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14.06.2019 - 17:37
Zufrieden

5G-Auktion: Alle sind mehr oder weniger zufrieden

Auch Service-Provider freuen sich auf den 4. Anbieter

Dass die "unend­liche Geschichte", die Frequenz­auktion vorbei ist, hat sich durch die Branche herum­gespro­chen und aus allen Rich­tungen errei­chen uns Stel­lung­nahmen. Eco: Meilen­stein für vernetztes Deutsch­land Der Verband der Inter­netwirt­schaft "eco" hat etwa 1.100 Mitglieds­unter­nehmen und sieht den Mainzer Durch­bruch als „Meilen­stein für vernetztes Deutsch­land“. eco-Vorstand Klaus Lande­feld findet, dass es "endlich losgehen" könne, das Ende der 5G-Frequenz­auktion "markiert einen elemen­taren Meilen­stein auf Deutsch­lands Weg zur vernetzen Indus­trie und Gesell­schaft. Damit Deutsch­land zu einem führenden 5G-Standort werden kann, müssen Politik und Bundes­netz­agentur jetzt aber umge­hend die Weichen für einen effi­zienten 4G- und 5G-Ausbau stellen und bestehende Unsi­cher­heiten sowie Inves­titi­onshemm­nisse für die neue Tech­nologie aus dem Weg räumen.“ Vergabe statt Auktion

Die Tore in Mainz sind wieder geöffnet. Die Auktion ist vorüber und die meisten sind froh, dass es vorüber ist.

Die Tore in Mainz sind wieder geöffnet. Die Auktion ist vorüber und die meisten sind froh, dass es vorüber ist.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Wie auch die Mobil­funk­netz­betreiber kriti­siert der Verband der Inter­netwirt­schaft, dass man besser auf eine Auktion verzichtet und die Vergabe beispiels­weise durch geeig­nete Versor­gungs­auflagen hätte gestalten können: „Jeder Euro, den die vier Unter­nehmen nun an die Bundes­repu­blik zahlen, hätte direkt für den Aufbau der neuen 5G-Netze verwendet werden können. Diese Inves­titi­onsmittel fehlen den Netz­betrei­bern jetzt. Doch selbst mit diesem Ergebnis liegen die Aukti­onser­löse deut­lich unter den laut Koali­tions­vertrag zu erwar­tenden 10 bis 12 Milli­arden, die mittels des Sonder­vermö­gens ‚Digi­tale Infra­struktur‘ in die Breit­band­förde­rung des Bundes hätten fließen sollen und in dieser Höhe auch zum Breit­band­ausbau benö­tigt werden.“ so Lande­feld. Anleger setzen auf Telekom-Werte Wer Geld anlegen will, greift derzeit beim Dax zu, auf einmal sind "Tele­komwerte" nach der 5G-Auktion inter­essant. Einen "klei­neren Rück­schlag des Dax" hätten die Anleger für Käufe genutzt, meldet die Deut­sche Pres­seagentur. Der deut­sche Leit­index stei­gerte sich bis zum Mittag um 0,62 Prozent auf knapp 12.200 Punkte und könnte noch weiter steigen.

Börsianer sind über das Ende der Auktion erlei­chert. Sie mache sich vor allem bei 1&1-Dril­lisch als neuem Mitspieler bemerkbar, dessen Aktien im Laufe der Auktion beson­ders gelitten hätten. Am Morgen schossen sie um bis zu 16,5 Prozent nach oben, im Verlauf schmolzen die Gewinne aber auf weniger als die Hälfte zusammen.

Noch sind die genauen Pläne von Dril­lisch nur wenigen Insi­dern klar, was die Anleger wohl etwas bremsen dürfte. Dril­lisch nutzt bisher weit­gehend die Netze und Antennen der künf­tigen Konkur­renz. Papiere der Mutter United Internet lagen noch mit rund fünf Prozent im Plus. Auch Service-Provider zufrieden Bei der Freenet AG, der Mutter des Service-Provi­ders "Mobilcom-Debitel" ist man hoch­zufrieden: „Gestern war ein guter Tag für freenet und für die Verbrau­cher. Bald wird es wieder vier Mobil­funk­netz­betreiber in Deutsch­land geben. Mit vier Netz­betrei­bern wird nicht nur der Infra­struk­turwett­bewerb, sondern auch der Dienste­wett­bewerb gestärkt.“ erklärt Rick­mann von Platen, Vorstand Part­nerbe­ziehungen der freenet AG. „Dank der Verhand­lungs­pflicht der Netz­betreiber ist gewähr­leistet, dass die Netz­betreiber uns auch zukünftig Vorleis­tungen in allen Mobil­funk­stan­dards diskri­minie­rungs­frei bereit­stellen werden. Damit haben wir bis zum Jahr 2040 Planungs­sicher­heit. Wir freuen uns auf die weitere Zusam­menar­beit mit allen Netzen.“

Mobilcom-Debitel möchte auch Ange­bote des "neuen" Netz­betrei­bers "Dril­lisch-Netz" (der genaue Marken-Name ist noch bekannt) ins eigene Angebot über­nehmen.

Das dürfte klappen: In den im November 2018 veröf­fent­lichten Frequenz­verga­bebe­dingungen wurde fest­geschrieben, dass Mobil­funk-Netz­betreiber mit Diens­tean­bietern über die "diskri­minie­rungs­freie Bereit­stel­lung von Vorleis­tungen" im neuen Mobil­funk­stan­dard verhan­deln müssen. Das verstei­gerte Frequenz­spek­trum hat eine Lauf­zeit bis Ende 2040.

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