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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 23.03.19
29.01.2019 - 13:30
Glasfaser-Überbau

Kaiserslautern: Wechsel-Zwang von Vodafone zu Empera

Überbau unten, Mieter-Nötigung oben

Eine Vielzahl von Mietern in Kaiserslautern werden zu einem Anbieterwechsel ihres Vodafone-Kabel-Festnetzanschlusses genötigt. Der Netzbetreiber K-net (Empera), welcher zur Stadt gehört, wird favorisiert. Damit geht eine Bevormundung des Teilnehmers einher - durch eine Infrastruktur, bei der es sich quasi um einen Überbau handelt. Vodafones Kabelglasfasernetz erstreckt sich bereits durch einen Großteil des Kaiserslauterer Untergrunds und wartet in Bälde mit bis zu 1 GBit/s auf. Betroffen vom aufgezwungenen Anbieterwechsel sind Mieter der zur Stadt gehörenden Bau AG und Grand City Property. Vorgeschriebener Festnetzzugang zum Aufbessern der Stadtfinanzen?

Die Stadt Kaiserslautern freut sich Empera, manche Mieter aber nicht

Die Stadt Kaiserslautern freut sich Empera, manche Mieter aber nicht
K-net

Kaiserslautern geht es finanziell schon seit geraumer Zeit nicht besonders gut. Kürzlich berichtete die Zeitschrift Rheinpfalz, dass die Gegend auf dem dritten Platz der meist verschuldeten Städte Deutschlands liegt. Die roten Zahlen setzen sich aus 11 384 Euro Schulden pro Einwohner zusammen. Lediglich Pirmasens (11 528 Euro) und Darmstadt (14 989 Euro) können diese Pro-Kopf-Verschuldung toppen. Teil der Lösungsansätze zur Änderung des unrühmlichen Rekords scheinen auch die Aktivitäten des stadteigenen Netzbetreibers K-net und dessen Marke Empera zu sein. Die vollzogenen Maßnahmen wirken allerdings gegenüber den Einwohnern nicht besonders fair. Vodafone wird von Wohnungsbaugesellschaft abgelehnt Der Stadt Kaiserslautern gehört nicht nur K-net, sondern auch die Bau AG, die größte Wohnbaugesellschaft des Ortes. Mit 5000 Wohneinheiten und im Schnitt zwei Mietern pro Haushalt stellt das Unternehmen für circa zehn Prozent der Bürger (etwa 100 000 Einwohner insgesamt) ein Heim bereit. In Bau-AG-Gebäuden lebende Vodafone-Kabel-Teilnehmer werden momentan darüber informiert, dass sie zu Empera wechseln müssen. Über den neuen Internetzugang dürfte die Stadt ihre Kasse wieder etwas füllen – zulasten der Entscheidungsfreiheit des Bürgers. Abseits der Bau AG gibt es mittlerweile auch Berichte von betroffenen Mietern der Grand City Property. Ein nahtloser Übergang von Vodafone zu Empera existiert übrigens nicht. Die Mieter sollen erst im Frühling den neuen Zugang nutzen können, als Überbrückung gibt es ADSL mit mageren 3 MBit/s. Die Leistungen von Vodafone und Empera im Vergleich Schlecht sind die Offerten des Kaiserslauterer Netzbetreibers in puncto Preis-Leistung nicht. Beispielsweise gibt es für 19,99 Euro im ersten Jahr und 49,95 Euro danach 500 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload. IPTV und eine deutschlandweite Festnetz-Flatrate sind inbegriffen. Vodafones Konkurrenzangebot Red Internet & Phone 500 Cable stellt dieselben Down- und Upload-Bandbreiten bereit und ist lediglich vier Cent teurer.

Eine Ersparnis gibt es also nicht. Im Gegenteil, wenn der Teilnehmer ein Vodafone-Kombi-Angebot mit Mobilfunktarif hat und wechselt, entfällt der vom Düsseldorfer Konzern gewährte Rabatt. Außerdem finden sich in der TV-Offerte von Empera weniger HD-Sender wieder. Wer auf die ganze Fülle an Entertainment verzichten kann und nicht bereits Vodafone-Kunde ist, dürfte mit der Alternative der Stadt glücklich werden. Andererseits ist es kein vorbildlicher Ansatz, Mieter zu einem Wechsel zu zwingen.

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