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03.02.2019 - 17:21
Gesundheit

5G-Technologie: Gefahr oder Chance für die Gesundheit?

5G-Sendeleistung steht im Fokus der Diskussionen

Politik und Regie­rung, Netz­werk­aus­rüster, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zerne sowie Endge­rä­te­her­steller sind sich im Prinzip einig: Ohne 5G-Tech­no­logie wird Deutsch­land bei großen Zukunfts­themen wie künst­liche Intel­li­genz, auto­nomes Fahren oder Tele­me­dizin voll­kommen abge­hängt. Disku­tiert wird vor allem über die Frage, wie die Netz­be­treiber möglichst zügig ein flächen­de­ckendes 5G-Netz aufbauen können. Eine durchaus nach­voll­zieh­bare Debatte, schließ­lich kämpfen Bundes­re­gie­rung sowie Telekom, Voda­fone und o2 auch heute noch mit unzäh­ligen Funk­lö­chern in den LTE-Netzen. Und genau dies möchte man verständ­li­cher­weise beim kommenden Mobil­funk­stan­dard von Anfang an vermeiden. Poten­zi­elle Gesund­heits­ri­siken

5G: Gefahr oder Chance für die Gesundheit?

5G: Gefahr oder Chance für die Gesundheit?
Fotos: Vodafone/shapiso-fotolia.com, Montage: teltarif.de

Weitaus weniger im Fokus stehen aller­dings poten­zi­elle Gesund­heits­ge­fahren durch den neuen Mobil­funk­stan­dard. Das ist eini­ger­maßen bemer­kens­wert, denn als zu Beginn der 1990er-Jahre die GSM-Netze an den Start gingen, waren vor allem Anwohner hoch­gradig skep­tisch. Immer wieder gab es Proteste und Gerichts­ver­fahren, die Sorge vor unkal­ku­lier­baren Gesund­heits­ri­siken durch GSM-Sende­an­lagen waren groß. Es wurden unzäh­lige Studien zu mögli­chen gesund­heit­li­chen Folge­schäden durch Mobil­funk­strah­lung in Auftrag gegeben. Auch fast 30 Jahre später gibt es nach wie vor keine hand­festen wissen­schaft­li­chen Ergeb­nisse zu dem Thema. Doch was bedeutet dies nun konkret mit Blick auf 5G für die Zukunft? Höhere Sende­leis­tung So lange es keine beleg­baren wissen­schaft­li­chen Ergeb­nisse gibt, raten Medi­ziner nach wie vor zum sorg­samen Umgang mit der Mobil­funk­tech­no­logie. Dazu gehört zum Beispiel die Nutzung der Frei­sprech­funk­tion, eines Head­sets bzw. eines Smart­phones mit einem tenden­ziell nied­rigen SAR-Wert. Auch sollte das Gerät möglichst nicht in Räumen benutzt werden, wo eine erhöhte Sende­leis­tung erfor­der­lich ist. Dies trifft typi­scher­weise auf bestimmte Stahl­be­ton­bauten zu. Diese Empfeh­lungen beziehen sich auf alle bereits exis­tie­renden und künf­tigen Mobil­funk­stan­dards.

Wichtig ist in diesem Zusam­men­hang zu unter­strei­chen, dass wir hier nicht von ioni­sie­render, sondern von nicht-ioni­sie­render elek­tro­ma­gne­ti­scher Strah­lung spre­chen. Dazu zählen neben dem Mobil­funk weiterhin Radio und Radar­wellen. Zudem wurden gerade aus Gründen der Gesund­heits­prä­ven­tion für elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung zusätz­lich sehr nied­rige Grenz­werte fest­ge­legt. Korrekt ist aller­dings, dass die Strah­len­ex­po­si­tion durch 5G noch einmal deut­lich zunehmen wird. Grund dafür ist, dass die neue Tech­no­logie ein erheb­lich engma­schi­geres Netz benö­tigt und deshalb sehr viel mehr Sende­an­lagen als im Falle von UMTS oder LTE benö­tigt werden. Mit anderen Worten: Der Abstand zwischen Mensch und Antenne wird kürzer, es entsteht eine höhere Zwangs­ex­po­si­tion. Ist 5G erst einmal flächen­de­ckend einge­führt, haben Anwohner noch weniger Möglich­keiten, der elek­tro­ma­gne­ti­schen Strah­lung im Alltag aus dem Weg zu gehen. Berech­tigte Sorgen? Präven­tion ist beim Thema Gesund­heit beson­ders wichtig. Politik und Netz­be­treiber sind gut beraten, die Sorgen der Bürger nicht auszu­blenden. Dennoch sollte man das Thema aus einer möglichst sach­li­chen Perspek­tive betrachten. Die D- und E-Netze sind seit den 1990er-Jahren in Betrieb und wurden ständig weiter ausge­baut. Heute nutzen Milli­arden Menschen auf der Erde jeden Tag ein Mobil­te­lefon. Empi­risch belegt ist zumin­dest, dass es auch nach 30 Jahren Mobil­funk in Deutsch­land keine expo­nen­ti­elle Zunahme an beispiels­weise Hirn­tu­moren gibt.

Das heißt im Umkehr­schluss natür­lich nicht, dass die Gefahr­lo­sig­keit elek­tro­ma­gne­ti­scher Strah­lung belegt ist. Mit der Einfüh­rung von 5G wird man sich auf jeden Fall noch einmal erneut die Grenz­wert-Thematik anschauen müssen. Auch die Effi­zienz der Sende­an­lagen inklu­sive einer geogra­fisch sinn­vollen Posi­tio­nie­rung wird eine noch größere Rolle spielen. Klar ist aber auch: Ein zukunfts­fä­higes mobiles Kommu­ni­ka­ti­ons­netz kommt nicht ohne mehr Sende­an­lagen aus. Ironi­scher­weise sind wir damit auch wieder beim Thema Medizin: Denn 5G macht es möglich, dass der Haus­arzt, Kardio­loge oder Onko­loge per Video­schal­tung auch schnell dort sein kann, wo bislang keine breit­ban­dige Inter­net­lei­tung liegt. Zumin­dest in dieser Hinsicht leistet die Tech­no­logie also auf jeden Fall einen Beitrag zu mehr Gesund­heit.

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Björn König

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