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05.06.2014 - 17:35
Erpressungs-Hacker

Großes Kennenlernen vor Gericht - Online-Bande erpresst Online-Shops

Betroffene Online-Shops sollten zwischen 150 und 350 Euro zahlen

Fünf junge Männer sollen bundesweit mehr als 40 Online-Shops lahmgelegt und dann die Betreiber erpresst haben. Das Landgericht Gießen verhandelt seit heute über den Fall, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu den bislang größten dieser Art in Deutschland zählt. Die Ermittler werfen den Angeklagten vor, die Shops in den Jahren 2010 und 2011 angegriffen zu haben.

Sie sollen von den Laden-Betreibern zwischen 150 und 350 Euro verlangt haben, damit sie ihre Attacken beenden. Die meisten seien aber nicht darauf eingegangen. Die Umsatzeinbußen liegen den Ermittlern zufolge bei mindestens 180 000 Euro.

Die Männer räumten die Taten ein, die sie in jeweils wechselnder Beteiligung begangen haben sollen. Die Angeklagten waren zur Tatzeit zwischen 16 und 21 Jahre alt. Der Jüngste im Bunde sagte, es sei ihm nicht primär um das Geld, sondern um Anerkennung gegangen. "Es war eine Prestige-Handlung." Die Gruppe soll die Shops lahmgelegt haben, indem sie die Server mit Anfragen bombardierten, so dass diese zusammenbrachen - also eine Denial-of-Service-Attacke. Großes Kennenlernen vor Gericht - Bande agierte nur im Internet

Vor dem Landgericht Gießen lernen sich fünf Männer kennen - gemeinsam hatten sie Online-Shops erpresst.

Vor dem Landgericht Gießen lernen sich fünf Männer kennen - gemeinsam hatten sie Online-Shops erpresst.
Bild: dpa

Die Angeklagten gehörten den Ermittlern zufolge zu einer Szene, die sich in speziellen Foren im Internet traf. Der Kontakt sei rein virtuell gewesen, er sehe die anderen jetzt vor Gericht das erste Mal, sagte ein Angeklagter. Die jungen Männer kommen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

An den Ermittlungen war das Bundeskriminalamt beteiligt sowie die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität. Sie gehört zur hessischen Generalstaatsanwaltschaft und sitzt in Gießen. Die Urteile werden Ende Juni erwartet.

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dpa / Hans-Georg Kluge

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