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19.02.2014 - 10:07
Einspruch

EU hat Einwände gegen Fusion von E-Plus und o2

Wettbewerbshüter in Brüssel wollen Deal nicht wie geplant durchwinken

Zwar haben die Telefónica-Aktionäre der Übernahme von E-Plus bereits zugestimmt, aber in trockenen Tüchern ist die Fusion noch nicht: Laut Insiderberichten wollen die EU-Kartellbehörden die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland in der geplanten Form nicht durchwinken. Wie das Handelsblatt heute berichtet, sagten mit der Sache vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Behörden in den kommenden Tagen Einspruch einlegen würden. Auch eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigt diese Informationen.

Brüssel hat Bedenken gegen die Fusion von E-Plus und o2.

Brüssel hat Bedenken gegen die Fusion von E-Plus und o2.
Bild: dpa

Nach dem Einspruch sollen die betroffenen Unternehmen eine Liste mit Einwänden gegen die Fusion erhalten. Die EU-Kommission hatte im Dezember eine Prüfung des Geschäfts mit einem Volumen von 8,6 Milliarden Euro eingeleitet.

Durch den Einspruch der EU ist der Deal aber keineswegs vom Tisch: Das so genannte Statement of Objections ist ein normaler Bestandteil der vertieften Kartellprüfung, die Brüssel sich vorbehalten hat. Darin beschreiben die Wettbewerbshüter die aus ihrer Sicht problematischen Punkte, die gegen die Übernahme sprechen. Telefónica Deutschland wird damit aufgefordert, diese Bedenken durch Zugeständnisse zu zerstreuen. Österreich: Preise im Mobilfunk nach Fusion gestiegen Telefónica hatte den Kauf von E-Plus für 8,6 Milliarden Euro im Sommer angekündigt. Sollte der Deal über die Bühne gehen, würden der dritt- und viertgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland fusionieren, wodurch ein neuer Marktführer auf dem deutschen Mobilfunkmarkt entstehen würde. Zusammen haben Telefónica Deutschland und E-Plus mehr Kunden als bisherigen Marktführer Deutsche Telekom und Vodafone. E-Plus und Telefónica haben seit einem Jahrzehnt immer wieder über ein Zusammengehen gesprochen.

Damit würden auf dem deutschen Markt nicht mehr vier, sondern nur noch drei große Anbieter um die Kunden konkurrieren - die Wettbewerbshüter befürchten, dass dadurch der Preisdruck nachlässt. Ein Blick nach Österreich zeigt, dass diese Befürchtung durchaus begründet ist. Seit der Fusion von 3 und Orange gibt es in unserem Nachbarland ebenfalls nur noch drei Mobilfunkanbieter: Marktführer A1 (Telekom Austria), T-Mobile und Hutchison 3. Und die Preise steigen. In einigen Tarifen des Marktführers A1 sollen nach Informationen der Arbeiterkammer die Kosten bei gleichem Telefonverhalten der Kunden um bis zu 70 Prozent gestiegen sein. Natürlich sind das krasse Beispiele, die nicht repräsentativ für die Masse der Kunden sind, aber die Preise gehen insgesamt leicht nach oben, während sich die Kunden in den Jahren zuvor über ständig fallende Preise freuen konnten.

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Marie-Anne Winter

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