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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 16.06.19
Digital-Telefonie

ISDN- und Analog-Anschluss - So funktionierts

ISDN: Die Top-Technologie von gestern

Erin­nern Sie sich noch an den guten alten Einwahl­ton ihres Modems? Ein roboter­artiges Krächzen erfüllte den Raum, oft begleitet von den Worten: "Ich gehe ins Internet, das Telefon geht jetzt mal nicht!" Mit der Ein­führung von ISDN war damit Schluss. Fortan konnte man zeit­gleich telefo­nieren und surfen oder faxen. Bis zum Durch­bruch von DSL und LTE galt die neue Digital-Tele­fonie als der moderne Stan­dard schlecht­hin.

Während bei herkömm­lichen Anschlüssen nur ein einziger Kanal vorhanden war, verfügten ISDN-Kunden über zwei Leitungen und bis zu zehn Ruf­nummern. Auch die erreich­bare Surf-Geschwindig­keit war deut­lich höher. Wer aller­dings heut­zutage Wert auf schnelles Internet legt, ist mit einem DSL-Zugang besser beraten. Häufig läuft dann auch gleich die Fest­netz-Tele­fonie über das Breit­band-Internet mit. Ganz ausge­storben ist der ISDN-Anschluss aber nicht. Wir werfen einen Blick auf die Top-Tech­nologie von gestern. Die Grund­lagen von ISDN

ISDN zwei Leitungen

Mit ISDN konnten Kunden erstmals gleich­zeitig surfen und telefo­nieren
Foto: Arman Zhenikeyev-fotolia.com/teltarif.de, Montage: teltarif.de

ISDN ist ein inter­natio­naler Stan­dard für digi­tale Tele­fonie. Die Abkür­zung steht für "Inte­grated Services Digital Network", was soviel heißt wie "dienst­inte­grieren­des digi­tales Netz", also ein Netz­werk aus inte­grierten digi­talen Diensten. Hierzu zählen unter anderem Tele­fonie, Fax oder Internet. Mit der Einfüh­rung von ISDN in Deutsch­land Anfang der acht­ziger Jahre wurde das alte analoge Telefon-Netz Schritt für Schritt durch die digi­tale Technik ersetzt.

Der wesent­liche Unter­schied zum analogen Fest­netz-Anschluss besteht darin, dass über ISDN zwei Kanäle gleich­zeitig zur Verfü­gung stehen. Wenn also auf einem Gerät tele­foniert wird, ist der zweite Kanal noch frei und kann zum paral­lelen Tele­fonieren, Faxen oder Internet-Surfen ver­wendet werden. Zudem können für einen ISDN-Anschluss bis zu zehn Ruf­nummern vergeben werden, die sich auf ver­schiedene ISDN-Geräte verteilen lassen. Die Technik war daher vor allem für Unter­nehmen inter­essant, die mehrere Ruf­nummern benö­tigen. Internet per ISDN: Lang­samer als DSL

ISDN Internet im Schneckentempo

Internet im Schnecken-Tempo: ISDN ist keine zeit­gemäße Alternative zu DSL
Bilder: Henryk Olszewsk-fotolia.com/Heidi-Schmieder-fotolia.com, Montage: teltarif.de

Auch die Daten­über­tragung per ISDN war sehr viel schneller als beim Analog-Anschluss. Vor ISDN musste für die Internet-Verbin­dung ein Modem zwischen­geschaltet werden, das mit lauten Geräu­schen und quälend lang­samer Geschwin­digkeit auf sich aufmerksam machte. Mit der neuen Digital-Techno­logie konnten Daten direkt über das Netz über­mittelt werden. Ein Stan­dard-ISDN-Anschluss bietet zwei Kanäle mit je 64 kBit/s. Da beide Kanäle gleich­zeitig nutzbar sind, ist eine maxi­male Über­tragungs­rate von 128 kBit/s möglich. Zum Vergleich: Wer nur über einen Analog-Anschluss verfügte, war auf maximal 56 kBit/s begrenzt. Allerd­ings wurde diese Perfor­mance nur in seltenen Fällen erreicht. Die tatsäch­lichen Down­load-Raten lagen selbst bei seiner­zeit modernen Modems meist zwischen 45 und 50 kBit/s.

Trotzdem: Bis zum Durch­bruch von DSL galt die ISDN-Geschwindig­keit als enorm. Heute dagegen reicht ein ISDN-Anschluss für das Surfen im Internet kaum noch aus. Das hängt auch damit zusammen, dass Webseiten früher noch vor­nehmlich aus Text bestanden. Die Seiten von heute dagegen sind meist mit Bildern und Videos über­laden und erfor­dern daher auch deut­lich höhere Über­tragungs­raten. Internet über ISDN ist daher im Grunde ausge­storben. Anders verhält es sich mit der Fest­netz-Tele­fonie. All-IP: Bis 2018 stellte die Telekom auf IP-Anschlüsse um

ISDN Telefon mit Telefonbuch

Das gedruckte Telefon­buch ist ein Auslauf­modell - dem ISDN-Telefon könnte es ähnlich gehen
Foto: dpa

Heute befindet sich die ISDN-Technik auf dem ab­stei­gen­den Ast. Bis 2018 wollte die Telekom alle beste­henden ISDN-Anschlüsse abschalten und auf All-IP-Basis umstellen. Mit All-IP können so verschie­dene Informations­arten wie Tele­fonie, Surfen, Fern­sehen, Fax oder E-Mail über das gemein­same Kommuni­kations­protokoll IP über­tragen werden - daher auch die Bezeich­nung All-IP.

Für den Normal­kunden, der nur tele­fonieren will, reicht die IP-Leitung in der Regel voll­kommen aus. Trotzdem wollen einige Kunden auch heut­zutage nicht auf ihren ISDN-Anschluss verzichten, zum Beispiel weil sie ISDN-fähige Geräte weiter­nutzen wollen. Hierzu zählen neben Telefon­anlagen auch Karten-Lese­geräte, Alarm­anlagen oder soge­nannte Musik-Taxis, ein ISDN-Über­tragungs­verfahren, das es Radio­sendern ermög­licht, Außen-Reporter in Echt­zeit ins Programm zu schalten. Fast ausge­storben: So bekommen Sie noch einen ISDN-Anschluss Im Zuge der All-IP-Umstel­lung werden analoge und ISDN-Anschlüsse mittler­weile nur noch ver­einzelt ange­boten. Der einfachste Weg führte noch lange Zeit über die Deut­sche Telekom, die trotz Umstel­lung noch bis vor kurzem bundes­weit reine ISDN-Anschlüsse ohne DSL anbot. Der Tarif Call Basic beispiels­weise kostete 27,95 Euro monat­lich bei einer Lauf­zeit von einem Jahr. Gut zu wissen: Bei der Telekom liefen die ISDN-Anschlüsse unter der Angebots­bezeichnung "Universal". Soll jedoch ein DSL-Breit­band-Anschluss hinzu­kommen, haben die Kunden meist keine Wahl mehr: Ange­boten wird nur noch All-IP/NGN.

Eine weitere Möglich­keit besteht darin, zu einem alter­nativen Anbieter zu wech­seln. Zwei regio­nale Provider, die derzeit noch ISDN-Anschlüsse anbieten, sind beispiels­weise EWE Tel im Nord­westen Deutsch­lands oder M-net in Bayern.

Auch die guten alten Analog-Anschlüsse werden noch verein­zelt ange­boten - und können sich preis­lich durchaus lohnen. Auf der nächsten Seite finden Sie einen Feature-Vergleich zwischen ISDN und Analog.

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