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17.04.2019 - 13:54
Pannenserie

Bericht: Probleme bei N26 noch größer als erwartet

Konten offenbar für Geldwäsche missbraucht

Die Online-Bank N26 hat Quali­täts­pro­bleme. Wir haben bereits über den Fall eines Kunden berichtet, dessen Konto um 80 000 Euro erleich­tert wurde und der anschlie­ßend Schwie­rig­keiten hatte, jemanden vom Support der Bank zu errei­chen. Das Problem wurde inzwi­schen gelöst und N26 hat Verbes­se­rungen im Kunden­ser­vice ange­kün­digt.

Nach Recher­chen des Nord­deut­schen Rund­funks und der Süddeut­schen Zeitung geht gehen die Probleme bei N26 aber noch viel weiter. So seien mehrere hundert Konten der Bank offenbar zur Geld­wä­sche im Zusam­men­hang mit Online­be­trug verwendet worden. Den Angaben zufolge umfasst die Liste von Konten, die für Fake-Shops oder eBay-Betrug verwendet wurden, knapp 400 IBAN-Nummern. Kunde eröff­nete unge­wollt N26-Konto

Weitere Probleme bei N26

Weitere Probleme bei N26
Fotos: naschman-fotolia_com/N26, Montage: teltarif.de

Wie es weiter heißt, sind Krimi­nelle offenbar durch Iden­ti­täts­dieb­stahl an die Konten gelangt. So berichten NDR und Süddeut­sche Zeitung über einen Ange­stellten aus Bayern, der für ein angeb­li­ches Markt­for­schungs­in­stitut den Video-Chat von N26 über­prüfen sollte. Was er nicht wusste: Er hat nicht nur zum Schein, sondern tatsäch­lich ein Konto bei N26 eröffnet. Die Gangster über­nahmen dieses Konto für ille­gale Machen­schaften.

Als der unge­wollte N26-Kunde bemerkte, dass etwas nicht in Ordnung ist, versuchte er laut NDR und SZ zwei Wochen lang verge­bens, von der Berliner Bank Infor­ma­tionen über das auf seinen Namen abge­schlos­sene Konto zu erhalten. Erst nachdem sich die beiden Medien einschal­teten, teilte N26 mit, das Konto sei geschlossen worden, nachdem auch das Kredit­in­stitut einen Betrugs­fall bemerkte.

Damit ist das Thema aller­dings noch nicht vom Tisch, wie es weiter heißt. Es sei nämlich noch nicht klar, ob dem Kunden finan­zi­eller Schaden entstanden sei. Immerhin räumte N26-Chef Valentin Stalf ein, die Kommu­ni­ka­tion mit dem Nutzer sei "schlecht gelaufen". Aller­dings habe die Bank alles dafür getan, um Schaden zu mini­mieren. Erkennt N26 verdäch­tige Trans­ak­tionen zu spät? NDR und SZ vermuten dennoch, dass N26 mögli­cher­weise verdäch­tige Trans­ak­tionen nicht oder nicht zeitnah erkennt. So seien für ille­gale Geschäfte genutzte Konten zum Teil tage- oder sogar wochen­lang nicht geschlossen worden. N26 steht wiederum auf dem Stand­punkt, "in vielen Berei­chen deut­lich sicherer" zu sein als der Markt­durch­schnitt. Es gebe aber Bedro­hungs­sze­na­rien, wo sich das Unter­nehmen ständig weiter­ent­wi­ckeln müsse. Auf neue Betrugs­ma­schen reagiere N26 sofort.

Beson­ders fatal ist die Situa­tion, weil sogar getäuschten Konto­in­ha­bern zusätz­li­cher Ärger durch die Staats­an­walt­schaft droht. Denkbar seien Verfahren wegen leicht­fer­tiger Geld­wä­sche und Zivil­klagen von Kunden, die durch Fake-Shops betrogen wurden. So ist es durchaus verständ­lich, dass auch Nutzer, die bislang ein Konto bei N26 genutzt hatten, vorsichtig geworden sind. Gegen­über teltarif.de erklärten gleich mehrere Nutzer, das Vertrauen in die Bank verloren zu haben und das Konto vorerst nicht weiter zu verwenden.

N26 gehörte im vergan­genen Jahr zu den ersten Kredit­in­sti­tuten, die in Deutsch­land die Nutzung von Apple Pay und Google Pay anboten.

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