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14.08.2017 - 08:54
Kurios

Ausprobiert: Mobilfunk in Gibraltar

Unklare Zukunft für EU-Roaming

Derzeit gehört Großbritannien noch zur Europäischen Union. Gibraltar nimmt dabei einen Sonderstatus ein. So sind die Einwohner der Halbinsel aus EU-Sicht keine Staatsangehörigen des Vereinigten Königreichs. Zudem ist Gibraltar nicht Teil des europäischen Binnenmarkts. Das EU-Roaming greift wiederum auch in diesem britischen Überseegebiet. Somit können auch deutsche Mobilfunkkunden ihre Tarife nach dem Prinzip "Roam like at home" benutzen.

Unklar ist die Zukunft des Roamings ohne Aufpreis nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU. Während die Deutsche Telekom beispielsweise angedeutet hat, das Vereinigte Königreich vorerst in der EU-Tarifzone zu belassen (was noch nicht zwingend bedeutet, dass das auch für Gibraltar gilt), will o2 Länder, die die Europäische Union verlassen, in die Weltzone 3 einordnen, so dass Telefonate nach Deutschland beispielsweise 1,49 Euro pro Minute kosten würden.

Neben Gibtelecom und Shine auch spanische und marrokanische Netze zu empfangen

Neben Gibtelecom und Shine auch spanische und marrokanische Netze zu empfangen
Foto: teltarif.de

Prepaid-LTE-Flat: 11 Euro für eine Woche Gibtelecom bietet auch für Touristen erhältliche Prepaidkarten an, deren Anschaffung sich trotz EU-Roaming auch jetzt schon lohnen könnte. Anders als bei der Nutzung deutscher SIM-Karten steht mit der Wertkarte des lokalen Betreibers nämlich auch der Internet-Zugang über LTE zur Verfügung. Dabei kostet eine echte Daten-Flat für sieben Tage 10 Pfund, umgerechnet also etwas mehr als 11 Euro.

Wer vielleicht nur einen Tagesausflug vom Spanien-Urlaub aus nach Gibraltar unternimmt, wird - zumindest solange das EU-Roaming noch nutzbar ist - vermutlich auf die Anschaffung einer Gibtelecom-Prepaidkarte verzichten und stattdessen mit dem aus Deutschland gewohnten Tarif roamen. Dabei muss allerdings mit Einschränkungen bei mobilen Datendiensten gerechnet werden. Schlechte UMTS-Performance für Roaming-Kunden

Baissstation direkt am Grenzzaun zu Spanien

Baissstation direkt am Grenzzaun zu Spanien
Foto: teltarif.de

Die Performance des UMTS-Netzes lässt oft sehr zu wünschen übrig, wie sich im teltarif.de-Test vor Ort gezeigt hat. Teilweise muss man als Kunde mit weit weniger als 1 MBit/s auskommen. Hin und wieder gestaltete sich selbst der Austausch von Nachrichten und Fotos per WhatsApp schwierig. Das Netz ist offenbar hoffnungslos überlastet - kein Wunder, wenn die große Anzahl roamender Touristen ausschließlich den 3G-Standard nutzen kann und keine Möglichkeit hat, auf LTE auszuweichen.

Wer sich auf den Felsen begibt, muss hier und da sogar ohne Funkversorgung auskommen oder mit dem GSM-Netz von Gibtelecom vorliebnehmen. Vermutlich lohnt sich für den kleinen Netzbetreiber, der auch für den Betrieb des Festnetzes verantwortlich ist und sogar noch Telefonzellen betreibt, der weitere Ausbau nicht.

Auf dem Felsen und ganz im Süden der Halbinsel tauchen in der Netzliste neben Gibtelecom und den spanischen Netzen auch die Betreiber aus Marokko in der Netzliste auf. Kein Wunder, denn von hier besteht auch Sichtverbindung zur nordafrikanischen Küste. Die Signale sind zwar recht schwach. Wer sich hier aufhält, sollte dennoch darauf achten, dass sich das Smartphone oder Tablet nicht unbeabsichtigt in ein Handynetz aus Marokko einbucht. Das ist dann nämlich wirklich Übersee - ohne EU-Roaming und mit entsprechend hohen Kosten. Tipps und Tricks für die Mobilfunknutzung im Ausland haben wir in unserem Roaming-Ratgeber zusammengestellt.

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  2. Unklare Zukunft für EU-Roaming

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