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10.02.2019 - 13:53
Infrastruktur

Abgehängt: Deutschland hat Probleme mit der Infrastruktur

Drei Beispiele aus Ländern, in denen es besser klappt

Deutsch­lands Wirt­schaft eilt welt­weit ein guter Ruf voraus: effi­zient, orga­ni­siert und tech­no­lo­gisch fort­ge­schritten, von Autos bis Wasch­ma­schinen: so soll sie sein. Aber in Sachen Infra­struktur gibt es viele Baustellen. Wo kann sich Deutsch­land vom Ausland etwas abschauen? Einige Beispiele. Mobiles Internet

Mobile Payment, Internet für Unterwegs oder auch Behördengänge per Smartphone erledigen: Deutschland ist überall hinterher.

Mobile Payment, Internet für Unterwegs oder auch Behördengänge über das Web erledigen: Deutschland ist überall hinterher
Fotos: ponsulak-/Africa Studio-fotolia.com,/Apple, Montage: teltarif.de

Noch immer ärgern Funk­lö­cher auf der Bahn­fahrt oder auf dem Land die Deut­schen. Zwar gibt es im tiefen Sibi­rien auch mal schlechten Empfang, doch die Russen sind beim Internet ambi­tio­niert: Moskaus Stadt­re­gie­rung will die Metro­pole zur modernsten Stadt Europas in Sachen Internet machen. Schon jetzt gibt es an fast allen öffent­li­chen Orten gratis WLAN - sogar in der Metro. In den Groß­städten und auch im Hinter­land soll Breit­band­in­ternet mit Geschwin­dig­keiten von 100 Megabit pro Sekunde überall verfügbar sein.

Auch in Sachen mobilem Internet kann sich Deutsch­land umsehen. Während hier­zu­lande noch der Ausbau des 4G-Mobil­funk­netzes im inter­na­tio­nalen Vergleich hinter­her­hinkt, beginnt in Südkorea bereits im März die 5G-Ära für Smart­phone-Nutzer. In Seoul rüsten sich Regie­rung und Unter­nehmen für die Umstel­lung. Die Südko­reaner spre­chen vom welt­weit ersten kommer­zi­ellen 5G-Netz.

Funk­lö­cher gehören in Bulga­rien und Rumä­nien der Vergan­gen­heit an. Fast jede Würst­el­bude bietet den Gästen kosten­loses und unbe­schränktes W-LAN an. Die Länder zählen zu den Top 10 der Welt in puncto Inter­net­ge­schwin­dig­keit, wie zum Beispiel eine "State of the Internet"-Studie des Inter­net­dienst­leis­ters Akamai ergibt, Kompli­zierte Büro­kratie Kurz­fristig ein Termin in einem deut­schen Meldeamt bekommen? Schwierig. Und einen neuen Reise­pass bekommt man häufig erst nach sechs bis acht Wochen. In Mexiko ist das hingegen sehr leicht: Die Bürger können einfach mit ihren Unter­lagen zu einem der zahl­rei­chen Zweig­stellen des Außen­mi­nis­te­riums gehen. Einige dieser Büros sind sogar in Einkaufs­zen­tren unter­ge­bracht. Der Pass wird direkt vor Ort ausge­stellt und kann gleich mitge­nommen werden. Das ganze Verfahren dauert unge­fähr einein­halb Stunden.

Behörden-Gelder zu zahlen, ist in Groß­bri­tan­nien sehr unkom­pli­ziert. Mit der auto­ma­ti­schen Kenn­zei­chen­er­fas­sung werden Maut­ge­bühren leicht erhoben. Über das Nummern­schild lassen sich Fahr­zeugtyp und Schad­stoff­klasse ermit­teln. Wer etwa mit einem älteren Diesel­fahr­zeug in Londons Umwelt­zone fährt, wird so erfasst und muss zahlen. Das System gibt es auch in Park­häu­sern. Die Kamera an der Schranke erkennt am Nummern­schild, wer seine Gebühr bezahlt hat. Ein Park­ti­cket ist über­flüssig. In Däne­mark oder Öster­reich wird der Park­schein per Smart­phone-App bezahlt. Hang zum Bargeld Manches zahlen die Deut­schen mit Bargeld, anderes mit EC- oder Kredit­karte, per Bank­einzug, mit Paypal oder per Über­wei­sung. Ein ziem­li­ches Durch­ein­ander. Für die Skan­di­na­vier gehören Münzen und Geld­scheine bereits weit­ge­hend der Vergan­gen­heit an, vor allem in den Groß­städten wie Stock­holm und Kopen­hagen regiert die Kredit­karte. In vielen Läden kann gene­rell nur noch mit Karte bezahlt werden. Nur noch etwa jeder zehnte Finne zahlt nach offi­zi­ellen Angaben bar, meis­tens sind das Senioren.

Auch wer in China einkauft, zückt an der Kasse nur noch selten sein Porte­mon­naie. Statt­dessen ist es schon seit Jahren völlig normal, selbst kleinste Einkäufe am Kiosk um die Ecke mit dem Handy zu erle­digen.

In Kenia, wo es kein funk­tio­nie­rendes Banken­system gibt, bezahlt man per M-Pesa - das "M" steht für "mobil" und "Pesa" bedeutet Geld auf Kiswa­hili. Mit dem Dienst schi­cken und erhalten Kenianer Geld über das Handy. Damit können sie quasi alles bezahlen, vom Busti­cket bis zur Strom­rech­nung, und können Geld inner­halb von wenigen Sekunden ans andere Ende des Landes schi­cken. Dafür benö­tigen sie kein Bank­konto, ledig­lich ein Handy mit einer Simkarte. In dem Land mit knapp 50 Millionen Einwoh­nern gibt es fast 48 Millionen M-Pesa-Konten.

Auch in Afgha­ni­stan hat der Betreiber Voda­fone ein ähnli­ches Geld­transfer-System gestartet. Es heißt hier M-Paisa und bietet als Neue­rung auch sprach­ba­sierte Dienste, um auch Analpha­beten die Möglich­keit zu geben, das System zu nutzen.

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dpa /

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