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08.12.2016 - 08:57
Überwachung

Le Monde: Fluggäste werden ausspioniert

Mobile Kommunikation in Flugzeugen wird überwacht

Geheim­dienste aus den USA und Groß­britan­nien haben laut einem Medi­enbe­richt die Smart­phones von Passa­gieren zahl­reicher Airlines ins Visier genommen. Wie die fran­zösi­sche Tages­zeitung Le Monde mit Verweis auf Daten­mate­rial des US-Compu­terspe­zialisten Edward Snowden berich­tete, sollen der US-Geheim­dienst NSA und das briti­sche Pendant GCHQ in der Lage sein, Sprach- und Daten­verkehr über den Wolken zu über­wachen.

Die fran­zösi­sche Flug­gesell­schaft Air France, die in dem Bericht explizit genannt wird, wies Infor­mationen der Zeitung im Hinblick auf Tele­fonge­spräche von Bord aus zurück: "Sprach­kommunka­tion ist auf Air-France-Flügen nicht möglich", teilte das Unter­nehmen in Paris der Deut­schen Presse-Agentur mit.

Vor neun Jahren sei ein System für Handy-Kommu­nika­tion an Bord getestet worden - dieses Vorhaben wurde laut Air France aber nicht weiter­verfolgt. Ein geplantes Inter­netsystem werde keine Sprach­kommu­nika­tion erlauben. Umfas­sende Möglich­keiten

British Airways erlaubt mobile Kommunikation während des gesamten Fluges

British Airways erlaubt mobile Kommunikation während des gesamten Fluges
Bild: dpa

Ein Mobil­telefon könne in der Luft geortet werden, falls es einge­schaltet sei, berich­tete die Zeitung. Mit Hilfe von Passa­gier­listen und der Flug­nummer sei es möglich, den Namen des Besit­zers heraus­zufinden. Der briti­sche Geheim­dienst Government Commu­nica­tions Head­quar­ters (GCHQ) sei sogar in der Lage, Handys aus der Ferne zu stören und damit den Nutzer zu zwingen, das Gerät mit dem Zugangs­code neu zu starten. Es gebe Belege, wonach NSA und GCHQ inter­natio­nale Lini­enflüge in den Jahren 2011 und 2012 abhorchten.

Le Monde arbeitet nach eigenen Angaben mit der Infor­mati­onsseite The Inter­cept zusammen und kann deshalb auf Snowden-Mate­rial zurück­greifen.

Viele Airlines lockerten nach ergän­zenden Infor­mationen in den vergan­genen Jahren ihr Handy­verbot für Flug­gäste. Die Euro­päische Agentur für Flug­sicher­heit (EASA) erlaubt seit Dezember 2013 die Nutzung elek­troni­scher Geräte wie Tablets oder Handys im Flug­modus auch in der Start- und Lande­phase. British Airways gestat­tete daraufhin als erste Airline ihren Gästen die Nutzung elek­troni­scher Geräte während des ganzen Fluges.

Mehr zum geplanten European Avia­tion Network (EAN), mit dem die mobile Inter­netnet­zung in Flug­zeugen inner­halb Europas möglich werden soll, erfahren Sie in einer weiteren Meldung.

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dpa / Marie-Anne Winter

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