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20.10.2017 - 17:42
Kult-Smartphone

iPhone 8 Plus im Test: Langeweile mit Detailverbesserung

Software, Telefonie, Akku & Fazit

Software: iOS 11 an Bord Ausgeliefert wird das iPhone 8 Plus wie auch das kleinere iPhone 8 mit der aktuellen iOS-Version 11, für die zwischen­zeitlich drei Bugfix-Updates veröffentlicht wurden. Das neue Betriebs­system unterscheidet sich in seiner Optik kaum von iOS 10, setzt aber bei den Funktionen vereinzelt neue Akzente. Von den meisten Features profitieren indes nicht nur Käufer eines der aktuellen Apple-Modelle, sondern auch Besitzer älterer Handhelds, die sich mit der neuen Firmware ausstatten lassen.

Eine der wichtigsten Neuerungen gegenüber iOS 10 ist das überarbeitete Kontroll­zentrum, das aber auch den Nachteil mit sich bringt, dass sich von dieser Stelle aus WLAN- und Bluetooth-Verbindungen zwar trennen, die entsprechenden Schnitt­stellen selbst aber nicht abschalten lassen. Laut Apple ist das kein Bug, sondern tatsächlich ein gewolltes Verhalten. Dafür ist das Menü nun individuell anpassbar. In einem eigenen Beitrag haben wir die Neuerungen von iOS 11 bereits genauer untersucht.

iPhone 8 Plus Test

Homescreen und Einstellungen sehen aus wie immer, nur das Kontrollzentrum ist neu
Screenshot: teltarif.de / Stefan Kirchner

Telefonie: Sprachqualität top - Empfang eher Durchschnitt Apple hat den Anspruch, die besten Smartphones auf dem Markt zu bauen. Mit dem iPhone 8 Plus trifft das in Sachen drahtloser Kommunikation erstaunlicher­weise nur bedingt zu. Im Auslieferungs­zustand waren bei Telefonaten oft deutliche Neben­geräusche zu hören. Es handelte sich glücklicher­weise aber "nur" um einen Software-Fehler, der mit iOS 11.0.2 behoben wurde. Dennoch stellt sich die Frage, wie ein Flagg­schiff eines der führenden Smartphone-Hersteller mit einem solchen Fehler durch die End­kontrolle gekommen ist.

Größenvergleich iPhone 8 (links) vs. iPhone 8 Plus (rechts)

Größenvergleich iPhone 8 (links) vs. iPhone 8 Plus (rechts)
Foto: teltarif.de

Mit dem iPhone 8 Plus hat Apple zudem ein Smartphone auf den Markt gebracht, bei dem die Qualität des Mobilfunk­empfangs insgesamt nur unterer Durchschnitt ist. Dabei macht es keinen Unterschied, welches der drei deutschen Mobilfunknetze gerade genutzt wird. An Orten mit schwachem LTE-Empfang schaltet das Gerät recht schnell auf UMTS oder GSM um und bei schwachem GSM-Signal kommt es früher zu Aussetzern bei Telefonaten als beim im gleichen Mobilfunk­netz genutzten iPhone 7 Plus. Auch die Sprach­qualität des Vorjahres­modells ist besser als beim iPhone 8 Plus, wo Gesprächs­partner vergleichs­weise dumpf klingen. Apple setzt weiterhin nicht immer auf offene Standards Das iPhone 8 Plus kann mit Dualband-WLAN in den Standards a/b/g/n/ac aufwarten, bietet aber auch mit iOS 11 nach wie vor kein WiFi Direct, obwohl es ein offener WLAN-Standard ist. Apple setzt im eigenen Ökosystem statt­dessen auf AirDrop, was vom Prinzip her ähnlich arbeitet - nur nicht mit anderen Geräten außerhalb des Apple-Universums. Der WLAN-Empfang ist ähnlich gut wie beim Vorgänger, der Datendurchsatz leicht besser.

Bluetooth-Zubehör wie die Apple Watch oder AirPods werden per Bluetooth 5.0 verbunden. Dabei glänzt Apple mit einer recht hohen Bluetooth-Reichweite. So kann man mit den AirPods durch eine 100-Quadratmeter-Wohnung laufen, ohne dass es zu Aussetzern bei der Audio­übertragung kommt. Beim Samsung Galaxy S8 Plus wird diese Reichweite nicht annähernd erreicht, was an dem anderen Betriebsmodus von Bluetooth 5.0 liegt. Denn während sich Apple für die größere Reichweite entschieden hat, nutzt Samsung die größere Bandbreite für Übertragungen - weswegen bei Samsung auch zwei Bluetooth-Geräte der gleichen Geräte­klasse gleich­zeitig angesteuert werden können, beispielsweise Bluetooth-Kopfhörer. Dafür fehlt weiterhin das SIM-Access-Profil, das bei kompatiblen Freisprech­einrichtungen den gesamten Funk­betrieb an ein Autotelefon inklusive einer Außen­antenne auslagern könnte.

Das iPhone 8 Plus ist gut verarbeitet

Das iPhone 8 Plus ist gut verarbeitet
Foto: teltarif.de

NFC ist auch verbaut und wird neben Apple Pay unter anderem zur Anbindung neuer Geräte an den eigenen Apple-Account verwendet. Zudem hatte Apple angekündigt, mit iOS 11 die NFC-Schnittstelle zumindest bedingt auch für Entwickler zu öffnen. Allerdings ist es bei dieser eher vagen Erst­ankündigung auf der Entwickler­konferenz WWDC 2017 bisher geblieben. Bis heute sind keine Apps externer Entwickler bekannt, die auf die NFC-Schnittstelle des iPhone zugreifen können. Akku: Gleiche Ausdauer wie der Vorgänger Der mit 2675 mAh ausgestattete Akku sorgt nicht für phänomenale Laufzeiten. Vielmehr orientiert sich die Ausdauer des iPhone 8 Plus am Vorgänger, was guten sieben Stunden Dauer­benutzung entspricht. In jedem Fall muss das Apple-Smartphone nach einem harten Arbeits­tag wieder zurück an die Steckdose - oder eine Wireless-Qi-kompatible Ladeschale, denn das unterstützt das diesjährige iPhone zum ersten Mal. Wir haben testweise die kabellose Lade­station für das Samsung Galaxy S8 Plus verwendet, mit der sich der Akku des iPhone 8 Plus problemlos aufladen ließ.

Die neue iPhone-Generation unterstützt erstmals auch eine Schnelllade-Funktion. Wer diese wünscht, muss passendes Zubehör in Form eines Netzteil separat kaufen, wahlweise von Drittanbietern oder von Apple selbst. Hier könnte der Hersteller gerade bei Geräten dieser Preis­klasse etwas spendabler sein. Nicht ausprobieren konnten wir die AirPower-Ladematte von Apple, denn diese wurde zwar parallel zur neuen iPhone-Generation angekündigt, ist aber erst im kommenden Jahr lieferbar.

Das aktuelle Apple-Phablet im Querformat

Das aktuelle Apple-Phablet im Querformat
Foto: teltarif.de

Fazit: Same procedure as every year, Apple Das iPhone 8 Plus kommt mit mehr Performance, verbessertem Display und neuer Kamera-Technik. Der Bolide unterstützt kabelloses Aufladen des Akkus und die Schnelllade­funktion. Es handelt sich demnach um ein solides Update für das Vorjahres­modell, ohne allerdings wirklich spektakuläre neue Akzente zu setzen. Das Design wirkt ziemlich altbacken und der recht großzügige Rand um das Display ist aus heutiger Sicht einfach nur störend. Dafür können treue iPhone-Käufer große Teile des bisher genutzten Zubehörs weiter nutzen. Wer bereits ein iPhone 7 Plus sein Eigen nennt, braucht definitiv nicht umsteigen. Besitzer früherer iPhone-Modelle können den Wechsel aber durchaus in Betracht ziehen, das nötige Kleingeld voraus­gesetzt. Denn das kommende iPhone X wird nicht nur deutlich teurer sein, sondern auch bedeutend schwerer zu kriegen - vom neuen radikalen Design ganz abgesehen.

Ebenfalls ausführlich getestet haben wir das Schwestermodell: Apple iPhone 8 im Handy-Test - wieder mal Evolution statt Revolution

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Stefan Kirchner /

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  3. Software, Telefonie, Akku & Fazit
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