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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 13.11.18
eSIM

eSIM: Fest verbaute SIM statt austauschbarer Karte

Anbieterwechsel ohne SIM-Karten-Tausch

Die eSIM ("embedded SIM") ist eine fest im Gerät verbaute, von außen programmier­bare SIM-Karte, die nicht ausgewechselt werden kann. Sie ist zirka sechs mal fünf Millimeter groß und einen Mill­imeter dick, also deutlich kleiner als eine Nano-SIM. Die fest integrierte SIM-Karte lässt sich per Software umprogrammieren. So können Nutzer den Mobil­funk­anbieter wechseln und neue Geräte aktivieren oder mit­einander vernetzen, ohne die SIM-Karte in ihrem Telefon, ihrem Tablet, der Smartwatch und anderen vernetzten Geräten aus­zu­tau­schen.

Bei Abschluss eines neuen Vertrags bzw. beim Kauf einer Prepaidkarte erhält der Kunde neben den gängigen PIN- und PUK-Nummern zum Entsperren der SIM-Karte einen zusätzlichen QR-Code, der mit dem Smartphone eingescannt wird. So gelangen die Netz­betreiber-Daten auf die fest im Gerät integrierte Karte. Zusätzlich besteht die Möglich­keit, die Karten-Daten per Bluetooth vom Handy auf weitere Geräte zu übertragen, um zum Beispiel Smartwatches oder Fitness-Armbänder mit dem Mobilfunknetz zu verbinden.

Nach Vertragsende werden die Informationen auf der eSIM gemäß den vereinbarten Konditionen wieder gelöscht oder umgeschrieben. Je nach Gerätemodell lassen sich auch mehrere eSIM-Profile parallel speichern und wechselweise nutzen - etwa wenn man über Mobilfunk-Verträge aus verschiedenen Ländern verfügt und diese je nach Aufenthaltsort einsetzen möchte.

Telekom und Vodafone bieten die eSIM bereits für die Apple Watch und die Samsung Galaxy Watch an. o2 will noch in diesem Jahr folgen. Dazu gibt es bei verschiedenen iPad-Modellen von Apple eine spezielle Version der eSIM, die mit fest vorgegebenen Providern und Tarifen daherkommt, die sich vom Kunden nicht ändern lassen. Parallel bieten diese Tablets aber auch noch einen Steckplatz für eine herkömmliche Nano-SIM. Netzbetreiber bieten erste eSIM-Tarife an

eSIM: Fest verbaute SIM statt austauschbarer Karte

eSIM: Fest verbaute SIM statt austauschbarer Karte
Bild: teltarif.de

Ursprünglich für M2M-Anwendungen (Machine-to-Machine) konzipiert, findet die eSIM bereits seit längerem Verwendung in Navigations­geräten und E-Book-Readern, zum Beispiel in manchen Kindle-Modellen. Im Mobil­funk­bereich hielt sich die Anzahl der angebotenen eSIM-Geräte jedoch bisher in Grenzen. Vodafone startete im März 2016 mit der Vermarktung der UMTS-Version der Smartwatch Samsung Gear S2, o2 folgte wenige Wochen später. Allerdings waren die Geräte in der Praxis kaum zu bekommen.

Abseits der Apple SIM in den iPads starteten die eSIMs für Privatkunden mit der Apple Watch Series 3 und der Samsung Galaxy Watch. Dabei können die Kunden die integrierte SIM-Karte wie eine normale MultiSIM zu ihrem bestehenden Mobilfunk-Vertrag hinzubuchen. Die Kosten dafür liegen je nach Tarif bei der Telekom zwischen 0 und 29,95 Euro pro Monat, bei Vodafone zwischen monatlich 5 und 10 Euro.

Nach einer Übersicht über aktuelle Meldungen zur eSIM auf teltarif.de, erfahren Sie mehr über den Vorläufer Apple SIM, die Vorteile und Nachteile der eSIM und welche Zukunftspläne es für die integrierte SIM-Karte gibt. Aktuelle Meldungen zum Thema "eSIM"

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Die Apple SIM als Vorläufer der eSIM Die Grundidee der programmier­baren SIM-Karte ist nicht neu. Apple brachte bereits 2014 die Apple SIM auf den Markt, die es erlaubt, Daten­tarife lokaler Mobil­funk­anbieter direkt auf dem iPad auszuwählen. Die Apple SIM kann nach Hersteller­angaben in mehr als 90 Ländern genutzt werden und ist per Funk­signal auf verschiedene Anbieter umstellbar.

Nicht jedes Apple-Tablet hat die Apple SIM als eSIM an Bord. Je nach Modell wird das Modul als herkömmliche Nano-SIM mitgeliefert, etwa beim iPad (2018), während die aktuellen iPad-Pro-Versionen mit der fest verbauten Betreiberkarte ausgestattet sind. eSIM bietet Vorteile für Nutzer und Hersteller

eSIM von Vodafone

Die eSIM von Vodafone
Foto: teltarif.de

Die großen Netzbetreiber und Smartphone-Hersteller zeigen sich in Bezug auf die neue Technologie überaus optimistisch. Für den Nutzer ergeben sich Vor- und Nachteile gleichermaßen. Einerseits ist es ein Vorteil, mehrere Profile zu speichern, um den Anbieter im laufenden Betrieb zu wechseln. Andererseits wird für das Einlesen und Aktivieren eines neuen eSIM-Profils eine Online-Verbindung benötigt, was auf Reisen möglicherweise zu Einschränkungen führt (Ist im Flugzeug ein Hotspot vorhanden, um die eSIM aktivieren zu können? Ist der öffentliche WLAN-Zugang am Flughafen wirklich sicher, sodass man darüber bedenkenlos sensible Daten übertragen kann?)

Für die Nutzer entfällt wiederum das Hantieren mit mehreren "Hardware-SIM-Karten", die schnell verlorengehen können. Außerdem brauchen Kunden beim Kauf eines neuen Handys nicht mehr auf kompatible SIM-Formate achten oder gar die alte Karte mit dem SIM-Karten-Stanzer bearbeiten.

Für die Hersteller bietet die integrierte Karte zahlreiche Vorteile, vor allem bei der Konstruktion neuer Modelle. Da die eSIM deutlich kleiner ist als herkömmliche SIM-Karten, können kleinere und leichtere Geräte entworfen werden. Zudem ist die eSIM unempfindlicher gegen Erschütterungen und Temperatur­schwankungen. Weil keine Öffnung für den Steck­platz mehr nötig ist, lassen sich auch staub­resistente und wasser­feste Geräte leichter konstruieren. eSIm in der Diskussion

Ausblick: Die Zukunft der eSIM Vor allem in der Übergangs­zeit ist mit Problemen zu rechnen, da neben den Netzbetreibern vorerst nur wenige Provider und Discounter die neue Technologie unterstützen. Auch bei Auslandsreisen kann es vorkommen, dass der für eine lokale Prepaidkarte ins Auge gefasste Anbieter die eSIM noch gar nicht anbietet. Allerdings sind Smartphones denkbar, die wie das Google Pixel 2 neben der integrierten Betreiberkarte auch noch eine herkömmliche Nano-SIM aufnehmen können. Weitere Ratgeber rund um das Thema SIM-Karten

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