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26.02.2019 - 14:10
NGMN

5G: Technologie fertig, Anwendungen gesucht

Die NGMN Alliance verändert ihren Fokus

Die Next Genera­tion Mobile Network Alli­ance (kurz NGMN), eine Inter­es­sen­ver­tre­tung der Netz­be­treiber, hat ihr erstes Ziel erreicht: Die 5G-Tech­no­logie ist fertig spezi­fi­ziert. Die Ausrüster vertreiben 5G-Basis­sta­tionen. Die Chip-Hersteller liefern bereits Vorab-Muster ihrer 5G-Chip­sätze aus, und in wenigen Monaten werden erste 5G-Smart­phones mit eben diesen Chip­sätzen den Massen­markt errei­chen. Diese Smart­phones werden neben der 5G-Unter­stüt­zung noch eine weitere Neuheit bieten: falt­bare Displays. Und 5G-Router für den Heim­ein­satz werden sogar bereits an echte Endkunden gelie­fert.

Einer der Vorreiter beim Aufbau der 5G-Netze ist der US-ameri­ka­ni­sche Netz­be­treiber AT&T. Igal Elbaz, SVP für draht­lose Netz­werk­ar­chi­tektur und Design bei AT&T erklärte: "Dies hier ist Realität, kein Verspre­chen". Alle Nutzungs­sze­na­rien seien bei AT&T bereits real.

Ist die NGMN Alli­ance damit am Ziel ange­kommen und kann aufge­löst werden? Nun, anschei­nend nicht, sonst würde sie keine Pres­se­kon­fe­renz auf dem Mobile World Congress in Barce­lona mehr abhalten. Viel­mehr sieht die MGMN ihren nächsten Schritt nun darin, neben der Breit­band-Versor­gung von Smart­phones weitere Anwen­dungen für 5G-Netze zu etablieren. Intel­li­gente Strom­netze

Guangyi Liu von China Mobile spricht über Smart Grids

Guangyi Liu von China Mobile spricht über Smart Grids
Foto: teltarif.de

Guangyi Liu, Wire­less Chief Tech­no­logy Officer (CTO) von China Mobile, nannte das Manage­ment intel­li­genter Strom­netze als eine wich­tige Anwen­dung für 5G-Netze: Ziel ist es, die schnell stei­gende Strom­pro­duk­tion aus erneu­er­baren Ener­gie­quellen in China optimal zu nutzen und teure Abschal­tungen zu vermeiden. So betrug die Neuin­stal­la­tion an Foto­vol­taik in China in jedem der letzten drei Jahre über 34 GWp (Giga­watt Peak). Die Wind­strom­pro­duk­tion in China betrug letztes Jahr 366 TWh, und damit mehr als die gesamte umstrit­tene Kohle­strom­pro­duk­tion in Deutsch­land. Doch wie hier­zu­lande auch, wird durch den stei­genden Anteil von erneu­er­barer Energie die Netz­steue­rung in China kompli­zierter.

Arash Ashou­riha, SVP der Gruppe SVP Tech­no­logie Inno­va­tion bei der Deut­schen Telekom, legte in seinem Vortrag den Fokus auf der Verbes­se­rung von Produk­ti­ons­pro­zessen in der Indus­trie. Bisher sind die diversen Roboter, Förder­wagen und Mess­ge­räte eines Produk­ti­ons­stand­ortes über Kupfer- oder WiFi-Netze mitein­ander verknüpft. Kupfer ist aufwendig in der Instal­la­tion und der Umkon­fi­gu­ra­tion, wenn eine Produk­ti­ons­straße an ein neues Produkt ange­passt wird. WiFi hat das bekannte Problem der gegen­sei­tigen Störungen, wenn die Zahl der Endge­räte zu hoch steigt. Der Abstand zwischen theo­re­tisch mögli­cher und real erzielter Bitrate wird dann immer größer. Dedi­zierte Netz­seg­mente (network slices) der kommenden 5G-Netze sollen hingegen dank der besseren Ressourcen-Allo­ka­tion von 5G nicht so schnell über­lasten.

Durch das Network Slicing kann zudem fest­ge­legt werden, welche Kapa­zität der jewei­ligen Produk­ti­ons­halle garan­tiert zur Verfü­gung steht. Private Endge­räte können diese reser­vierten Kapa­zi­täten mitnutzen, wenn sie gerade nicht für die Produk­tion benö­tigt werden, müssen aber sofort zurück­ste­cken, wenn der Band­brei­ten­be­darf der indus­tri­ellen Endge­räte wieder steigt. Als Pilot­pro­jekt wurde heute ein Campus-Netz­werk mit dem Leucht­mittel-Hersteller Osram gestartet. Video­kon­fe­renz mit 4K Seizo Onoe, Chief Tech­no­logy Archi­tect bei NTT Docomo, Japan, sieht den kabel­losen Fest­netz­er­satz nicht als Haupt­an­wen­dung für 5G in Japan: "Wir haben gute Glas­fa­ser­netz­werke". Ein mobiles Einsatz­ge­biet für 5G ist aber die Tele­me­dizin: Ein Arztbus kommt zum Pati­enten statt der Patient zum Arzt. Benö­tigt der Arzt im Bus weiteren Rat von einem Kollegen, kann er diesen sofort per 4K-Video­kon­fe­renz zuschalten. Hier kommt es auf hohe Bild­qua­lität an - die Ursache und die Gefähr­lich­keit einer Haut­ver­än­de­rung kann man mit einem WhatsApp-Video­call beim derzeit übli­chen Quali­täts­ni­veau sicher nicht beur­teilen.

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