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22.08.2019 - 12:05
Glasklar

BREKO: Wettbewerber investieren mehr als Telekom

80 Prozent des Netzausbaus werden ohne staatliche Fördermittel realisiert

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wieder stei­gende Zahlen
  2. Neuer Trend: Symme­trie

Der Bundes­verband Breit­band­kommu­nika­tion (BREKO) hat zusammen mit dem Tele­kommu­nika­tions­experten und Wirt­schafts­wissen­schaftler Jens Böcker (Hoch­schule Bonn-Rhein-Sieg) die gemeinsam erho­benen Markt­daten zur aktu­ellen Lage auf dem Tele­kommu­nika­tions­markt vorge­stellt. Im Rahmen eines Pres­sege­sprächs präsen­tierte Böcker die wich­tigsten Ergeb­nisse der BREKO Markt­analyse19 und nahm eine wissen­schaft­liche Bewer­tung und Einord­nung vor. Inves­tiert wie noch nie

Mit der Marktanalyse 19 möchte der BREKO die Bedeutung des Wettbewerbs im TK-Markt mit Zahlen untermauern.

Mit der Marktanalyse 19 möchte der BREKO die Bedeutung des Wettbewerbs im TK-Markt mit Zahlen untermauern.
Foto/Grafik: BREKO

Als posi­tive Botschaft und klares Signal haben mitt­lerweile mehr als 190 Netz­betreiber des BREKO im letzten Jahr (2018) so viel in den Tele­kommu­nika­tions­markt inves­tiert wie noch nie: Sie inves­tierten rund 2,5 Milli­arden Euro – und über­trafen damit die Vorjah­respro­gnose des BREKO in Höhe von 2,2 Milli­arden Euro recht deut­lich.

Erst­mals seit 2015 stemmen nach Erkenntnis des BREKO alle Wett­bewerber der Deut­schen Telekom wieder den größten Teil der TK-Inves­titionen: Sie inves­tierten 2018 insge­samt 4,6 Milli­arden Euro - die Deut­sche Telekom lag bei 4,4 Milli­arden Euro.

Die Gesamt­inves­titionen in den deut­schen TK-Markt sind im vergan­genen Jahr deut­lich ange­stiegen und lagen bei 9 Milli­arden Euro (plus 6 Prozent). Nach Über­windung der soge­nannten „Vecto­ring-Delle“ erwarten der BREKO und Prof. Böcker eine Fort­schrei­bung dieses Trends, da der – auch von der Nach­frage zuneh­mend forcierte – zwin­gend notwen­dige Infra­struk­turwechsel von kupfer­basierten Systemen hin zu direkten Glas­faser­anschlüssen bis mindes­tens in die Gebäude (FTTB oder FTTH) für anhal­tend hohe Inves­titionen sorgen dürfte. BREKO baut 70 Prozent der Telekom Wett­bewerber, 80 Prozent ohne Förde­rung Die im BREKO orga­nisierten Netz­betreiber haben den Ausbau mit Glas­faser­anschlüssen bis in die Gebäude (FTTB) oder bis direkt zum Nutzer (FTTH) auch im vergan­genen Jahr weiter fort­gesetzt: Sie stellen demnach rund 2,8 Millionen (56 Prozent) der zurzeit etwa 5 Millionen verfüg­baren Glas­faser­anschlüsse. Dies entspricht fast 70 Prozent aller von den Wett­bewer­bern des Ex-Mono­polisten Deut­sche Telekom reali­sierten Glas­faser­anschlüsse.

Dabei haben die Carrier im BREKO rund 80 Prozent aller Ausbau­projekte eigen­wirt­schaft­lich – also ohne staat­liche Förder­gelder – reali­siert. Nur etwa 20 Prozent aller Breit­band­ausbauten wurden/werden mit Hilfe von Förder­mitteln verwirk­licht. Insge­samt 4,1 Millionen reine Glas­faser­anschlüsse Alle deut­schen Wett­bewerber der Telekom stellen derzeit rund 4,1 Millionen reine Glas­faser­anschlüsse (kein FTTC/Vecto­ring) und zeichnen damit für 82 Prozent aller direkten Glas­faser­anschlüsse bis mindes­tens in die Gebäude (FTTB/FTTH) verant­wort­lich, die Deut­sche Telekom hat nach Berech­nungen des BREKO bisher 18 Prozent ausge­baut. Koope­rationen bleiben wichtig Die BREKO Markt­analyse19 zeigt aber auch: Koope­rationen beim Glas­faser­ausbau werden immer wich­tiger. Schon heute werden mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller Ausbau­projekte von BREKO-Mitglieds­unter­nehmen in Koope­ration mit einem oder mehreren weiteren Netz­betrei­bern reali­siert. Für die kommenden fünf Jahre planen sogar fast drei Viertel (genauer 72 Prozent) aller BREKO-Netz­betreiber entspre­chende Koope­rationen beim Ausbau mit Glas­faser.

„Koope­rationen verhin­dern volks­wirt­schaft­lich unsin­nigen Doppel­ausbau und beschleu­nigen den flächen­deckenden Glas­faser­ausbau in Deutsch­land“, sagt Tele­kommu­nika­tions­experte Jens Böcker. „Dabei erleich­tern Open-Access-Platt­formen wie die vom BREKO orga­nisierte Handels­platt­form die Zusam­menar­beit, tragen zur besseren Auslas­tung vorhan­dener Glas­faser­netze bei und können den Glas­faser­ausbau auf diese Weise schneller voran­bringen.“ Glas­faser­anschlüsse: Tendenz stei­gend

Der Präsident des BREKO, Nobert Westfal.

Der Präsident des BREKO, Nobert Westfal.
Foto: BREKO / Hattendorf

Insge­samt steigt die Zahl der verfüg­baren, direkten Glas­faser­anschlüsse (FTTB/FTTH) in Deutsch­land seit Jahren stabil an (nun 11,2 Prozent). Demge­genüber haben die deut­schen (TV-)Kabel­netz­betreiber im vergan­genen Jahr prak­tisch keinen neuen Ausbau mehr betrieben: Die Zahl an Haus­halten, denen ein Kabel-Breit­band­anschluss mit 50 MBit/s oder mehr zur Verfü­gung steht, stagniert im Vergleich zum Vorjahr (63,9 Prozent). Die Zahl der verfüg­baren (V)DSL-Anschlüsse hat im Zuge des Vecto­ring-Ausbaus insbe­sondere der Deut­schen Telekom deut­lich zuge­legt (65,8 Prozent).

BREKO-Präsi­dent Norbert Westfal, im Berufs­leben Chef bei EWEtel sieht das so: „Die BREKO Markt­analyse belegt: Der nach­haltige, zukunfts­sichere Ausbau mit echten Glas­faser­anschlüssen (FTTB/FTTH) voll­zieht sich in erster Linie auf lokaler bezie­hungs­weise regio­naler Ebene und wird ganz wesent­lich von den Netz­betrei­bern des BREKO voran­getrieben.“ Westfal weiter: „Die Geschäfts­modelle für den eigen­wirt­schaft­lichen Ausbau sind gefunden. Nicht zuletzt hat der Finanz­markt die Attrak­tivität des Glas­faser­ausbaus erkannt und betei­ligt sich immer häufiger mit erheb­lichen Summen an Netz­betrei­bern. Förder­gelder werden nur dort benö­tigt – und sollten auch nur dort bereit­gestellt werden –, wo ein eigen­wirt­schaft­licher Glas­faser­ausbau tatsäch­lich nicht wirt­schaft­lich darstellbar ist. Bund und Länder sollten den Markt daher nicht mit Förder­geldern fluten.“

Der Geschäftsführer des BREKO-Verbandes: Dr. Stephan Albers

Der Geschäftsführer des BREKO-Verbandes: Dr. Stephan Albers
Foto: Breko / Hattendorf

BREKO-Geschäfts­führer Stephan Albers plädiert dafür, die weißen Flecken zu schließen: „Bevor wir nun mit einem weiteren Förder­programm über die Schlie­ßung so genannter ‚grauer Flecken‘, also Gebieten, in denen noch keine giga­bit­fähigen Netze vorhanden sind, nach­denken, sollten zunächst die ‚weißen Flecken‘ geschlossen werden – erst recht vor dem Hinter­grund äußerst knapper Kapa­zitäten beim Tiefbau. Damit würde auch dem Ziel der Schaf­fung gleich­wertiger Lebens­verhält­nisse in Stadt und Land Rech­nung getragen. Geld allein baut keine Glas­faser­netze.“

Welche Daten­mengen pro Monat und Haus­halt durch das Netz "geblasen" werden und ob der Mobil­funk perspek­tivisch das Fest­netz ersetzen kann, lesen Sie auf der nächsten Seite

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