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13.06.2019 - 21:35
Los gehts

Haas: Aus Fehlern lernen - 20 Jahre Auktion sind genug

Entscheidung über Lieferanten im dritten Quartal

In Rahmen einer kurz­fristig anbe­raumten Tele­fonkon­ferenz vermit­telte ein gut gelaunter Markus Haas, CEO von Telefónica Deutsch­land, seine Einschät­zung und die Bewer­tung 5G-Auktion für sein Unter­nehmen. 20 Jahre Auktionen sind genug

Marcus Haas erläuterte in einer Telefonkonferenz seine Planungen zum Start von 5G und dem weiteren Ausbau im o2-Netz

Marcus Haas erläuterte in einer Telefonkonferenz seine Planungen zum Start von 5G und dem weiteren Ausbau im o2-Netz
Foto: Telefónica Deutschland

Mehr als 20 Jahre mache Deutsch­land jetzt Auktionen, für Haas ist es die fünfte Auktion, woran er unmit­telbar betei­ligt ist. Man müsse nach vorne blicken, zügig voran­kommen und aus den Fehlern, die gemacht wurden, lernen. Eins sei für ihn klar, eine Auktion sei eindeutig der falsche Weg, nach 20 Jahren müsse die Praxis drin­gend geän­dert werden. Haas plädierte dafür, sich an den Nationen zu orien­tieren, welche die besten Netze betreiben. Haas schätzt, dass die Diskus­sion darüber in Kürze einen neuen Höhe­punkt erleben werde. Schon im Jahre 2018 hatten die Mobil­funk­netz­betreiber das fran­zösi­sche Modell vorge­schlagen. Viel Netz­ausbau fürs Aukti­onsgeld Der hohe Aukti­onspreis tut weh: „Mit 6,6 Milli­arden hätten wir viel Netz­ausbau aufholen können. Jetzt geht das Geld nach Bonn und Berlin und nicht in den Neuaufbau.“ Schon früh habe die Branche darauf hinge­wiesen. „Es geht um Deutsch­land. Die Menschen können nicht in der notwen­digen Geschwin­digkeit von den Vorteilen der neuen Technik profi­tieren.“ 60 MHz Minimum Beim Planen der notwen­digen Frequenz-Ressourcen hatten ihm alle Netz­werk­hersteller gesagt, dass man bei einer Frequenz von 3,6 GHz etwa 60 MHz Band­breite brauche. Tele­fonica hat 70 MHz erstei­gert, was für o2 mehr als ausrei­chend sei. Nur: Dieses Ergebnis wäre schon viel früher möglich gewesen. Ausbau von 4G geht weiter Telefónica wird sein eigenes Netz weiter mit 4G (LTE) ausbauen, dieses Jahr gingen schon 2.500 Stationen on air, berich­tete Haas, der nochmal darauf hinwies, dass die Frequenz 3,6 GHz für einen flächen­deckenden Ausbau gar nicht geeignet sei. Viele seiner Stationen seien aber bereits „5G-ready“.

Haas wolle „nach vorne schauen“, denn Jammern helfe nichts. Dennoch verfolge Telefónica weiter seine einge­reichte Klage gegen die Verstei­gerungs­bedin­gungen, insbe­sondere die Vorab­zutei­lung von Frequenzen für die Indus­trie hält man in München weiter für rechts­widrig.

Für den Ausbau in der Fläche sind nied­rige Frequenzen wichtig. „Wir erwarten auf 800 MHz eine Verlän­gerung unserer Lizenzen (ohne neue Auktion), das wäre eine wich­tige Botschaft“, findet Haas.

Auf dem Wunsch­zettel stehen mehr Frei­heiten bei der Koope­ration mit anderen Netz­betrei­bern, speziell beim Ausbau im länd­lichen Raum. Hier sei Unter­stüt­zung vom Kartellamt und der Bundes­netz­agentur notwendig. Telefónica sei zu Koope­ration bereit, das müsse aber frei­willig geschehen dürfen. Staat­lich geför­dertes Ausbau­programm? "Wenn wir eine flächen­deckende Netz­versor­gung der nicht bewohnten Gebiete wollen, sollte der Staat gezielt in den Netz­aufbau inves­tieren. Haas stellt sich eine „prag­mati­sche Förde­rung, unter der Leitung der Bundes­netz­agentur oder des Digi­talmi­niste­riums “ vor. Es sollten einfache Verfahren ohne kompli­zierte Einzel­geneh­migung sein. 1 Milli­arde pro Jahr Telefónica wird für 5G etwa eine Milli­arde pro Jahr ausgeben und sei auch bereit, aufzu­stocken. Der genaue Invest­ment­plan solle im Laufe des Jahres erstellt werden. 5G wird in urbanen (städ­tischen) Gebieten auf 3,6 GHz erfolgen, in der Fläche auf 700 MHz.

Im dritten Quartal will Telefónica entscheiden, bei welchen Liefe­ranten die notwen­dige Technik einge­kauft werden soll, dann werde man auch Namen nennen.

Haas sieht sich gut gerüstet, denn „75 Prozent unserer Stand­orte sind bereits mit Glas­faser ausge­stattet. [Update]: Auf Nach­frage hat Telefónica diese Zahl konkre­tisiert: "Eine zwei­stel­lige Prozent­zahl unserer Mobil­funk­stand­orte verfügt bereits über einen Glas­faser­anschluss. Für 75 Prozent unserer Stand­orte ist die Anbin­dung mit leis­tungs­fähigen Glas­faser­anschlüssen bereits durch umfang­reiche Glas­faser-Koope­rationen mit anderen Netz­betrei­bern und Infra­struk­turdienst­leis­tern gesi­chert.[Ende des Updates]

Viele Stationen lassen sich über ein Soft­ware-Upgrade auf 5G hoch­rüsten, der Aufwand nicht mehr so groß.“

Haas plädierte für einen koor­dinierten Ausbau in der Fläche, man werde Stand­orte seinen Mitbe­werbern proaktiv anbieten. „Wir sind offen für aktives Network-Sharing, wir suchen noch Partner für 5G in der Fläche.“ Wann geht es los? Als Zeit­plan stellt sich Haas zunächst 700 MHz in der Fläche und die Verdich­tung der Städte vor, dann will er Campus­netze bauen. 5G-fähige-Geräte sollen schon früh in Markt gebracht werden, damit sich die Kunden daran gewöhnen könnten. Vermut­lich würden viele Endkunden erst später zugreifen.

Weiter bleibt der 4G Layer mVoLTE der Basis-Layer für den Netz­ausbau, auch für 5G. Koope­rationen auf Augen­höhe mit anderen Netz­betrei­bern Haas stellt sich Koope­rationen beim Netz­betrieb vor. Es solle kein einfa­ches 5G-Roaming geben, sondern der Wunsch­partner solle eben­falls ein 4G-Netz aufbauen, um dann 2G/3G/4G Roaming haben zu können. Die Koope­ration soll dann auch ein Handover ins jewei­lige 5G-Netz enthalten, eine konkrete Verein­barung gebe es aber noch nicht. Wann wird der erste 5G-Tarif "kaufbar" sein? Das 4G-Netz von o2 ist bereits "5G-ready", aber die Einschal­tung des 5G-Netzes von o2 werde 2019 nicht mehr erfolgen. o2 habe bundes­weit die meisten Privat­kunden, die Städte seien heute schon gut ausge­baut, und schnell auf 5G umrüstbar.

Für 5G gebe es intern schon unter­schied­liche Preis­modelle, aber noch keine konkrete Entschei­dung.

Für Haas geht es "jetzt los". Dieses Jahr seien wich­tige Entschei­dungen für die nächsten Jahre getroffen werden. Neben der abge­schlos­senen 5G-Auktion sei das die bean­tragte Fusion von Voda­fone und Unity­media und die Entschei­dung zur Zukunft der Glas­faser.

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