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08.11.2010 - 19:07
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FTTH: Das Festnetz wird runderneuert

Regulatorische und technische Unsicherheiten verzögern den Ausbau

Inhaltsverzeichnis:

  1. Glasfaser schlägt Kupfer
  2. Mehrfachverwendung der Glasfaser
  3. Wie verteilt man das Signal?
  4. Unterschiede auch im Detail
  5. Der Umbau ist teuer

Das herkömmliche Kupfer-Telefonkabel hat viele Nachteile. Besonders negativ wirken sich derzeit der hohe Metallpreis und die limitierte Reichweite aus. Netzbetreiber sind folglich gezwungen, alle paar Kilometer eine Vermittlungsstelle zu betreiben. Und für Geschwindigkeiten von 10 MBit/s und mehr müssen alle paar hundert Meter aktive V-DSL-DSLAMs installiert werden: Hässliche und teure Kästen mit hohem Wartungsaufwand.

Glasfaserkabel sind haushoch überlegen: Die einzelnen Fasern sind dünner und billiger als Kupferdrähte. Punkt-zu-Punkt-Verbindungen können zudem 1 000 bis 40 000 MBit/s und mehr ohne Verstärker über dutzende Kilometer übertragen. Per WDM ("wavelength division multiplex") können sogar mehrere Signale mit jeweils leicht unterschiedlicher Farbe (bzw. Wellenlänge) gleichzeitig über dieselbe Faser geschickt werden. In der Summe werden in den internationalen Backbones tatsächlich Datenraten von Terabit pro Sekunde - entsprechend einer Million Megabit pro Sekunde - auf einer einzelnen Faser erreicht.

Der automatische Kabelverzweiger schaltet (herkömmlich!) DSL-Anschlüsse (fast) so schnell, wie früher das Fräulein vom Amt eine Leitung.

Wären nicht die für Sende- und Empfangseinheiten benötigten optischen Chips so teuer - keiner würde mehr die Frage "Kupfer oder Glasfaser" stellen. Aber mit zunehmender Stückzahl sinkt der Preis. Und so ist der Punkt gekommen, dass Glasfaser zumindest für Neuinstallationen günstiger ist als die bisherige Kupfer-Technik. Das sperrige Acronym FTTH - "fibre to the home" - Glasfaser bis ins Haus - hat sich für diese neue Form des Anschlusses eingebürgert.

Auf dem Broadband World Forum 2010 in Paris wurde nun deutlich: Bald beginnt auch der Überbau des bestehenden Telefonnetzes mit Glasfaser. Die Telekom will in den nächsten gut zwei Jahren für bis zu zehn Prozent der Haushalte die Möglichkeit zum Anschluss per FTTH bereitstellen. Die Telecom Italia will vor Ende des Jahrzehnts mehr als die Hälfte aller Anschlüsse FTTH-fähig machen. Auch in Großbritannien und mehreren weiteren Ländern laufen Umbauprogramme an.

Beim FTTH-Ausbau werden die Fasern - wie vor einigen Jahrzehnten beim Breitbandkabel-Ausbau - jeweils bis vor das jeweilige Haus oder die Wohnung verlegt. Die letzten Meter bis in die Wohnung werden in der Regel erst dann ausgeführt, wenn der Kunde auch tatsächlich FTTH bestellt.

Mehr über die Vorteile der Glasfaser, aber auch über die Hindernisse beim Ausbau der Netze erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

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