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02.01.2019 - 11:05
DAB+

Ausblick 2019: Neuigkeiten beim Digitalradio DAB+

Netzausbau beim Bundesmux und der ARD geplant

2018 ist das digital-terres­tri­sche Radio DAB+ in Deutsch­land wieder ein kleines Stück voran­ge­kommen: Die bundes­weite DAB+-Netz­ab­de­ckung liegt bei 98 Prozent der Fläche, dabei erreicht der Indoor-Empfang 89 Prozent der Bevöl­ke­rung. Der Anteil von Personen in Haus­halten mit Zugang zu mindes­tens einem DAB+-Gerät steigt von 15,7 im Jahr 2017 auf 18,1 Prozent in 2018, so die letzten Zahlen aus dem Digi­ta­li­sie­rungs­be­richt der Medi­en­an­stalten. Vergleicht man alle Über­tra­gungs­wege, weist DAB+ mit 15 Prozent noch vor Inter­net­radio die stärkste Stei­ge­rung zum Vorjahr auf. Der Anteil von Haus­halten mit DAB+ legt überall zu, beson­ders in der Länder­gruppe Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Während Abver­käufe von UKW-Radio­ge­räten konti­nu­ier­lich sinken, erreicht der Absatz von DAB+-Empfän­gern einen neuen Höchst­wert: In Deutsch­land gibt es inzwi­schen 12 Millionen DAB+ Radios, bei einem abso­luten Zuwachs von 2 Millionen im Jahres­ver­gleich und einer Stei­ge­rungs­rate von 19 Prozent. Viele neue Sender beim ersten Bundesmux und der ARD

Kampagnenmotiv zu DAB+

Kampagnenmotiv zu DAB+
Foto: Digitalradio Deutschland

Es gab aber auch ein paar Rück­schläge: Vor allem der Ausbau des ersten bundes­weiten Multi­plexes kam durch den UKW-Streit im vergan­genen Jahr ins Stocken. Deutsch­land­radio hatte den Netz­ausbau auf Eis gelegt, nachdem lange unklar gewesen war, mit welchen Verbrei­tungs­kosten man künftig beim analogen Radio rechnen muss. Von ursprüng­lich geplanten über 20 Sende­an­lagen sind nur vier (Garz/Rügen, Herzog­stand, Helgo­land und Lüne­burg) ans Netz gegangen.

2019 soll der Ausbau nun wieder verstärkt weiter­gehen. Ein Schwer­punkt soll dabei Bayern sein. Netz­be­treiber Media Broad­cast will mit Sende­stand­orten wie Pfänder, Pfronten oder Ober­am­mergau Lücken schließen. Doch auch in anderen Teilen Deutsch­lands ist mit neuen Sende­an­lagen zu rechnen, und zwar überall dort, wo auch die ARD ihr Netz ausbaut. Einer der geplanten Stand­orte außer­halb Bayerns soll der Haardt­kopf im Huns­rück sein. Der Netz­ausbau beim Bundesmux soll wohl ab Mai weiter­gehen.

Neben Media Broad­cast plant auch die ARD im Jahr 2019 einen massiven Netz­ausbau. Fast alle ARD-Anstalten planen weitere DAB+-Sende­an­lagen. Der NDR beispiels­weise will zehn weitere Anlagen in Betrieb nehmen, der SWR plant sogar 12 neue Sender. Die weißen Flecken im Digi­tal­radio dürften bis Ende dieses Jahres deut­lich weniger werden. Neue Privat­ra­dios und weitere Muxe Das Jahr begann gleich mit einem Pauken­schlag in Hessen: Der Schla­ger­sender radio B2 sendet neu im Rhein-Main-Gebiet und Südhessen (Kanal 11C), Absolut Hot berei­chert den Mux für Nord- und Osthessen (Kanal 6A). In letz­terem Mux soll in diesem Jahr auch der nicht-kommer­zi­elle Lokal­sender Radio Uner­hört starten. Parallel soll eine weitere Sende­an­lage für Marburg in Betrieb genommen werden.

In Bayern will der Privat­sender Radio Arabella noch im Früh­jahr eine neue landes­weite DAB+-Version seiner erfolg­rei­chen Münchner Welle starten.

Neue Töne wird es auch in Sachsen geben: Die Univer­sität plant - zunächst als Test­be­trieb - einen regio­nalen Multi­plex für Chem­nitz im Kanal 9C. Die Antenne wurde bereits auf dem Dach des Studen­ten­werks errichtet. Sobald die medi­en­recht­liche Geneh­mi­gung erfolgt ist, will der Campus­sender Radio UNiCC loslegen. Die anderen Kapa­zi­täten im Mux sollen mit weiteren Hoch­schul- und Privat­ra­dios gefüllt werden. Chem­nitz ist der dritte Standort für einen solchen regio­nalen Multi­plex im Frei­staat nach Leipzig und Frei­berg.

Die Säch­si­sche Landes­me­di­en­an­stalt (SLM) plant ferner die Ausschrei­bung für einen landes­weiten Privat­radio-Multi­plex. Doch auch in anderen Bundes­län­dern wollen die Landes­me­di­en­an­stalten 2019 Kapa­zi­täten für DAB+ ausschreiben. So ist etwa im Saar­land ein Privat­radio-Mux geplant.

Span­nend könnte es auch in NRW werden. Nach Auswer­tung des Call-of-Inte­rest will die Landes­an­stalt für Medien (LfM) fest­legen, wo und in welcher Form Multi­plexe für DAB+ kommen könnten. Bei der jüngsten Bedarfs­ab­frage haben sich 46 Anbieter betei­ligt. Die Bewer­bungen namhafter deut­scher Privat­radio-Unter­nehmen um wert­volle DAB+-Frequenzen zeigen deut­lich, dass Digi­tal­radio nicht nur im Privat­funk ange­kommen ist, sondern als Geschäfts­mo­dell für die Weiter­ent­wick­lung der eigenen Marke ernst genommen wird. Zweiter Bundesmux: Alles auf Anfang? Bereits zum Beginn 2019 könnte es span­nend werden beim Thema zweiter Bundesmux: Im Rechts­streit erwägen die Landes­me­di­en­an­stalten, das Zutei­lungs­ver­fahren auf den Stand zurück­zu­setzen, der unstrittig war, und dann von dort aus weiter­zu­ma­chen oder die Ausschrei­bung komplett neu durch­zu­führen. Vor einer Entschei­dung wartet man auf eine Stel­lung­nahme des Säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts in Bautzen ab, die für Anfang 2019 erwartet wird. DAB+ im Auto wird Pflicht Ein inter­na­tio­naler Meilen­stein für den unge­trübten Radio­ge­nuss im Auto ist der Beschluss des EU-Parla­ments, wonach Auto­ra­dios in Neuwagen künftig neben UKW den digi­talen terres­tri­schen Radio­emp­fang ermög­li­chen müssen, also zum Beispiel mit DAB+. Es wird allge­mein damit gerechnet, dass bereits 2019 DAB+ in vielen neuen Fahr­zeug­mo­dellen Stan­dard werden könnte. Spätes­tens 2021 werden die Auto­bauer dazu verpflichtet.

Auf natio­naler Ebene stehen Bund und Länder vor einer Neufas­sung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setzes, wonach künftig alle höher­wer­tigen Radios eine digi­tale Schnitt­stelle vorhalten müssen, zum Beispiel zum Empfang von DAB+.

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