App, funk­tio­nierten die Blät­ter­tasten entweder gar nicht oder es wurde statt­dessen die Wieder­ga­be­laut­stärke des Laut­spre­chers erhöht bzw. vermin­dert. Das kann an Onyx liegen, aber auch an den App-Entwick­lern, denen die Onyx-Reader mögli­cher­weise unbe­kannt sind. Unschön ist es trotzdem.

Die beiden mittleren Blättertasten funktionieren nur in der vorinstallierten Reader-App, nicht aber in externen Apps

Die beiden mittleren Blättertasten funktionieren nur in der vorinstallierten Reader-App, nicht aber in externen Apps
Bild. teltarif.de / Alexander Kuch

Klappte das Umblät­tern über die beiden Buttons nicht, mussten wir statt­dessen über das Display wischen. Das klappte mit den Fingern nicht immer störungs­frei, insbe­son­dere bei Zeit­schriften mit viel wech­selndem Inhalt gab es dabei Ruckler oder erfolg­lose Blät­ter­ver­suche. Deut­lich besser klappte das Umblät­tern hingegen mit dem beilie­genden Einga­be­stift.

Die Darstellung von Fotos bei Rezepten ist auf einem Farbdisplay natürlich schöner

Die Darstellung von Fotos bei Rezepten ist auf einem Farbdisplay natürlich schöner
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Im Verlauf unseres Tests schauten wir diverse Medi­en­gat­tungen auf dem Onyx Boox Max 2 an: Koch­re­zepte mit Bildern, Noten­blätter, Grafiken, Zeitungen wie das ePaper des Handels­blatts über die verlags­ei­gene App. Das Lesen von Texten auf weißem Hinter­grund war dabei stets ange­nehm, dank der großen Bild­schirm­dia­go­nale sogar bei kleinen Schrift­arten. Etwas anstren­gend war es, wenn in Zeit­schriften oder Apps die Schrift auf dunk­leren Hinter­gründen oder Fotos plat­ziert waren. Krea­tives Arbeiten mit dem Onyx Boox Max 2 Im Haupt­menü des Onyx Boox Max 2 befindet sich die Anwen­dung "Notizen". Deren Funk­ti­ons­um­fang entspricht dem anderer Notiz-Apps von Geräten mit Stift­ein­gabe. Und hier entfaltet auch der beilie­gende Stift sein ganzes Poten­zial. Es ist auch möglich, während der Stift­ein­gabe die Reak­tion des Displays auf den Hand­ballen abzu­schalten, was sehr sinn­voll ist.

Ansonsten lassen sich mit der Notiz-App nicht nur Linien in verschie­denen Stärken zeichnen, auch Text­felder, Formen und Tabellen können gene­riert werden. Mit dem Radierer kann der Nutzer nicht nur ausge­wählte Bereiche, sondern ganze Linien oder den ganzen Doku­men­ten­in­halt löschen.

Vorle­se­funk­tion, HDMI-Über­tra­gung & Fazit

Da der Onyx Boox Max 2 auch über Laut­spre­cher verfügt, eignet er sich für die Wieder­gabe von Hörbü­chern. Dies haben wir mit Audible getestet. Nach der Instal­la­tion der Audible-App konnten wir die bereits erwor­benen Hörbü­cher (von denen es bei Audible auch immer wieder kosten­lose gibt) herun­ter­laden und anhören. Dabei mussten wir die Laut­stärke meist recht weit hoch­drehen, um die Spre­cher verstehen zu können.

Grund­sätz­lich lässt sich sagen, dass die einge­bauten Laut­spre­cher für die Sprach­wie­der­gabe in Ordnung sind, für die Musik­wie­der­gabe sind sie aller­dings etwas zu quäkig und zu bassarm. Hierfür sollte man also kabel­ge­bun­dene oder Blue­tooth-Kopf­hörer oder einen externen Blue­tooth-Laut­spre­cher verwenden.

Lautsprecher und Typenschild auf der Rückseite

Lautsprecher und Typenschild auf der Rückseite
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Im Test stellten wir fest, dass es sich bei dem HDMI-Port um keinen Ausgang, sondern um einen Eingang handelt. Das Bild des Readers kann also nicht auf einen Fern­seher über­tragen werden, was bei grund­sätz­lich hoch­kant darge­stellten Medien wie Büchern oder Zeit­schriften auch kaum sinn­voll wäre. Wir konnten über den HDMI-Eingang aber den Windows-Bild­schirm eines Laptops über­tragen. Die Darstel­lung auf dem Onyx Boox Max 2 war aller­dings etwas ungenau; mit kleinen Schriften und Link-Unter­strei­chungen kam der Reader per HDMI-Input nicht zurecht.

Die Über­tra­gung eines iPhone-Bild­schirms per Original-Apple Light­ning-auf-HDMI-Adapter klappte nicht, der Bild­schir­m­in­halt konnte nicht über­tragen werden. Die Spie­ge­lung eines Android-Bild­schirm konnten wir mangels eines Micro-USB-auf-HDMI-Adap­ters nicht testen. Wenn Onyx den Reader als Zweit-Display für mobile Geräte sieht, sollten am besten auch gleich Adap­ter­kabel von Light­ning, Micro-USB und USB-C auf Mini-HDMI beiliegen, der Umweg über die große HDMI-Buchse bringt in dem Fall nichts.

Anschlüsse neben dem Powerbutton

Anschlüsse neben dem Powerbutton
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Fazit: Tolles Display, dem die Beleuch­tung fehlt Gegen­über geschlos­senen Systemen wie dem Amazon Kindle bietet der Onyx Boox Max 2 die Option, jedes belie­bige eBook-Format auf dem Gerät anzu­zeigen. Selbst­ver­ständ­lich werden auch Hörbü­cher, PDFs und Audio­da­teien wieder­ge­geben. Der Reader ist damit deut­lich flexi­bler einsetzbar als Geräte mit einer starken Bindung an einen Buch­shop.

Ein heraus­ra­gendes Merkmal des Onyx Boox Max 2 ist sein sehr gut lesbares 13,3-Zoll-Display, dem aller­dings leider bei schlechten Licht­ver­hält­nissen die Beleuch­tung fehlt. Dafür hält der 4100-mAh-Akku bei regu­lärer Nutzung mehrere Wochen durch. Auch klei­nere Schriften werden sowohl bei Büchern als auch Zeit­schriften absolut klar darge­stellt. Weniger über­zeugt hat uns der Laut­spre­cher, der aber für Hörbü­cher in Ordnung geht. Ohne passendes Adap­ter­kabel sehen wir wenig Sinn für den HDMI-Eingang. Eine sinn­volle Idee ist aber der beilie­gende Einga­be­stift nebst Notiz­funk­tion, mit dem sich Krea­tive auf dem großen Display austoben können.

Auf einer separaten Übersichtsseite präsentieren wir Ihnen die bekanntesten momentan erhältlichen E-Book-Reader in der Übersicht.

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Onyx Boox Max 2 im Test
  2. Tech­ni­sche Daten & kosten­lose Bücher finden
  3. Lesen und krea­tives Arbeiten mit Stylus
  4. Vorle­se­funk­tion, HDMI-Über­tra­gung & Fazit

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