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11.03.2018 - 12:12
Breitbandausbau

Telekom, M-net, 1&1 Versatel: Hier wird die Breitband-Zukunft verlegt

In diesen Regionen bauen Netzbetreiber & Kommunen

Von einer Vorreiterrolle im Landkreis Cuxhaven sprach Beverstedts Bürgermeister Ulf Voigt bei der Unterzeichnung der Kooperations­ver­ein­barung mit der Deutschen Glasfaser. Ab Herbst 2018 sollen die Ortsteile Beverstedt, Lunestedt, Stubben, Bokel, Wachholz und Wehldorf sukzessive mit FTTH-Glasfaserleitungen versorgt werden. Einzige Voraussetzung: Die Nach­frage­bündelung läuft erfolgreich. Erst bei einer Abschlussquote von 40 Prozent nimmt die Deutsche Glasfaser den Spaten in die Hand. Ihr Konkurrent, die EWE Tel aus Oldenburg, ist in Beverstedt schon weiter und baut hier sowie ebenfalls in Lunestedt, Stubben, Bokel und Wachholz in den nächsten zwei Jahren ohne Vorbedingungen aus. EWE Tel will knapp 4000 Haushalte anschließen.

Netzausbau für mehr Breitband

Die Netzbetreiber bauen weiter aus. In den letzten Wochen starteten etliche Projekte zur Verlegung von Glasfaser und zum VDSL-Ausbau.
1&1 Versatel

Im Landkreis Rostock hat die Deutsche Glasfaser die Anschlussquote in bislang fünf Gemeinden erreicht. Nachdem vor Kurzem Stäbelow und Ziesendorf Vollzug meldeten, kann der Glasfaserausbau nun auch in Kritzmow, der größten Gemeinde im Landkreis, starten. "In Kritzmow hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sehr wertvolle Arbeit geleistet hat", erklärt Projektleiter Tjark Hartmann. Bürger für Breitband Auch in Lamspringe im Landkreis Hildesheim haben sich die Bürger für den Breitbandausbau stark gemacht. Die Telekom hatte im vergangenen Jahr rund 850 Haushalte über ihren Eigenausbau ans VDSL-Netz angeschlossen. Mehr war aus Gründen der Wirtschaftlichkeit für die Bonner nicht drin. Daraufhin gründete sich die Bürgerinitiative Lamspringe (BIL) mit dem Ziel, alle Haushalte mit VDSL zu versorgen. Die BIL übernahm neben der Projektleitung auch Tiefbauarbeiten. Die Telekom mietete die Leerrohre von der BIL an und zog eigene Glasfaserkabel ein. So wurden über 18 Kilometer Glasfaser verlegt. Jetzt erhalten 900 Haushalte im nordwestlichen Lamspringe sowie in Sehlem, Harbarnsen, Netze, Hornsen, Neuhof, Wöllersheim und Glashütte VDSL-Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s.

Abgesehen von Lamspringe baut der Bonner TK-Konzern auch in Gerolzhofen, Markt Donaustauf, Schwebheim und Bindlach, inklusive der Ortsteile Bindlacher Berg, Crottendorf und Ramsenthal, sein VDSL-Netz aus. Dass die Telekom auch FTTH kann, beweist sie in Forstinnung und Wonfurt. Hier erhält der Ortsteil Dampfach Glasfaser bis in die Wohnungen. Durch den Teilausbau in Forstinnung können die Bürger demnächst mit bis zu 1 GBit/s im World Wide Web surfen. Unternehmen brauchen Glasfaser Nicht nur Privathaushalte wollen mit Highspeed im Internet surfen. Auch Unternehmen benötigen breitbandige Anschlüsse, wie etwa die Gewerbegebiete im hessischen Rodgau. Aufgrund der großen Nachfrage in der einwohnerstärksten Kommune des Landkreises Offenbach habe die Deutsche Glasfaser beschlossen, den flächen­deckenden FTTH-Ausbau in den Gewerbegebieten umzusetzen, teilt das Unternehmen mit. "Wenn alles nach Plan läuft, starten die Bauarbeiten in den Gewerbegebieten in Rodgau im zweiten Quartal 2018", erklärt Frank Geltinger, Director Business Development bei der Deutschen Glasfaser. Das Unternehmen will symmetrische Bandbreiten von 200 MBit/s bis 10 GBit/s anbieten.

Inbetriebnahme Glasfasertrasse M-net

Lars Richter (M-net), Stephan Hof (Business Campus München: Unterschleißheim) und Bernd Keller (M-net) nehmen die neue Glasfasertrasse in Betrieb
M-net

Rund zehn Kilometer Glasfaser verlegte der Netz­be­treiber M-net im Münchener Norden, um die in Garching und Unter­schleiß­heim ansässigen Unter­nehmen mit Surf-Geschwindig­keiten von bis zu 100 GBit/s zu versorgen. Die Trasse wurde Anfang März in Betrieb genommen. "Eine besondere Heraus­forderung war hier die Bahn­unter­querung der Strecke München-Regensburg", erinnert sich Bernd Keller, Infra­struktur-Projekt­leiter bei M-net. An der Glas­faser­trasse liegt auch der neue, 140 000 Quadratmeter große Business-Campus München: Unter­schleiß­heim. Die Verfüg­barkeit von Gigabit-Anschlüssen soll dabei helfen, möglichst viele Unter­nehmen hier anzusiedeln.

Den Sprung ins Gigabit-Zeitalter wollen auch die Unternehmen in Kassel nehmen. Die hiesige Städtische Werke Netz + Service GmbH (NSG) kooperiert daher mit 1&1 Versatel. Der Telekommunikationsanbieter wird einerseits seine Geschäftskunden-Services über das 400 Kilometer große Netz der NSG anbieten und andererseits weitere Gewerbegebiete in Kassel an das Glasfasernetz anschließen. Von Meppen bis Florenz Von der Documenta-Stadt aufs flache Land: Im Emsland fanden am 8. März gleich zwei Spatenstiche statt, denn dort wird die RWE-Tochter innogy TelNet in den Ausbaugebieten "Mitte" und "Süd" ein FTTB-Netz für rund 9000 Haushalte und 400 Unternehmen aufbauen. Dafür will innogy innerhalb eines Jahres ca. 1400 Kilometer Glasfaser verlegen - eine Strecke, die theoretisch von Meppen bis Florenz reicht. In die drei Fördergebiete des Landkreises, in "Nord" ist die Telekom aktiv, fließen 29,53 Millionen Euro vom Bund und zwei Millionen Euro vom Land Niedersachsen. Der Landkreis Emsland selbst steuert 27,53 Millionen Euro bei, um die Wirtschaftlichkeitslücke von über 59 Millionen Euro zu schließen.

Etwas weiter nördlich ist die schon erwähnte EWE tätig. Neben Beverstedt läutet der Oldenburger Telekommunikations- und Energieanbieter auch im Elbe-Weser-Dreieck und im Heidekreis das FTTH-Zeitalter ein. Nachdem EWE in den vergangenen Jahren die Glasfaser bis zum Kabelverzweiger gelegt hat, folgt nun der Ausbau bis in die Häuser. Rund 1900 Haushalte sollen in den Ortschaften Gnarrenburg, Brillit und Karlshöfen einen FTTH-Anschluss erhalten.

Im Heidekreis kooperiert EWE mit den Stadtwerken Munster-Bispingen und schließt nordwestlich von Munster in den Ortschaften Ilster, Haus Ilster, Heidkrug, Alvern, Töpingen und Kohlenbissen 150 Haushalte ans Glasfasernetz an. "Im gesamten Heidekreis werden wir die Breitbandinfrastruktur verbessern und auch dort das schnelle Internet ausbauen, wo sich der Ausbau für Telekommunikations­unternehmen derzeit nicht lohnt", versprach Landrat Manfred Ostermann beim Spatenstich am 1. März. Die Zukunft wird zeigen, ob der Politiker sein Versprechen halten kann.

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Marc Hankmann

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